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ARC: Althofen-Rallye

Gelungene BMW-Premiere

Es war eine Rallye der Premieren für Jürgen Praschl: Am Steuer eines neu aufgebauten BMW E36 M3, und seine Frau Tatjana erstmals als Co-Pilotin neben ihm.

Premiere, die Erste: Erstmals setzte Jürgen Praschl den im Winter gekauften BMW E36 M3 ein. Es wäre nicht Jürgen Praschl, hätte er nicht das aus Deutschland importierte bayrische Rallyegeschoß bis zur letzten Schraube zerlegt und in aller Liebe zum Detail wieder zusammengebaut. Zu guter Letzt wurde der BMW noch in weiße Farbe getaucht, und so stand er dann gerade noch rechtzeitig (nämlich am Tage der Abfahrt) da, das wohl am liebevollsten lackierte Rallyeauto. Für ein ausführliches Kennenlernen des Fahrers und des Autos war keine Zeit mehr, viel mehr war es ein Blind Date, auf welches sich Jürgen und sein Arbeitsgerät bei der Althofen- Rallye einzustellen hatten.

Premiere, die Zweite: Nachdem Jürgens Angetraute ihn schon in seiner Volvozeit immer logistisch und mental unterstützt hatte, kam irgendwann der nächste logische Schritt, und man beschloss auch im Rallyeauto "gemeinsame Sache" zu machen. Da aber, wie eingangs erwähnt, der BMW die ganze Vorbereitungszeit in Anspruch genommen hatte, wurde schlichtweg die Marschroute ausgegeben, die erste gemeinsame Rallye als reinen Test zu sehen, um für die nächsten Aufgaben zu üben, üben und nochmals üben.

Wer nun aber den ehrgeizigen Maler näher kennt, wusste genau, dass er auch bei einem reinen Testlauf nichts anbrennen lassen würde. So wurden von einem einheimischen Rallyematador kurz vor dem Start noch ein paar Gummis gegen die Feuchtigkeit auf der Straße gekauft, und als der Starter von zehn runterzählte und Jürgen am Gaspedal stakkato spielte, war die Pulsfrequenz der Beifahrerin jenseits jeder Messmöglichkeit.

Trotzdem leistete sie ausgezeichnete Arbeit, gleich auf dieser ersten Sonderprüfung, vert(r)at sich der Pilot kurz an der engen Pedalerie – was so viel heißt wie dass der rechte Fuß kurz zwischen Bremse und Gas hängen blieb. Ein eiligst zur Seite springender Fotograf gab den Graben frei, in welchen man unmittelbar darauf einschlug. Der schnell eingelegte Rückwärtsgang brachte das 300-PS-Gerät aber gleich wieder auf den richtigen Weg. Zurück blieben etwas Plastik und der erste eheliche Tadel der Ehegattin.

Den Rest des Vormittages fuhr man dann problemlos. Einzig die Reifenwahl war ein "Problem", war es doch Jürgen aus Volvo-Cup-Zeiten nicht gewohnt, Reifen zur Auswahl zu haben. Die gut gemeinten Ratschläge waren dermaßen viele, man hätte vier Rallyes mit ihnen fahren können...

Am Nachmittag lag man immer um Position 30, was bei der als Testlauf deklarierten Veranstaltung durchaus als erfolgreich angesehen werden darf. Auch die Ehegattin kam immer besser mit dem Schrieb zurecht – musste diesen allerdings im Mittagsservice modifizieren, da Jürgens Art der Schrieberstellung eher "volvolastig" war, "30" und teilweise auch "50" waren mit dem BMW getrost als "in" anzusehen – es wiehern halt doch fast eineinhalb mal soviel Pferdchen unter der Motorhaube als früher im Elch.

Auf der allerletzten SP musste man noch hinter einer formatfüllend schräg auf der Fahrbahn zum Erliegen gekommenen Celica anhalten, was ca. eineinhalb Minuten kostete. Ein 29. Gesamtrang und der erste Platz in der Klasse bei dieser Rallye darf für das Ehepaar getrost als gelungener Premierentest angesehen werden.

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