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ERC: Lettland-Rallye

Ilka Minor: Spektakulärer Abflug bei ERC-Rallye in Lettland

Ilka Minor spricht über ihren spektakulären Abflug mit Eyvind Brynildsen bei der Lettland-Rallye und die Erwartungen mit Hening Solberg in Spanien...

Fotos: minor.at

In der Türkei sorgten Ilka Minor und Henning Solberg mit einer Meisterleistung für Aufsehen – bei der Europameisterschafts-Rallye von Lettland war es ein mehrfacher, brutal aussehender Überschlag an der Seite von Eyvind Brynildsen, der den Fans den Atem raubte. Schon am Sonntag startet Ilka das nächste Abenteuer: Anreise zur Spanien-Rallye (25.-28.10.), wo sie mit Henning Solberg wieder einen Skoda Fabia R5 pilotiert...

Nach dem sensationellen Weltmeisterschafts-Comeback bei der Türkei-Rallye, wo sie an der Seite von Henning Solberg in einem Skoda Fabia R5 den „WRC2-Sieg“ (nicht in der WRC2 eingetragen) und den unglaublichen sechsten Gesamtrang erringen konnte, gelang es Ilka Minor, bei der Niederösterreich-Rallye Johannes Keferböck zu dessen Vizestaatsmeistertitel zu navigieren. Am vergangenen Wochenende kam es erneut zu einem Einsatz auf internationalem Top-Level: Gemeinsam mit dem 30-jährigen Norweger Eyvind Brynildsen startete Ilka in einem Ford Fiesta R5 bei der zur Rallye-Europameisterschaft (ERC) zählenden Lettland-Rallye.

Dieser Einsatz kam relativ kurzfristig zustande. Der norwegische Pilot, der 2005 mit einem Volvo 940 losgelegt und es bis in der WM geschafft hat und die in Wien lebende Kärntnerin verstanden sich jedoch vom ersten Treffen an prächtig: „Am Vorabend des ersten Besichtigungstages haben wir uns am Abend auf dem Flughafen zu einem Abendessen getroffen und es war vom Gefühl her so, als wären wir schon öfter miteinander gefahren.“ Nachsatz mit Augenzwinkern: „Er hat dann auch gleich auf mich gehört, wenn ich ihn gerufen habe.“

“Gut eingespielt“

Die hyperschnellen Sonderprüfungen der Lettland-Rallye waren auch für Eyvind Brynildsen neu – zudem fuhr er zuletzt mit einem Landsmann als Copilot: „Eyvind fuhr daher zum ersten Mal wieder mit englischem Aufschrieb – aber wir waren von Beginn an gut aufeinander eingespielt, auf den schnellen Strecken mit ihren blinden Kuppen brauchst du absolutes Vertrauen in den Schrieb und in den Copiloten.“

Brynildsen musste sich erst wieder eingewöhnen, da er zuvor drei Monate lang nicht im Rallyeauto saß. Was am ersten Tag hinzukam: „Wir sind ständig in den Drehzahlbegrenzer gekommen.“ Brynildsen monierte: „Ich würde einen weiteren Gang benötigen.“

Am Ende des ersten Tages, nach sechs Sonderprüfungen, belegten Eyvind Brynildsen und Ilka Minor dennoch den guten sechsten Platz – vom zweiten Tag haben sich die beiden aber noch mehr erhofft: „Die Strecken haben besser gepasst.“ So konnte sich das norwegisch-österreichische Duo am Samstag vorarbeiten – nach den Vormittags-Prüfungen belegte man zwar immer noch den fünften Platz, doch auf Platz drei fehlten lediglich 9,3 Sekunden. „Die wollten wir natürlich aufholen“, erzählt Ilka…

“Heck wurde leicht“

Doch gleich auf der ersten Nachmittags-Prüfung kam es zu einem heftigen Abflug: „Es war eine schnelle Rechtskurve, eine Rechts 5, die leicht zugemacht hat. Ich habe noch gespürt, wie das Heck leicht wurde, dachte aber nicht, dass wir abfliegen werden. Denn das passiert manchmal eben - dass das Heck leicht wird.“

Diesmal jedoch kam es zu einem, auf den Videos grauenhaft aussehenden, Crash. Der knallgelbe Bolide überschlägt sich rund achtmal, dreht sich um die eigene Achse, ehe er an einem Baum zum Stillstand gelangt – auf der Beifahrerseite liegend. Ilka schildert: „Der Unfall war wirklich heftig – aber es ist uns glücklicherweise nichts passiert. Ich musste dann durch die Fahrertüre aus dem Auto klettern.“

An eine Weiterfahrt war natürlich nicht zu denken. Bitter für die österreichischen Rallyefans: Auf der nächsten Prüfung flog auch der neue Staatsmeister, Niki Mayr-Melnhof von der Strecke, dem Ilka ein Kompliment ausspricht: „Niki schlug sich bei seinem ERC-Debüt extrem gut – leider hatte er wie wir kein Glück...“

“Petter schlagen“

Schon am kommenden Sonntag startet Ilka Minor ins nächste Abenteuer: Bei der spanischen WM-Rallye in Katalonien startet sie wieder mit Henning Solberg in jenem Toksport Skoda Fabia R5, mit dem die beiden in der Türkei für Aufsehen sorgen konnten.

Dass man beim vorletzten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft ähnlich gut abschneiden kann wie bei der „türkischen Prügelorgie“, wird eher etwas schwieriger. Doch Henning Solberg hat dort zumindest ein Ziel – wie Ilka lachend erklärt: „Dort startet sein Bruder Petter in einem VW Polo R5 – ihn will er unbedingt schlagen!“

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