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ARC: Herbstrallye Leiben

Das große Duell beim Rallye-Neustart

Beim Neustart der Remus Herbstrallye Leiben gelten Franz Sonnleitner und Philipp Lietz als Kandidaten auf den Gesamtsieg. Lokalmatador Michael Kogler zündet erstmals einen Citroen DS3 R3. Die Historischen heizen die Stimmung auf den Sonderprüfungen an.

Fotos: Haral Illmer, Lietz, Prefa Rallye Team Austria, Daniel Fessl/www.motorline.cc

Am kommenden Wochenende startet die Remus Herbstrallye Leiben in ein neues Zeitalter, als „final Rallydays“ der Austrian Rallye Challenge (ARC) werden die wunderschönen Asphalt-Sonderprüfungen rund um das Schloss Leiben in Angriff genommen. Erstmals in der Geschichte der zweithöchsten heimischen Rallye-Meisterschaft wird auch der ORF berichten, zudem winken für die Top 3 der Kategorien Allrad, 2wd und Historisch Sachpreise im Wert von 8.000 Euro.

Bereits vergeben ist der ARC-Titel – den konnte der erst 20-jährige Simon Wagner schon bei der Niederbayern-Rallye erringen, zugleich wurde er auch Meister der Junior Austrian Rallye Challenge (JARC). Gerne wäre der Oberösterreicher als jüngster ARC-Champion in Leiben angetreten, doch am gleichen Wochenende kann er sich für das Weltfinale der Rotax Kart Challenge in New Orleans qualifizieren.

Kurzfristig absagen musste auch Walter Mayer, der frühere Rallycross-Meister zog sich eine Schulterluxation zu, schließt aber nicht aus, der Rallye als Zuschauer beizuwohnen.

Lietz gegen Sonnleitner

So wird ein spannendes Duell um den Tagessieg der Allrad-Kategorie erwartet. In der Rolle des „Gejagten“ befindet sich Vorjahressieger Franz Sonnleitner, der gemeinsam mit Elke Aigner einen modernen Mitsubishi Lancer Evo IX R4 pilotieren wird. Der Betreiber einer KFZ-Werkstätte steht vor einem „Experiment“ – denn seit seinem Leiben-Sieg im Vorjahr saß er bis auf ein kurzes Intermezzo nicht mehr im Rallyeboliden. Sonnleitner gibt offen zu: „Ich wollte die Admont-Rallye bestreiten, um mich für Leiben warmzufahren, habe aber bei einem Test das Auto zerstört. Jetzt weiß ich nicht, was uns erwartet – de facto steige ich so in das Auto ein, wie ich 2012 ausgestiegen bin. Natürlich würde ich den Vorjahressieg gerne wiederholen.“

Als großer Gegenspieler wird Philipp Lietz erwartet, aber auch der Bruder des Le Mans-Siegers Richard Lietz saß in der letzten Zeit nicht allzu oft im Rallyeboliden. Bei einer kleineren deutschen Schotter-Rallye konnte er im Sommer prompt den Sieg einfahren, doch auf Asphalt muss sich auch Lietz erst wieder „eingrooven“.

Zusammen mit Stamm-Beifahrer Thomas Steinber wird er einen neu und von ihm selbst edel gestylten Evo VII zünden, der von Race Rent Austria eingesetzt wird.

Lietz fiebert bereits der Herbstrallye entgegen: „Wir wohnen ja nur 20 Kilometer entfernt, sodass Leiben wie eine Heimrallye für mich ist. Ich muss mich erst wieder an den festen Untergrund gewöhnen - aber ein Podiumsplatz sollte auf alle Fälle möglich sein.“

Wer wird Vizemeister?

Eine Umgewöhnung steht auch Michael Kogler bevor – der Lokalmatador, der die Herbstrallye bereits 2009 gewinnen konnte und die letzten beiden Jahre als „Rallye-Globetrotter“ bei internationalen Events wie der Sanremo- oder der Korsika-Rallye am Start war, steigt zum ersten Mal in einen Citroen DS3 R3. Eingesetzt wird der 2wd-, also vorderradangetriebene Bolide von Jaga Motorsport - jenem Team, das zuletzt mit Achim Mörtl in Admont den 2wd-Sieg einfahren konnte.

Hinzu stoßen die Mechaniker vom Prefa Rallye Team Austria, das auch als Bewerber auftritt. Kogler, der mit Leopold Welsersheimb auf dem „heißen Sitz“ antritt, kann den Start nicht mehr erwarten: „Zum einen, weil hier so viele Freunde und Fans zuschauen kommen. Zum anderen, weil ich neugierig bin auf das für mich neue Auto. Und schließlich sind es die Sonderprüfungen in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin – was gibt es schöneres, als hier vor meinen Freunden zu fahren?“

In der 2wd gilt Kogler als Topfavorit, doch der Melker hat zudem die Chance, noch Vizemeister der ARC zu werden. Dafür muss er den zurzeit auf dem zweiten Tabellenrang liegenden Alfons Nothdurfter schlagen – er fährt einen historischen Boliden, einen Ford Sierra Cosworth 4x4.

