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ARC: Schneerosen Rallye

Mrlik feiert den Gesamtsieg

Der umfassende Pressebericht zur Schneerosen-Rallye: Wie Mrlik den zweiten Sieg holen konnte –ARC-Sieg für den Ungarn Fischer, Könisgseder siegt im HRP.

Fotos: Daniel Fessl

Christian Mrlik feiert bei der Schneerosen-Rallye vor zahlreichen Fans und bei „Kaiserwetter“ seinen zweiten Gesamtsieg, Roman Mühlberger und Reinhold Neulinger landen auf dem Podium.

Die ARC-Wertung gewinnt der Ungar Daniel Fischer, den Historischen Rallyepokal angelt sich Günther Königseder im Lancia Delta Intergrale.

Großes Lob gab es für die neue Superspecial-Sonderprüfung auf dem „Dynamite Tours Offroad Park“.

Zunächst sah beim Auftakt zur Austrian Rallye Challenge, der Schneerosen-Rallye im Raum Raabs an der Thaya und Pfaffenschlag, alles danach aus, als würde der Tscheche Roman Odlozilik die Überlegenheit seines Ford Fiesta R5-Boliden ausspielen und einem klaren Sieg entgegenfahren. Doch nach vier Bestzeiten am Samstagvormittag musste Odlozilik mit Getriebeschaden aufgeben.

Das gleiche Schicksal ereilte Franz Sonnleitner bei seinem neuerlichen Comeback im Rallyesport: Nachdem er im Mitsubishi Lancer Evo IX auf der ersten Sonderprüfung lediglich vier Zehntelsekunden hinter Odlozilik die zweitschnellste Zeit markieren konnte, war auf SP2 Schluss: Ein Problem mit dem Turbo zwang Sonnleitner zur Aufgabe.

So blieben zwei Lokalhelden an der Spitze: Bezirksblätter Racing Team-Pilot Christian Mrlik, im Vorjahr der Sensationssieger der Waldviertel-Rallye, führte in seinem gelb-weißen Subaru Impreza WRX STI vor dem Mittagsservice nur 5,2 Sekunden vor Roman Mühlberger im Mitsubishi Lancer Evo VI. Für den Nachmittag kündigte sich ein Sekundenduell um den Sieg an.

Doch dann konnte Mrlik im ersten Nachmittagsdurchgang seinen Vorsprung mit einer weiteren Bestzeit (nach jener auf SP5) vergrößern: „Ich habe gewusst, dass wir es schaffen werden. Ich wusste, dass wir den nötigen Speed fahren können, ohne dabei zu übertreiben - ich habe einfach gespürt, dass unser Tempo passt, um den Sieg nachhause zu fahren.“

Als dann Mühlberger vor dem letzten Durchgang „abstellte“, sich also mit Platz zwei zufrieden gab, war der Weg frei für einen weiteren Sieg des sympathischen Waldviertlers, der am Ende jubelte und in Richtung seines Copiloten Leopold Welsersheimb, der für Julia Baier einsprang, erklärte: „Ich freue mich, dass ich auch mit Poldi so etwas erleben darf – schließlich fuhren wir früher viele Rallyes gemeinsam.“

Mühlberger wiederum war auch mit Platz zwei zufrieden: „Wir sind durchgekommen, es war eine schöne Rallye – und wir werden heuer noch in Zwettel und in Leiben an den Start gehen.“

Platz drei ging an Reinhold Neulinger im Evo IX, der erklärte: „Am Vormittag hatten wir ein paar Probleme, aber alles in allem war es ein wunderschöner tag. Ich wollte in die Top 5, habe mir insgeheim Platz zwei erhofft und am Ende ist es Platz drei geworden – was will man mehr?“ Die Top 3 der Gesamtwertung belegen allesamt auch die ersten drei Plätze der Austrian Rallye Trophy (ART) für moderne Turbo-Allradfahrzeuge.

