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Rallye-ÖM: Waldviertel

Träume, die sich in Rauch auflösen

Daniel Zieser und Mathias Lidauer hatten es beide in Händen: Cup-Gesamtsieger zu werden. Sie mussten nur schneller als der andere sein ...

Foto: Karin Cerny

Daniel Zieser ging auf Nummer sicher und besorgte sich acht Stück feinste Schotterreifen. Mathias Lidauer hatte Nerven aus Stahl, zum einem hielt sich die Zeit für die Besichtigung in Grenzen, musste doch kurzfristig wieder nach Wien gejettet werden, um eine wichtige Prüfung an der Universität abzulegen, zum anderen begann die Servicecrew nach dem Abladen endlich mit der Reparatur des Unfallschadens von Admont, waren die Teile doch scheinbar geringfügig spät gekommen.

Daniel Zieser hingegen stieg Freitag Vormittag motiviert in seinen GP Racing Fiesta, welchen er vor der Rallye nun endgültig erworben hatte. Das Team hatte mit dem schotterbereiften Gerät mächtig Spaß und konnte vom Shakedown gar nicht genug bekommen. Am Nachmittag startete man motiviert in die erste Sonderprüfung, bereits nach wenigen Meter musste der Co erstmalig seinen zu energisch agierenden Fahrer bremsen.

Kurze Zeit später flog schon der erste Zaunpflock in hohem Bogen. Es kam, was kommen musste, in einer Rechts zwei wurde an der Handbremse gezupft, doch unterschätze der Pilot den Grip der Schotterreifen – und so rollte man sich linksseitig ab. Das Gerät blieb formatfüllend auf der Strecke rücklinks liegen.

Die Sonderprüfung wurde unterbrochen, und der Wagen wieder umgedreht. Das Blechkleid war zerknittert, die Windschutzscheibe nur mehr ein Häufchen Elend. Leider Gottes hörte man in der Hektik auf die falschen Leute vor Ort und startete den Boliden sofort wieder.

Die Kolben hatten allerdings keine Chance, sich den Weg durch den mit Öl überfüllten Brennraum zu bahnen – und so hauchte der Motor mit einer Rauchwolke, welche ihresgleichen nicht einmal in Discotheken mit übermotivierten Nebelmaschinen findet, sein Leben aus.

Lidauer wusste am Start von diesem Unheil noch nichts, gab mächtig Gas, um ab der nächsten Sonderprüfung nur mehr auf Durchkommen zu fahren. Allerdings kann eine Waldviertel-Rallye lang wie eine zweiwöchiger Rally Raid werden, wenn man eine Co-Pilotin an seiner Seite hat, die von Taktik genau soviel hält wie der Papst von der Pille.

Irgendwie schaffte man es aber dennoch vernünftig und langsam die Rallye zu beenden und darf sich nun Gesamtsieger im GP Racing Fiesta- ST-Rallye-Cup nennen. Unbestätigten Gerüchten zufolge hat Lidauer heimlich die Intercom abgesteckt, um den wahnwitzigen Pushversuchen seiner Co-Pilotin zu widerstehen.

Die weiteren Platzierungen im Cup 2011:

2. Platz - Daniel Zieser/Christoph Wögerer
3. Platz - Marco Luger
4. Platz - Georg Gschwandner
5. Platz - Klaus Ostermann/Roland Wurm

Eine Fortsetzung des Cups 2012 wurde gewünscht – nicht zuletzt, weil auch bereits mehrere neue Teilnehmer interessiert sind!

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