17 Historische heizen kräftig ein

Die Historischen nehmen in der ARC eine ganz besondere Rolle ein, denn sie eröffnen geschlossen das Feld. 17 historische Rallyeboliden sorgen für ein breites Farbspektrum, sieben unterschiedliche Marken sind am Start.

Die Klubmeisterschaft von Historic-Haudegen Sepp Pointinger feiert in Leiben ihr „Grande Finale“. Bei den älteren Boliden kämpfen Johann Derler im BMW 2002 ti und Thomas Nemeth im Ford Escort RS2000 MkII um den Titel. Doch Nemeth führt auch im Historic Rallye Pokal, der in Leiben den vorletzten Lauf abhält. Dort heißt sein Gegner Günther Stampfl, der einen Opel Ascona A bewegt. Keine Titel- oder Pokalchancen hat Willi Rabl, doch mit seinem pfeilschnellen Porsche 911 zählt er auf den schnellen Leiben-Prüfungen zu den Kandidaten für den Tagessieg der Historischen.

„Ich will richtig Gas geben!“

Neben dem oben erwähnten Alfons Nothdurfter könnte auch der legendäre Kurt Göttlicher ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Göttlicher, der am vergangenen Samstag seinen Sechziger feierte, führt mit seinem Ford Sierra Cosworth sowohl bei den „Youngtimern“ der Klubmeisterschaft als auch im Historic Rallye Pokal II für jüngere Baujahre in der Tabelle. Mit ein wenig Glück könnte sich der Charakterkopf gleich beide Titel schnappen. In beiden Tabellen heißt sein schärfster Verfolger Christian Maier im VW Golf GTI 16V.

Doch Kurt Göttlicher winkt ab: „Ich will am Samstag nicht an irgendwelche Tabellen denken, ich will richtig Gas geben – entweder sind wir schnell, oder wir fliegen ab!“ Lachend fügt er hinzu: „Bei meiner ersten Leiben-Rallye habe ich den Wagen gleich einmal im Wald vernichtet. Wenn es so kalt wird, wie es die Prognosen voraussagen, dann wird es im Wald richtig unlustig. Aber die Prüfungen sind wirklich toll – es sind zwar einige bekannte Strecken dabei, doch wir fahren sie in die andere Richtung. Besonders toll wird der Rundkurs am Samstagnachmittag. Die erste SP ist dafür richtig schnell, da werden wir den fünften Gang ausdrehen.“

Opel Corsa Cup: Feiert Wollinger?

Den vorletzten Lauf bestreitet auch der Opel Corsa OPC Rallye Cup in Leiben – zehn Cup-Boliden werden an den Start gehen. Wie schon im Vorjahr heißt der große Dominator des Markenpokals Daniel Wollinger.

Der frühere Junioren-Staatsmeister ist heiß darauf, sich auch heuer vorzeitig zum Champion zu küren: „Die Streckenführung der Rallye liegt mir, hier habe ich mit meinem Sieg im Vorjahr den Titel frühzeitig fixiert und darauf bin ich auch heuer fokussiert. Rene Rieder, Christoph Leitgeb und die anderen Konkurrenten werden es mir sicher nicht leicht machen.“

ART-Leader Mühlberger am Start

Auf welche Teams muss man sonst noch aufpassen? Mit wem muss man noch rechnen? Da sind zum Beispiel Roman Mühlberger, der Tabellenleader in der Austrian Rallye Trophy (ART) und sein schon etwas abgeschlagener Verfolger Reinhold Neulinger, die beide einen Mitsubishi Lancer Evo VII pilotieren.

Aus Deutschland kommt Maximilian Koch in einem Subaru Impreza WRX STI, auch Tschechien wird Jiri Pertlicek junior mit einem Evo IX anreisen. Auch Gerhard Riegler ist einiges zuzutrauen, er hat bei der Weiz-Rallye seinen ersten Sieg in der Gruppe H erringen können. Mit Harald Ruiner tritt der ARC-Champion des Jahres 2010 in einem Nissan Z350 an. Reinhard Mitterauer ist der ARC-Vizemeister aus 2011, der am kommenden Wochenende einen Toyota Celica GT Four pilotieren wird.

Rallyestart um 8 Uhr

Nach der Besichtigung am Freitag startet die Remus Herbstrallye Leiben am Samstagmorgen um 8.00 Uhr vor dem Schloss Leiben. Um 8.33 Uhr wird mit der 10,74 km langen SP 1 „Braunegg“ die erste Sonderprüfung gestartet. Die letzte der insgesamt acht Sonderprüfungen (104,88 Wertungskilometer, Gesamtdistanz 293,94 km) wird um 19.03 Uhr in Angriff genommen – wenig später werden die Tagessieger aus Allrad, 2wd und Historisch ebenso feststehen wie die verschiedenen Meisterschafts- und Pokalbewerbe.

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