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Rallye-WM: Japan

Solberg im Pech – Ogier feiert zweiten Saisonsieg

Nach Problemen am C4 von Petter Solberg war der Weg frei für Sébastien Ogier, der seinen zweiten Saisonsieg feiert. Henning Solberg & Ilka Minor auf P7.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Citroen Racing

Man könnte meinen, das „Schicksal“ hat etwas gegen Petter Solberg – offenbar darf es nicht sein, dass der Weltmeister des Jahres 2003 seinen ersten Sieg als Privatier erringt. Gegen die lästige Verkühlung, die ihn vom Start weg plagte, hat sich der wackere Norweger mit Händen und Füßen gewehrt. Am Samstagnachmittag hat er die Führung zurück erobert – freilich auch deshalb, weil Mikko Hirvonen und Sébastien Ogier am Ende Tempo raus nahmen, um am Sonntagvormittag nicht als erster Wagen auf die Schotterprüfungen zu müssen.

Doch nicht die „Staubsaugerfunktion“ machte Solberg am Sonntagmorgen zu schaffen, sondern ein gebrochener Dämpfer, der zudem auch noch Lenkprobleme zur Folge hatte. Solberg verlor auf diese Art und Weise auf jeder Prüfung Zeit, sodass Ogier auf SP 20 die Führung übernehmen konnte. Ein enttäuschter Petter Solberg erklärte daraufhin: „Das ist wirklich hart - ich muss froh sein, dass wir noch in der Rallye sind.“

Am Ende fehlten Solberg 15,7 Sekunden auf den ersehnten ersten Sieg als Privatier und Teambetreiber. Der Norweger konnte nach den beiden abschließenden Superspecial-Prüfungen im Sapporo Dome Stadion dennoch eine positive Bilanz ziehen: „Ich habe mich am Beginn der Rallye schrecklich gefühlt, aber das Auto war von Anfang an gut. Natürlich ist es schade, dass wir die Führung verloren haben – aber ich bin auch mit dem zweiten Platz zufrieden.“

Ogier sichert 2. WM-Rang ab

Recht unverhofft kam somit Sébastien Ogier zu seinem zweiten Saisonsieg. Der Franzose, der in der laufenden Saison für die Schotter-Rallyes in das Citroen-Werksteam befördert wurde, gab zu Protokoll: „Es ist erstaunlich, das war eine sehr gute Rallye für uns – wir haben schnell ein gutes Gefühl aufbauen können und ich hatte viel Freude am Fahren. Dieser Sieg hilft mir zudem dabei, meinen zweiten Platz in der Weltmeisterschaft abzusichern.“ Ogier hält nun bei 158 Punkten, sein direkter Verfolger, Ford-Werkspilot Jari Matti Latvala, hat 132 Zähler auf dem Konto.

Latvala konnte auf SP 23 mit einer Bombenbestzeit am nunmehrigen Citroen Junior-Piloten Dani Sordo vorbeiziehen und Rang drei belegen. Der Finne jubelte: „Auf dieser Prüfung hat wirklich alles funktioniert, da hat alles gepasst. Bei unserem dritten Platz hat sicher auch Glück eine Rolle gespielt, aber das ist okay.“ Sordo hingegen schüttelte den Kopf: „Ich weiß nicht, warum wir auf SP 23 so viel Zeit verloren haben – ich verstehe es nicht.“

Enttäuschend verlief der Sonntagvormittag auch für Mikko Hirvonen, der am Samstagabend noch Platz zwei belegen konnte. Ein Problem mit dem Differenzial in Verbindung mit einem Getriebeproblem machten seine Podesthoffnungen zunichte. Geknickt erklärte der Ford-Pilot: „Es ist eine schwierige Rallye, aber ich habe alles versucht, was ich tun kann. Beim Bremsen konnte ich oft keine Gänge einlegen – es ist harte Arbeit, ein Auto in diesem Zustand zu pilotieren.“

So konnte Sébastien Loeb an Hirvonen vorbeiziehen und Rang fünf belegen – mehr war diesmal nicht möglich, denn der Weltmeister ist in Japan nicht wirklich in die Gänge gekommen. Loeb zuckte mit den Achseln: „Was soll ich sagen? Wir haben am Morgen wieder keine vernünftige Pace fahren können.“ Loeb konzentrierte sich in der Folge darauf, den fünften Platz nach Hause zu fahren. Der vorzeitige Titelgewinn wurde somit vertagt…

Solberg & Minor auf Platz 7

Das norwegisch-österreichische Stobart Ford-Duo Henning Solberg und Ilka Minor belegte einen einsamen siebten Platz und konnte damit einmal mehr WM-Punkte an Land ziehen und in der Fahrerwertung an Munchi’s Ford-Pilot Federico Villagra vorbei auf Rang acht vorstoßen. Villagra belegte mit mehr als zehn Minuten Rückstand Rang acht - diesen Platz hatte am Samstagabend noch Kimi Räikkönen inne, doch der „Iceman“ flog am Sonntagmorgen auf der ersten Prüfung von der Strecke.

Auf Platz neun liegt bereits der Sieger der SWRC, Jari Ketomaa im Ford Fiesta S2000. Sein Verfolger Martin Prokop, ebenfalls auf einem Fiesta S2000 unterwegs, belegt im Gesamtklassement Platz zehn. Nur diese beiden Piloten finden sich in der Wertung der SWRC.

In der PWRC eroberte Patrick Flodin im Subaru Impreza mit großem Vorsprung den Sieg, Hayden Paddon belegte im Mitsubishi Lancer Evo IX Rang zwei, dahinter wurde Subaru-Pilot Gianluca Linari Dritter. BRR-Pilot Paolo Nobre sah in seinem Mitsubishi Lancer Evo X leider nicht die Zielflagge.

Ergebnis & WM-Stand finden Sie in der Navigation oben rechts.

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