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WRC Finnland 2026: Bericht Sami Pajari ließ seinem Premierensieg in der WRC gleich den zweiten folgen
Toyota Racing

Nächster Pajari-Sieg nach Ogier-Drama

Zweiter WRC-Sieg in Folge für Sami Pajari: Der Toyota-Pilot gewinnt seine Heimrallye, nachdem Sebastien Ogier auf dramatische Weise ausscheidet. Keferböck/Minor auf Platz 2 der WRC Masters.

Toyota-Pilot Sami Pajari hat am Sonntag die Rallye Finnland, den zehnten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, gewonnen. Der 24-Jährige hatte bei seiner Heimrallye nach 20 Wertungsprüfungen über insgesamt 316,04 Kilometer im Ziel einen Vorsprung von 26,7 Sekunden auf seinen Teamkollegen Oliver Solberg. Elfyn Evans komplettierte auf Rang drei (+ 1:19,5 Minuten) den Dreifacherfolg von Toyota.

Pajari ließ damit seinem ersten WRC-Sieg gleich den zweiten folgen. Erst vor zwei Wochen hatte er bei der Rallye Estland erstmals bei einem WM-Lauf triumphiert. Zugleich schrieb Pajari WRC-Geschichte, denn es war der 200. Sieg eines finnischen Fahrers in der Rallye-WM.

"Es fühlt sich einfach fantastisch an. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Der erste Sieg in Estland war schon eine große Sache, aber ein Heimsieg ist immer etwas ganz Besonderes. Ein Sieg zu Hause war für uns Finnen zuletzt nicht gerade einfach, aber nach einer wirklich verrückten Rallye haben wir es geschafft", jubelte Pajari. Er ist der 14. Finne, der die Rallye Finnland gewinnen konnte, und liegt in der Gesamtwertung nun auf Rang zwei - 30 Punkte hinter Evans.

Unfall bringt Ogier um den scheinbar sicheren Sieg

Beim Erfolg bei der schnellen Schotterrallye in seinem Heimatland profitierte Pajari allerdings vom schweren Unfall seines Teamkollegen Sebastien Ogier.

Der neunmalige Weltmeister, der in Finnland erstmals seit 2021 wieder mit seinem langjährigen Beifahrer Julien Ingrassia antrat, hatte die Rallye seit Freitagmorgen angeführt und schien dem Sieg entgegenzufahren.

Am Samstag kam Ogier jedoch auf der 17. Wertungsprüfung aus bislang ungeklärter Ursache von der Strecke ab. Sein Toyota GR Yaris fuhr in einer Rechtskurve mit hoher Geschwindigkeit geradeaus und überschlug sich mehrfach. Ogier und Ingrassia konnten sich aus eigener Kraft aus dem Wrack befreien und erlitten keine ernsthaften Verletzungen. Die beiden verbrachten die Nacht jedoch zur Beobachtung im Krankenhaus.

Elfyn Evans hat nach Überschlag viel Glück

Vor seinem Ausfall hatte Ogier das Geschehen an der Spitze bestimmt. Er gewann drei der vier Prüfungen am Freitagmorgen und erarbeitete sich einen Vorsprung von 5,3 Sekunden auf den Sieger der ersten WP, Adrien Fourmaux (Hyundai). Am Freitagnachmittag baute Ogier seine Führung auf 16,3 Sekunden aus, als sintflutartiger Regen für Chaos sorgte.

Fourmaux gehörte zu den Piloten, die es am härtesten trafen. Er räumte zynisch ein, dass er auf den Prüfungen eher ein Boot als ein Auto gebraucht hätte. Wegen der extremen Bedingungen fiel Fourmaux vom zweiten auf den sechsten Platz zurück, während Evans, der das beste Wetter erwischte, hinter Pajari auf Rang zwei kletterte.

