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ORM: Schneebergland-Rallye

Einmaliges Starterfeld im Schneebergland

27 Teams aus vier Nationen haben ihre Nennung für die 8. Schneebergland Rallye am 24. Juni rund um Rohr im Gebirge abgegeben.

Fotos: Harald Illmer

Absolut einmalig ist bei der Schneebergland Rallye 2017 der Anteil der WRC- und R5-Piloten, die rund dreißig Prozent des gesamten Teilnehmerfeldes ausmachen werden. Außerdem ist das extrem hohe fahrerische Können der Startenden hervorzuheben, das bei den anstehenden Sonderprüfungen unabdingbar ist. Eine kurze Vorschau liest sich wie ein Best-of der schnellsten Piloten Österreichs.

Hermann Neubauer, Raimund Baumschlager und Gerwald Grössing bilden mit ihren World Rally Cars (und Andreas Aigner im Škoda Fabia R5) die eigentlich neue, aber doch schon gewohnte Speerspitze in der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft. Besonders spannend wird hierbei der erste Einsatz von Baumschlagers VW Polo R WRC auf losem Untergrund. Quasi der Vater des startenden Polo hat im Jahr 2015 das Schneebergland, genauer einen Abschnitt der Sonderprüfung „Haraseben" bereits besichtigt, allerdings unter der Führung des Rally-Weltmeisters Sébastien Ogier. Ob der Sohnemann mit dem österreichischen Rekord-Staatsmeister am Steuer einen ebenso guten Eindruck hinterlassen wird, wird der Nachmittag des 24. Juni zeigen.

Hermann Neubauer und Gerwald Grössing haben letztes Jahr alle Sonderprüfungsbestzeiten unter sich und ihren Ford Fiesta WRC ausgemacht. Obwohl Lokalmatador Grössing mehr Prüfungen gewinnen konnte, setzte sich in der Gesamtwertung der Lungauer Neubauer mit 8,8 Sekunden Vorsprung durch. Nach dem bisherigen Verlauf der Staatsmeisterschaft, kann das Endergebnis jedoch nur knapper ausfallen - welcher der drei WRC-Piloten die besten Karten hat ist völlig offen.

Der Kreis der Podestanwärter ist damit aber noch nicht ausgeschöpft: Hinter den World Rally Cars warten gleich sieben R5-Piloten auf ihre Chancen, ein Wörtchen um das Podium oder gar den Sieg mitzureden. An erster Stelle der erfahrene Niki Mayr-Melnhof, der seinen Ford Fiesta R5 schon die bisherigen Meisterschaftsläufe über schnell und gekonnt bewegt hat. Der Umstieg vom Rundstreckensport in die Rallyeszene ist längst abgeschlossen und die Hoffnung auf Ausfälle der stärkeren WRC-Boliden erfüllte sich bislang bereits einige Male.

Christian Schuberth-Mrlik wird endlich wieder in den Škoda Fabia R5 zurückkehren, nachdem er seinen bei der Wechselland Rallye geplanten Start leider aus budgetären Gründen absagen musste. In den letzten Jahren zeigte der Niederösterreicher im Schneebergland mehrmals großes Können, viele gute Sonderprüfungszeiten und einen besonders großen Fanclub. Heuer musste er seine Co-Pilotin Elke Aigner an Gerwald Grössing abgeben, die Deutsche Jasmin Kramer wird ihr eine würdige Nachfolgerin sein.

Ein bisher unbeschriebenes Blatt in dieser Fahrzeugklasse ist der Ungar Zoltán Szabó, der seinen ersten R5-Start in Österreich mit einem Škoda Fabia bei der Schneebergland Rallye absolvieren wird.

Zwei weitere R5-Piloten, Gerald Rigler und Franz Sonnleitner werden je einen Ford Fiesta steuern, Rallycross-Legende Walter Mayer zündet noch ein Mal seinen bekannten Peugeot 208 T16 R5.

Last but not least, die Überraschung schlechthin: Zum ersten Mal in einem modernen, siegfähigen Fahrzeug im Schneebergland zu starten und wohlbehalten ins Ziel zu kommen ist nur absoluten Ausnahmekönnern am Lenkrad zuzutrauen. PWRC-Weltmeister Andi Aigner (erster Start im Schneebergland im Škoda Fabia R5) und Kris Rosenberger, österreichischer Staatsmeister 1997 (erster Start im Ford Fiesta R5 überhaupt), könnte dieses Kunststück gelingen. Nicht zu vergessen: Andreas Aigner hat als momentan Dritter in der Staatsmeisterschaft als R5-Pilot sogar Chancen auf den Meistertitel. In der ORM 2WD ist die Ausgangslage prekär: Die drei Führenden der Meisterschaft (Daniel Wollinger auf Opel Corsa OPC, Michael Kogler auf Citroen DS3 R3 T und Julian Wagner auf Opel Adam R2) stehen alle am Start und werden sich wohl einen Sekundenkrimi liefern - bei diesen schwierigen Prüfungen ein Tanz auf Messers Schneide. Lachende Vierte könnten dabei Christoph Zellhofer (Suzuki Swift), Kristof Klausz (Peugeot 208 R2), Wolfram Doberer (Opel Corsa OPC) oder Thomas Mosburger (Opel Corsa OPC) werden.

Zu guter Letzt wird unter den historischen Fahrzeugen starker Wettbewerb herrschen: Der bekannte Ford Escort RS 2000 von Lokalmatador Oskar Hebenstreit hat einen Opel Astra (mit Christian Schandera), einen Mercedes 190E (mit Roman Pumper) und einen Volvo 740 (mit Martin Ritt) zum Gegner. Hochachtung vor allen Fahrzeugen älteren Baujahres sowie ihrer Chauffeure, die sich dieser Herausforderung stellen.

Die Schneebergland Rallye 2017 vereint mit diesen und weiteren Piloten das „Who is Who“ der heimischen Rallyelandschaft beim einzigen rein auf Schotter ausgetragenen Meisterschaftslauf. Die Prüfungen sind bereits fertig präpariert und erwarten sehnsüchtig den Ansturm des Motorsporttrosses am 23. Juni.

Der Start des für Zuschauer und Aktive unvergleichlichen Rallyegenusses erfolgt am 24. Juni um 9:00 Uhr in Rohr im Gebirge. Der Zieleinlauf erfolgt um 17:00 Uhr ebendort.

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