RALLYE

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Saurier-Ballett

Es war die mit Abstand bizarrste, und fulminanteste Vorstellung, die man bei der diesjährigen Herbst-Rallye von einem Rallye-Teilnehmer sehen konnte.

Was Thomas Steinmayer mit seinem Volvo 740 an Kunststücken aufgeführt hatte, übertraf so gut wie alles, was selbst langjährige Rallye-Beobachter bisher an stilistischen Höhepunkten erleben durften. Spektakulärer geht es wirklich kaum noch.

Auch was das Thema Schnelligkeit auf Asphaltstrecken mit einem solchen Langschiff betrifft, ging Thomas Steinmayer an die absoluten Grenzen. Wahrscheinlich hat er sich gerade deswegen im wahrsten Sinn des Wortes manchmal ein wenig zu weit hinausgelehnt, sodaß der Volvo zu viel „Schlagseite“ bekam und der Drift sich zu einem Dreher auswuchs (vor allem beim Rundkurs Seiterndorf passierte das einige Male), was Markus Stachl die Möglichkeit eröffnete, kurzzeitig in Führung (VOC) zu gehen. Thomas Steinmayer und Herbert Wagner schafften es aber locker, so viel an Zeit zurückzugewinnen, daß sie auch diesmal die Volvo-Wertung wieder überlegen gewinnen konnten.

Erfreulicherweise aber muß man sagen – aus Sicht des österreichischen Volvo Original-Cups ist es erfreulich – die Gegner haben gewaltig aufgeholt. Markus Stachl war auf der ersten Prüfung schon auffallend nahe an Thomas Steinmayer dran, und auch Georg Gschwandner trat mit dem von Michael Klotz geliehenen Volvo 940 kurzzeitig extrem stark in Erscheinung. Doch das Limit bei den Volvos setzten einmal mehr Thomas Steinmayer und Herbert Wagner.

Sie waren einfach die schnellsten bei den „Schwedenbombern“, schon am Anfang und erst recht am Schluß. Lediglich im Mittelteil wurde es für sie gefährlich – der Rundkurs Seiterndorf war besonders anfällig für Pirouetten, und wenn man so fährt wie Thomas Steinmayer, der einfach keinen Respekt vor der Haftgrenze kennt, dann kann es schon bisweilen vorkommen, daß das Auto mit dem falschen Ende voran aus der Kurve herauskommt. Und die Kurskorrektur kostet bekanntlich Zeit...

Aber ein wenig Spannung schadet bekanntlich auch nicht, und zumindest für eine Prüfung durften Markus Stachl und Andreas Hadinger das Glücksgefühl genießen, die Volvo-Wertung trotz der Steinmayer-Konkurrenz anzuführen. Georg Gschwandner zeigte als schnellster Volvo-Chauffeur der vierten Prüfung ebenfalls auf, es scheint generell so, als wäre das fahrerische Niveau unter den österreichischen „Elch-Reitern“ sehr stark im Ansteigen. Das tut der Entwicklung des VOC-Cups natürlich absolut gut.

Nach wie vor aber sind hier Thomas Steinmayer und Herbert Wagner die Mannen, die es zu schlagen gilt – nach einer 43. Zeit auf der fünften Prüfung, abermals als schnellstes Volvo-Team – waren sie bei den Schwedenbombern wieder vorn. Und dann folgte noch eine VOC-Bestzeit...und noch eine...und noch eine. Und danach war auch die elfte Herbst-Rallye zu Ende.

Ein weiteres Erfolgskapitel also für Thomas Steinmayer und Herbert Wagner, die bisher jede ihrer gemeinsamen Rallyes als erfolgreichstes österreichisches Volvo-Team beendet haben. Und bekanntlich hatten auch schon die absoluten Stars aus Schweden leichte Schwierigkeiten, gegen die Primgeiger der Rallye-Gemeinschaft Triestingtal anzukommen. Eine Zeitlang konnte sich das Steinmayer Racing Team schon erfolgreich wehren...

Erfreulich auch, daß Thomas Steinmayer und Herbert Wagner bisher immer von technischen Ausfällen verschont geblieben waren. Sie sind das ultimative Siegerteam im österreichischen Volvo-Cup, das zeigt sich immer wieder. Auch dank ihres kompetenten Serviceteams, das diesmal aus Gerhard Openauer, Andreas Hulak und Wolfgang Scheitz bestand. Ein Großprojekt des Steinmayer Racing Teams wird es heuer noch geben: Die Waldviertel-Rallye. Man kann sich ausrechnen, daß dies ein ziemlicher Saisonhöhepunkt werden könnte.

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