Mit einer nun besseren Startposition setzte Evans den führenden Ogier unter Druck und verkürzte den Rückstand auf den neunmaligen Weltmeister auf 11,6 Sekunden, ehe das Drama auf WP 14 seinen Lauf nahm: Evans geriet zu weit nach außen, überschlug sich mit seinem GR Yaris und blieb anschließend im Graben stecken. Der Toyota-Pilot verlor 1:49 Minuten und fiel vom zweiten auf den fünften Platz zurück.

Sami Pajari lässt am Schlusstag nichts mehr anbrennen

Damit ging Ogier mit einem komfortablen Vorsprung von 22,7 Sekunden auf Pajari in den Samstagnachmittag, ehe sein Unfall die Geschichte der Rallye völlig veränderte. Durch Ogiers Ausfall erbte Pajari die Führung mit einem Vorsprung von 46,4 Sekunden auf Solberg. Der Schwede hatte zu Beginn der Rallye große Mühe gehabt, das richtige Gefühl für seinen Toyota zu finden, und gehörte am Freitagnachmittag ebenfalls zu den Opfern des Starkregens.

Pajari ließ am Sonntag auf den beiden Durchgängen der 30 Kilometer langen Prüfung Himos-Jamsa nichts mehr anbrennen und fuhr den emotionalen Sieg sicher nach Hause.

Solberg rettete den zweiten Platz und sicherte sich zudem den Sieg in der Sonntags-Wertung - trotz offensichtlicher Schmerzen. Nach einer harten Landung nach einem Sprung auf der vorletzten WP, die er dennoch gewann, musste der Monte-Carlo-Sieger zu Schmerzmitteln greifen.

Enttäuschende Rallye für Katsuta und die Hyundai-Piloten

Evans kämpfte sich am Samstagnachmittag an Fourmaux vorbei und belegte am Ende Rang drei. Der Walisische Pilot gab offen zu, dass er nach seinem Fehler am Samstag noch viel Glück hatte, wieder auf das Podium zu fahren.

Fourmaux, der am Freitag noch um den Sieg mitgekämpft hatte, beendete die Rallye auf dem vierten Platz. Thierry Neuville (Hyundai) erholte sich von einem Unfall auf WP 5, bei dem die vorne links beschädigte Aufhängung seines i20 N Rally1 repariert werden musste, und rettete Rang fünf. Dennoch war es eine weitere enttäuschend Rallye von Hyundai.

Toyota-Pilot Takamoto Katsuta belegte den sechsten Platz. Der Japaner kämpfte am Freitag mit dem Tempo und verlor zwei Minuten wegen einer beschlagenen Windschutzscheibe. Auf der Powerstage büßte er den fünften Platz vollends ein, als er gegen mehrere Bäume prallte.

Weiter geht es in Paraguay

Josh McErlean (M-Sport-Ford) gehörte zu den wenigen Piloten mit einer fehlerfreien Rallye und wurde Siebter. Seine Teamkollegen Jon Armstrong und Martins Sesks hatten dagegen weniger Glück: Armstrong nahm die Rallye am Samstag wieder auf, nachdem er auf WP 3 im Graben gestrandet war. Sesks lag zeitweise auf einem starken fünften Rang, ehe ihn auf WP 14 ein heftiger Überschlag bei hoher Geschwindigkeit aus dem Rennen riss.

Für Hyundais dritten Fahrer Esapekka Lappi war die Heim-Rallye bereits am Freitag frühzeitig beendet: Nach einem Überschlag auf WP 4 beschädigte er seinen i20 N am Überrollkäfig so schwer, dass er für den Rest des Events ausfiel. In der WRC2-Wertung triumphierte Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala.

Johannes Keferböck und Ilka Minor(Toyota GR Yaris Rally2) landeten im WRC Masters Cup hinter Ugur Soylu auf Platz zwei.

Weiter geht es in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) vom 27. bis zum 30. August mit der Rallye Paraguay, einem weiteren Lauf auf Schotter.

Motorsport-Total.com

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