Auf Gesamtrang vier landete mit dem Ungarn Daniel Fischer im Subuaru Impreza GC8 auch der Sieger der Austrian Rallye Challenge (ARC), er jubelte: „Das war eine wunderschöne Rallye, die Prüfungen haben mir sehr gut gefallen – jetzt wollen wir um den ARC-Titel kämpfen.“

Auf den Plätzen zwei und drei der in der ARC eingetragenen Piloten landeten der Deutsche Daniel Pauli im BMW E36 M3, der damit auch die Wertung der Junioren (JARC) für sich entscheiden konnte sowie Markus Steinbock in einem Mitsubishi Evo II, der damit der bestplatzierte Österreicher der ARC-Wertung wurde.

Sensationell verlief Simon Wagners erster Einsatz in einem modernen Rallyeboliden. Bei seinem Testeinsatz für die Rebenland-Rallye konnte Wagner im Peugeot 208 R2 als bester Pilot mit Zweiradantrieb den fünften Gesamtrang belegen und damit auch den Tschechen Patrik Rujbr im stärkeren Renault Clio R3 hinter sich halten, der auf Platz sieben landete.

Wagner zeigte sich rundum zufrieden: „Ein perfekter Test für das Rebenland, wir konnten sehr viel ausprobieren.“ Auch der jüngere Bruder von Simon, Julian Wagner, konnte bei seiner Rallyepremiere auf einem Ford Fiesta R1 überzeugen und am Ende Gesamtrang 20 belegen.

Rigler mit drei Bestzeiten

Aufregend verlief das S2000-Debüt des regierenden ARC-Champions Gerald Rigler: Am Vormittag drehte er sich mit seinem neuen Peugeot 207 S2000 – weil zugleich der Starter nicht funktionierte, musste er warten, bis ihn Fans anschoben, was ihn rund zwei Minuten kostete.

Am Nachmittag steigerte sich der Oberösterreicher gewaltig – mit einem Bestzeitenfeuerwerk (dreimal Schnellster) konnte er schließlich noch Platz sechs belegen. Rigler zeigte sich von seinem neuen Arbeitsgerät begeistert: „Langsam wird es ‚rennend‘ – aber ich brauche noch zwei Rallyes, da ist noch mehr drinnen. Jetzt freue ich mich auf unseren Start im Rebenland.“

Im Historischen Rallyepokal der OSK hätte Kurt Göttlicher wohl überlegen gewonnen, womöglich wäre er auch in der ARC-Wertung ganz vorne gelandet – wenn da nicht am Nachmittag etwas dazwischen gekommen wäre: „Wir haben auf der Verbindungsstrecke den Deckel des Kühlers verloren und haben diesen notdürftig mit dem Deckel einer Spraydose und Handtüchern ersetzt – doch die Aktion hat zwölf Minuten gekostet, was uns zwei Strafminuten wegen einer verspäteten Zeitkontrolle eingebracht hat.“ Den ARC-Titel hat Göttlicher dennoch nicht abgeschrieben: „Wir probieren es weiter.“

Den Sieg bei den Historischen konnte nach dem „göttlichen Malheur“ Günther Königseder auf einem Lancia Delta Intergrale feiern – ihm war es ein Anliegen, seine Mechaniker zu loben: „Meine Buben haben wirklich gut gearbeitet und ich möchte, dass man das auch erfährt.“ Für Göttlicher ging sich im HRP noch Platz zwei aus, dahinter landeten Norbert Tomaschek auf Platz drei.

Für Aufsehen sorgte auch der 370 PS starke Tesla S, der elektrisch betriebene Wagen wurde von Ella-Gründer Andreas Dangl als Vorausauto über die Prüfungen pilotiert.

Viele Neueinsteiger

Mehr als nur eine Handvoll Jungpiloten gaben bei der Schneerosen-Rallye ihr Debüt in einem Rallyeboliden, womit die Challenge ihrer Aufgabe als Einstiegsserie mehr als gerecht wurde.

Gut gemeint hat es mit den Aktiven und den zahlreichen Fans der Schneerosen-Rallye der „Wettergott“, denn vor allem am Nachmittag sorgte die Sonne für beste Stimmung.

Ins Schwärmen gerieten Fans und Aktive, wenn es um die neue Superspecialprüfung im „Dynamite Tours Offraod Park“ ging: Zahlreiche Zuschauer fanden sich auf dem Gelände des „Männerspielplatzes“ nahe Rappolz ein - jetzt wird darüber nachgedacht, dieses aufregende Gelände im kommenden Jahr noch mehr in die Rallye einzubauen.

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