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IRC: Ypern-Rallye

Die Erfahrung zählt…

Ein Highlight der IRC-Saison steht am kommenden Wochenende auf dem Programm – bei der Ypern-Rallye werden satte 31 Super 2000-Boliden dabei sein…

Michael Noir Trawniczek

Am kommenden Wochenende steht eines der Saisonhighlights der Intercontinental Rally Challenge (IRC) auf dem Programm, die Ypern-Rallye in Belgien.

Satte 31 Super 2000-Autos stehen diesmal auf der Nennliste, insgesamt sind mehr als 100 Teams dabei. Leider steht kein einziger österreichischer Fahrer am Start…

Die Asphaltrallye gehört zu den großen Herausforderungen der heutigen Zeit – auf den langen Geraden werden Geschwindigkeiten bis zu 180 km/h erreicht, die Piloten müssen ihre Bremspunkte sorgfältig setzen, der Aufschrieb muss möglichst perfekt gestaltet werden.

Denn oft folgt auf eine lange Gerade eine enge Haarnadel- oder 90 Grad-Kurve, beim Bremsen dürfen keine Meter verschenkt werden, es muss maximaler Speed aus den Kurven heraus mitgenommen werden.

Der Belag ist oftmals extrem rutschig, weil die Autos beim Cutten der Kurven viel Erdreich auf die Strecke schaufeln.

Dazu kommt noch das unberechenbare Wetter in der Region – bei Regen wird aus dem Erdreich heimtückischer Schlamm. Die engen Kurven verlocken zum Cutten, oftmals aber holt man sich dabei einen Reifenschaden…

Topfavorit Freddy Loix

Kein Wunder also, dass bei der Ypern-Rallye meistens die erfahrenen Piloten das Sagen haben. Für den regierenden IRC-Meister Juho Hänninen, der zwar die IRC-Tabelle anführt, jedoch in Ypern nicht am Start steht (der Skoda-Werksfahrer ist heuer auf die SWRC angesetzt und konnte mit dem Red Bull Skoda Team am vergangenen Wochenende bei der Akropolis-Rallye mit einem Sieg die SWRC-Tabellenführung übernehmen), ist aus diesem Grunde der sechsfache Ypern-Sieger und Lokalmatador Freddy Loix der absolute Topfavorit.

Hänninen begründet: „Es wird zwar nicht leicht für Freddy, weil mit Thierry Neuville ein weiterer schneller Belgier am Start steht, aber ich habe trotzdem Freddy auf der Liste, weil er einfach über mehr Erfahrung verfügt.“

Hänninen, der normalerweise Rallyes, an welchen er nicht teilnimmt, nicht verfolgt, wird am Wochenende bei der Ypern-Rallye eine Ausnahme machen: „Ich werde an diesen Tagen auf meiner Farm arbeiten, aber am Nachmittag werde ich mir die Zeiten meines Teamkollegen Jan Kopecky ansehen.“

Skoda-Werkspilot Kopecky konnte unlängst in seiner Heimat Tschechien einen lokalen Sieg einfahren und möchte solchermaßen beflügelt am Wochenende unbedingt die Tabellenführung übernehmen.

Nicht unterschätzen darf man Jasper van den Heuvel, der heuer erstmals einen Mitsubishi Lancer Evo X nach R4-Reglement einsetzen wird du dabei auch Unterstützung von Ralliart Italien erhält – denn bereits ohne R4 konnte der „fliegende Holländer“ in Ypern der S2000-Armada den Auspuff zeigen. Die Ypern-Prüfungen scheinen Van den Heuvel ganz besonders zu liegen, man darf gespannt sein…

Neben dem bereits erwähnten Thierry Neuville stehen weitere „Geheimtipps“ auf der Nennliste, wie beispielsweise Bryan Bouffier im PH Sport Peugeot 207 S2000. Pieter Tsjoen konnte die Ypern Rallye schon einmal gewinnen, allerdings ist das schon eine Zeit lang her (2001) – für heuer musste er sich kurzfristig einen neuen Co-Piloten suchen, da sein Stamm-Co Eddy Chevaillier bei der Akropolis-Rallye verletzt wurde. Jetzt wird die Belgierin Lara Vanneste in den von Kronos eingesetzten Peugeot steigen…

Patrik Snijers konnte die Ypern-Rallye auch schon viermal für sich entscheiden, allerdings in den Jahren 1991 bis 1994 – am kommenden Wochenende pilotiert der Belgier einen mit 1,6 Liter-Turbomotor ausgerüsteten Mini Countryman S2000.

Zu den Ypern-Siegern der jüngeren Geschichte gehören neben dem erwähnten Freddy Loix, der zuletzt 2008 und im Vorjahr siegreich war, Giandomenico Basso (2006), Luca Rossetti (2007) und Kris Meeke, der im Jahr 2009 ganz oben auf dem Podium stand. Sie alle werden es am Wochenende erneut versuchen…

Gestartet wird am Freitagnachmittag um 16.15 Uhr. Die erste Sonderprüfung wird um 16.49 Uhr in Angriff genommen. Die drei Nachmittagsprüfungen werden am Abend, zum Teil bereits bei Dunkelheit ein zweites Mal absolviert. Auch am Samstag wird bis in den späten Abend gefahren – die letzte Prüfung, SP 18 „Kemmelberg“ wird am Samstag um 21.56 Uhr gestartet.

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