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Rallye Weiz: alle Toppiloten am Start
Harald Illmer

Starterfeld sorgt für Hochspannung vor nächstem ORM-Lauf

Und das wortwörtlich: Denn zum Duell Neubauer-Wagner kommt Baumschlager im Elektro-Boliden. Auch internationale Starter werden das Feld in der Oststeiermark aufmischen

Insgesamt 93 Teams sind es also, die sich dem Abenteuer Rallye Weiz 2021 stellen. 75 davon duellieren sich im Rahmen der Österreichischen Staatsmeisterschaft, die restlichen 18 kämpfen auf internationaler Ebene um den Sieg in der FIA Historic Rally European Championship (EHRC 2021) bzw. der FIA ERT Central Rally Trophy.

Aus nationaler Sicht gibt sich beim zweiten Staatsmeisterschaftslauf des Jahres praktisch die gesamte Hautevolee ein Stelldichein in der Oststeiermark. Jeder einzelne für sich selber ist fokussiert auf den persönlichen Erfolg, aber alle gemeinsam sind sie vollkommen einig in einer Sache – dem nahezu euphorischen Glücksgefühl, ihre Boliden endlich wieder vor Publikum bewegen zu dürfen.

ORM
Wie bereits der in jeglicher Hinsicht turbulente Auftakt im Schneebergland gezeigt hat, dürfte das ultimative Titelduell heuer Hermann Neubauer gegen Simon Wagner heißen. Die beiden Toppiloten fuhren beim Schotterspektakel in einer eigenen Liga. Ob sie ihre herausragende Performance auch auf den Asphalt von Weiz projizieren können, wird sich weisen.

Hermann Neubauer kennt die Rallye Weiz wie seine Westentasche. Drei Triumphe stehen hier für den Salzburger Ex-Champion zu Buche. Im Ford Fiesta Rally2 greift er heuer wieder an. Das Wörtchen Sieg aber nimmt er nicht in den Mund. Neubauer: „Es wird super, endlich wieder vor Zuschauern fahren zu können. Die Rallye Weiz – das weiß man eh – ist meine absolute Lieblingsrallye. Das ist praktisch meine zweite Heimat. Da habe ich sehr viele Freunde.“ Bezüglich seiner Erwartungen kommt Neubauer noch einmal auf den Saisonstart zu sprechen. „Ich möchte eine fehlerfreie Rallye bestreiten und hoffe so einige Ungereimtheiten aus der Vergangenheit vergessen machen zu können.“

Der Oberösterreicher Simon Wagner freut sich auf eine ganz besondere Ehre. „Ich habe das Privileg, in Weiz mit einer Limited Edition des Skoda Fabia Rally2 Evo fahren zu dürfen. Davon gibt es nur 12 Stück weltweit. Ich bin hier 2016 zum letzten Mal gefahren, mit einem Allrad wie diesmal überhaupt noch nie. Viele Prüfungen sind für mich neu bzw. werden jetzt in die andere Richtung gefahren. Von da her ist der Hermann klar im Vorteil. Aber ich werde trotzdem versuchen, ihn zu fordern. Sonst könnt‘ ich ja gleich daheim bleiben auch.“

Ein brandheißes Verfolgerfeld des Favoritenduos bildet sich aus den beiden Steirern Günther Knobloch (Skoda Fabia Rally2), der wie immer penibelst vorbereitet in die Rallye gehen wird, und Kevin Raith, der im gleichen Team und auch im gleichen Fabrikat (Ford Fiesta Rall2) wie Hermann Neubauer sitzt. Johannes Keferböck muss man auch immer auf der Rechnung haben. Im Skoda Fabia Rally2 des einstigen Jännerrallye-Siegers sitzt mit Co-Pilotin Ilka Minor auch wieder jede Menge WM-Erfahrung.

Internationale Starter in einem Ford Fiesta Rally2 sind auch der Tscheche Erik Cais und der Deutsche Björn Satorius. Der erst 21-jährige Cais kann aus dem Jahr 2020 zwei und heuer einen Sieg in seiner Heimat vorweisen. Zuletzt fuhr er bei der Rally Liepaja in Lettland auf den starken achten Gesamtrang. Björn Satorius (30) war in Weiz schon öfters dabei, zuletzt 2016 erreichte er mit Platz fünf seine beste Platzierung.

Die ultimative Herausforderung aller Benziner freilich kommt aus Oberösterreich. Quasi unter dem Motto „Auf leisen Sohlen kommt der Feind“ pirscht sich Raimund Baumschlager als absolute Weltpremiere in einem reinen Elektro-Boliden an die Spitze heran. Der surrend-pfeifende Skoda Kreisel RE-X1 des Rekord-Staatsmeister hinterließ bei seiner offiziellen Präsentation letzte Woche im niederösterreichischen Teesdorf einen unglaublich dynamischen Eindruck. Und obwohl Raimund Baumschlager tiefstapelt („Ich freue mich, dass ich bei der Entwicklung dieses faszinierenden Projekts von Beginn an mithelfen kann. In erster Linie wollen wir in Weiz einen weiteren Schritt in unserer Lernphase machen“), ist jedem Rallye-Kenner bewusst, dass sich ein Siegertyp wie er, wohl nicht in einen Boliden setzt, mit dem er nicht zumindest ganz weit vorne mitfahren kann. Ausreichend getestet wurde jedenfalls schon seit Monaten.

