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WRC: Sardinien-Rallye 2013

Schlägt Ogier erbarmungslos zurück?

Sebastien Ogier war in Griechenland ganz und gar nicht dominant – nach der ersten Etappen-Führung haben Novikov/Minor Blut geleckt…

Michael Noir Trawniczek

Erst im Herbst machte der WM-Tross auf Sardinien seinen letzten Stopp, doch schon am kommenden Wochenende kehren die WRC-Protagonisten auf die Mittelmeerinsel zurück. Die Rallye wurde aus Kostengründen auf zwei Tage komprimiert – dafür hat es der erste Tag in sich: Um 7.58 Uhr Ortszeit/MESZ wird die erste Sonderprüfung, die bekannte SP „Monte Lerno“ mit dem spektakulären Sprung namens „Micky’s Jump“ in Angriff genommen, um 21.28 Uhr bildet die nächtliche SP 8 „Gallura“ den Abschluss der ersten Etappe.

Wie immer auf Schotter ist die Startreihenfolge von enormer Bedeutung – daher wird am Donnerstag eine 3,86 Kilometer lange „Qualifying Stage“ abgehalten, der Schnellste darf wie immer als erster Pilot seine Startposition für die erste Etappe wählen. Da es diesmal nur zwei Etappen gibt und am Freitag etwas weniger als die Hälfte der SP-Distanz bewältigt wird, kommt dem Qualifying diesmal noch mehr Bedeutung zu. Keinesfalls sollte man die Prüfungen eröffnen müssen, da man als „Straßenfeger“ den losen Schotter von der Straße „schaufeln“ muss.

Ein Problem stellen die in der Luft hängen bleibenden Staubwolken dar – bei der Akropolis-Rallye wurde ein Intervall von vier Minuten ausgewählt. Österreichs Ilka Minor, die wieder an der Seite von Evgeny Novikov aus dem „Gebetsbuch“ lesen wird, befand dieses Intervall für richtig. Doch derzeit ist für Sardinien ein Intervall von lediglich zwei Minuten geplant – dann könnte die Sicht der nachkommenden Piloten beeinträchtigt werden. Doch Minor hofft, dass man „das Intervall noch ändern wird“…

In Griechenland konnte das M-Sport-Werksduo Evgeny Novikov und Ilka Minor nach einer für WM-Leader Sebastien Ogier und auch die Werkspiloten Mikko Hirvonen (Citroen) und Mads Östberg (M-Sport) desaströsen Eröffnungsprüfung zum ersten Mal bei einer Rallye eine Etappe in Führung liegend beenden. Ein Aufhängungsschaden am zweiten Tag machte alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz zunichte, doch insgesamt fünf SP-Bestzeiten und Platz zwei auf der Powerstage geben dem Duo Mut und Selbstvertrauen – zumal Novikov/Minor auf Sardinien im Vorjahr Platz zwei belegen konnten.

„Wir haben in Griechenland bewiesen, dass wir die Spitze des Feldes herausfordern können. Wir sind ein gutes Tempo gefahren und haben viele Wertungsprüfungen gewonnen. Darauf möchten wir auf Sardinien aufbauen", sagt der Russe.

Zu seinen größten Gegnern zählen natürlich die Volkswagen-Werkspiloten: Sebastien Ogier war heuer schon dermaßen oft nicht zu schlagen, sodass seine Probleme in Griechenland richtiggehend überraschend kamen – denn auch in der Folge, nach dem Restart, konnte der WM-Leader nicht unbedingt das Geschehen beherrschen. Daher sprang sein Teamkollege Jari-Matti Latvala in die Presche, der nun, nach seinem ersten Sieg als VW-Pilot, von einer großen Last befreit zu sein scheint und damit eventuell auch unbeschwerter ans Werks gehen könnte…

Das Gleiche trifft auch auf den Spanier Dani Sordo zu, der in Griechenland Zweiter wurde und am kommenden Wochenende für Citroen einen Sieg erringen möchte. Doch eigentlich ist Mikko Hirvonen der „Titelkandidat“ der Franzosen – der Finne gerät immer mehr unter Zugzwang. Und es ist unwahrscheinlich, dass er diesmal eine fehlerlose Rallye abliefern wird…

Sein Pech abstreifen möchte der Norweger Mads Östberg, neben Novikov der zweite Werkspilot im Qatar M-Sport World Rally Team. Und Thierry Neuville, vom Qatar World Rally Team, baut auf seinen dritten Platz aus Griechenland auf. Insgesamt sind auf Sardinien 13 World Rally Cars am Start.

In der WRC-2 trifft Robert Kubica im Citroen DS3 RRC auf Sepp Wiegand im Skoda Fabia S2000, Stohl Racing ist mit Armin Kremer auf einem Subaru Impreza im Production Cup der WRC-2 vertreten - dazu kommen Bryan Bouffier und Sebastien Chardonnet in der WRC-3, beide pilotieren jeweils eine R3-Version des Citroen DS3.

Die Prüfungen auf Sardinien gelten als besonders hart, überall lauern mitunter scharfkantige Steine – auch wenn das Wetter eher stabil und trocken bleiben sollte, könnten so manche Überraschungen für Spannung sorgen…

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