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Rallye-WM: Analyse

WRCs bald hybridisiert oder elektrisch?

Vertreter der Rallye-WM und der FIA haben über die Zukunft der WRCs diskutiert; Hybrid- oder reine Elektroantriebe waren ein Thema.

Am Dienstag haben sich Vertreter des Automobilweltverbands FIA und der Rallye-WM-Teams sowie weitere Interessenvertreter in Genf getroffen. Bei dieser Gesprächsrunde in der Schweiz wollte man über die technische Zukunft der Topkategorie sprechen. Momentan befinden sich die WRCs im zweiten von fünf Jahren des derzeitigen Homologationszyklus, trotzdem will man schon bald die Weichen für die künftige Ausrichtung der Rallye-WM stellen.

Die Gespräche haben sich auch um die eventuelle Einführung von Elektromotoren oder Hybridantrieben gedreht. FIA-Präsident Todt, der zuletzt der Korsika-Rallye einen Besuch abgestattet hatte, würde gerne alternative Antriebe sehen, doch der Franzose weiß aus seiner Erfahrung als ehemaliger Co-Pilot und als Rennleiter von Peugeot, dass dies noch schwieriger zu bewerkstelligen ist als bei Rundstreckenrennen.

"Es gibt heute keinen Hersteller, der ein Auto bauen kann, das 200 Kilometer auf Rallyestrecken bei Rallyetempo zurücklegen und schnell aufgeladen werden kann", sagte Todt. "Momentan ist ausgeschlossen, dass man die Rallye-WM mit einem Elektroauto betreiben kann. Es ist sehr wichtig, verschiedene Kategorien zu haben, in denen unterschiedliche Arten neuer Technologie optimiert werden können. Es ist klar, dass wir in der Rallye-WM eine umweltfreundlichere Technologie einführen müssen."

Derzeit werden die World Rally Cars von 1,6-Liter-Turbobenzinern angetrieben, deren Leistung etwa 380 PS beträgt. "Die Welt verändert sich, die Automobilindustrie verändert sich, und der Rennsport verändert sich", so Todt; um das Engagement von Herstellern weiter zu rechtfertigen, müsse Hybridtechnologie eingeführt werden. Der Rallyesport stellt aufgrund seiner langen Etappen, teils sogar ohne Servicehalt, aber eine Besonderheit im Motorsport dar.

An geeigneten Elektroantrieben wird schon gearbeitet: M-Sport fertigt derzeit ein Auto an, das den ganzen Tag einer kürzeren, nationalen Rallye absolvieren können soll. Auch Stohl Racing hat bereits 2016 ein Elektrorallyeauto entwickelt und auf der Strecke eingesetzt. Prodrive, das Renault Méganes für die Rallycross-WM umgebaut hat, forscht ebenfalls an Elektroantrieben für Rallyeautos.

Ex-Citroën-Teamchef Yves Matton, der Anfang Februar den Posten als FIA-Rallyedirektor von Jarmo Mahonen übernommen hat, sagte: "Wir arbeiten bei der kurz- und langfristigen Evolution der WRCs eng mit den Herstellern zusammen. Es ist aber noch zu früh, um über Ergebnisse zu sprechen. Es ist aber wichtig, ihre künftigen Marketingziele zu berücksichtigen."

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