Ein fixer Bestandteil der Rallye Weiz ist auch diesmal das dynamische S2000-Duo Gernot Zeiringer und Stefan Fritz. Und aus dem Zweikampf der beiden Local Heroes wird diesmal sogar ein Dreikampf. Denn mit dem Deutschen Thomas Lorenz bringt ein weiterer Pilot einen Skoda Fabia S2000 an den Start. Der Birkfelder Gernot Zeiringer hat bei der slowenischen Rallye Velenje seine Reflexe wieder aufgefrischt, der Ur-Weizer Stefan Fritz erledigt das an diesem Wochenende noch bei der Rallye Bohemia in Tschechien. Die Erwartungen der drei klingen, als hätte sie nur ein einziger gesagt: „Auf jeden Fall bester S2000 im Feld zu werden, vor allem aber, ins Ziel zu kommen.“

Neben den lautstarken S2000-Heulern wird auch Kris Rosenberger wieder einen bleibenden Eindruck für Augen und Ohren hinterlassen. Mit seinem Porsche 977 GT3 will der Wahl-Grazer aber auch im Endklassement prominent aufscheinen.

Die Oberösterreicher Michael Lengauer, Robert Zitta (beide Subaru Impreza WRX), Markus Steinbock (Hyundai New Gen i20), die schnellen Niederösterreicher Martin Kalteis (Mitsubishi Lancer Evo VII), Ricardo Holzer (Mitsubishi Lancer Evo 6.5) und Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX Proto) sowie der Steirer Enrico Windisch (Audi A1 R4) sind ein weiterer Auszug aus einem hochkarätigen ORM-Starterfeld in Weiz.

ORM-2WD
Nicht nur das Feld der Allradler ist imponierend in Weiz, auch die zweirad-getriebene Kategorie ORM-2WD glänzt durch ein qualitativ bärenstarkes Ensemble.

Stellvertretend dafür seien hier erwähnt: Martin Rossgatterer (Ford Fiesta R4) – der Oberösterreicher holte im Schneebergland den 2WD-Sieg. Michael Kogler (Citroen DS3 R3T) – der 37-jährige Routinier mit WM-Erfahrung feierte heuer bei der ARC-Blaufränkisch-Rallye nach zweieinhalb Jahren Pause ein Comeback. Roland Stengg (Opel Corsa R4) – der Sohn von Ex-Staatsmeister Willi Stengg lenkt in Weiz einen brandneuen Boliden. Michael Röck (Opel Corsa R4) – auch der talentierte Steirer kommt nach einer schöpferischen Pause wieder in den Rallye-Zirkus zurück. Daniel Mayer (Peugeot 208 R2) – der Sohn von Rallye-Legende Walter Mayer gewann zum Auftakt im Schneebergland die Juniorenwertung. Fabian Zeiringer (Peugeot 20 R2) – der Sohn von S2000-Pilot Gernot Zeiringer ist als ehemaliger Profiskiläufer ans Tempo gewöhnt. Christoph Lieb und Lukas Stengg (beide Opel Adam) und Luca Pröglhöf (Ford Fiesta 1,6) – zählen zu den schnellsten nationalen Nachwuchshoffnungen. – Garniert wird die 2WD-Meisterschaft in Weiz durch eine Heerschar an einheimischen Protagonisten, die noch in einer gesonderten Aussendung vorgestellt werden.

ORM Junior
Mit dem Tschechen Daniel Polasek (Ford Fiesta R4) sowie den Österreichern Roland Stengg (Opel Corsa R4), Daniel Mayer (Peugeot 208 R2), Fabian Zeiringer (Peugeot 20 R2), Michael Röck (Opel Corsa R4), Christoph Lieb, Lukas Stengg (beide Opel Adam) und Luca Pröglhöf (Ford Fiesta 1,6) umfasst das Feld der besten jungen Talente in Weiz acht Starter.

ORC
Auch im österreichischen Rallye Cup (ORC) bzw. ORC 2000 finden sich in einem großen Teilnehmerfeld interessante Namen wie z. B. stellvertretend Michael Lengauer (Subaru Impreza WRX), Martin Kalteis (Mitsubishi Evo VII), Ricardo Holzer (Mitsubishi Evo 6.5), Gerald Bachler (Subaru Impreza WRX), Reini Sampl (Audi TTS), Markus Kroneder, Gerald Hopf (beide Opel Corsa OPC) oder Christian Turcsanyi (Mazda 323 GT-R).

HRM
Für die nationale Historische Staatsmeisterschaft bzw. den Historischen Rallye Cup sind prinzipiell alle Teilnehmer an der FIA Historic Rally European Championship punkteberechtigt. Die EM-Starter gibt es in einer eigenen Aussendung. Die einheimischen historischen Piloten tragen prominente Namen und werden angeführt von Europameister Karl Wagner im Porsche 911. Auch der Tiroler Alfons Nothdurfter bringt seinen Ford Sierra Cosworth nach Weiz. Der Steirer Gert Göberndorfer hat mit seinem Opel Ascona B schon viele seiner Gegner hinter sich gelassen. Die beiden Niederösterreicher Lukas Schindelegger und Peter Schöller bilden ein rasantes Ford-Escort-Duett, und auch der Steirer Helmut Schwab ist mit seinem Mitsubishi Lancer Turbo 2.0 letztendlich nicht gänzlich chancenlos.

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