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IRC: Zypern

Da waren es nur noch vier…

Hänninen nach Überschlag aus dem Titelrennen. Neuville führt 8,8 Sekunden vor Mikkelsen und 21,2 Sekunden vor Kopecky. Arai auf Platz neun.

Michael Noir Trawniczek

Mit einem Drama gleich auf der ersten Sonderprüfung wurde die Zypern-Rallye am Freitagvormittag fortgesetzt – auf der äußerst holprigen, mit groben Steinen versehenen, rund 24 Kilometer langen überwiegenden Schotter-Sonderprüfung SP 2 „Koilinia“ flog der regierende IRC-Champion Juho Hänninen gleich in der zweiten Kurve von der Strecke.

Der Werks-Skoda Fabia S2000 überschlug sich, sodass Hänninen aufgeben musste. Der Finne verabschiedet sich damit aus dem Titelfight, kann auch seinem Teamkollegen Jan Kopecky nicht mehr behilflich sein. Der SWRC-Champion hätte mit einer Titelverteidigung Motorsportgeschichte schreiben können – als erster IRC-Meister, dem die Titelverteidigung geling und als erster Pilot, der im gleichen Jahr sowohl SWRC als auch IRC für sich entscheidet…

Peugeot-Pilot Thierry Neuville, der nach drei Wertungsprüfungen in Führung liegt, fuhr unmittelbar hinter Hänninen und gab im Zielraum der zweiten Prüfung zu Protokoll: „Er ist in der zweiten Kurve von der Straße abgekommen. Es tut mir leid, aber die Rallye ist für ihn gelaufen. Es ist nicht möglich, noch einmal zurückzukommen. Bei uns ist es hingegen ganz gut gelaufen.“

Auf der überwiegend auf Asphalt abgehaltenen, rund 18 Kilometer langen SP 3 „Salamiou“ gab Neuville Vollgas: „Asphalt liegt uns, da muss ich besonders hart attackieren.“

Weil auch der nach der Auftaktprüfung führende Skoda Großbritannien-Pilot Andreas Mikkelsen seine Probleme hatte – ein Dreher auf SP 3 kostete ihn einige wertvolle Sekunden und die Führung – geht Neuville als neuer Rallyeleader in die Mittagspause.

Mikkelsen liegt als Zweiter 8,8 Sekunden hinter Neuville zurück – auf Platz drei rangiert der zweite Skoda-Werkspilot Jan Kopecky, er liegt bereits 21,2 Sekunden zurück.

Kopecky musste sich jedoch auf einen neuen Co-Piloten einstellen, da sein Stamm-Beifahrer Petr Stary wegen Krankheit absagen musste und kurzfristig durch den IRC-unerfahrenen Pavel Dresler ersetzt wurde.

Kopecky erklärte nach SP 3: „Es ist schon okay – aber mit dem neuen Co-Piloten läuft es nicht immer hundertprozentig. Ich muss unbedingt ins Ziel gelangen.“

Wenige Sekunden hinter Kopecky belegt Ford-Pilot Nasser Al-Attiyah Platz vier (nach SP 2 berichtete der Ford-Pilot von einem Plattfuß und einer möglicherweise gebrochenen Antriebswelle, auf SP 3 reichte es jedoch für die zweitschnellste Zeit hinter Neuville), rund eine halbe Minute dahinter liegt Patrik Sandell auf Rang fünf.

Mit bereits rund einer Minute Rückstand belegt ein weiterer der nunmehr nur noch vier Titelkandidaten Platz sechs – Freddy Loix, der Kandidat mit den geringsten Chancen, verlor auf der Schotterprüfung rund 46 Sekunden und erklärte: „Ich bin schon seit einiger Zeit, seit rund drei Jahren nicht mehr auf Schotter gefahren – daher haben wir uns am Beginn der Prüfung nicht so leicht getan, danach lief es aber besser.“

Hinter Karl Kruuda und Mathias Kahle (beide Skoda) belegt Stohl Racing-Pilot Toshihiro Arai im Subaru Impreza WRX STI R4 den neunten Gesamtrang, womit er auch in der Produktionswertung führt und auf Titelkurs unterwegs ist.

Nach der Asphaltprüfung erklärte der Japaner: „Es war nicht so leicht für uns, weil auf dieser Prüfung eben der Asphalt überwiegt hat und unsere Reifen zudem bereits ziemlich abgenützt waren.“

Am Nachmittag werden die beiden Sonderprüfungen ein zweites Mal absolviert.

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