RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Interview

Smeets drängt auf neues WRC-Reglement

Obwohl schon länger nicht mehr in der Rallye-WM vertreten, drängt der Volkswagen-Motorsportchef auf ein neues Reglement für WRCs.

Seit Ende 2016 ist Volkswagen nicht mehr in der Rallye-WM vertreten, doch der Konzerns verfolgt die Meisterschaft weiterhin genau; Motorsportchef Sven Smeets macht sich gar Sorgen um ihre Zukunftsfähigkeit. "Die Rallye-WM braucht etwas, womit sie zukünftige Generationen erreicht", sagt er; insbesondere bei der Antriebstechnik müsse sich das Reglement vom reinen Benzinmotor wegentwickeln. "Wenn Sie mich aber fragen, wie die Zukunft aussehen wird, gibt es darauf keine einfache Antwort", weiß Smeets.

"Die Zeit für ein Elektroauto in der Rallye-WM ist noch nicht gekommen, das wäre sehr schwierig, aber irgendetwas muss passieren", behauptet der Belgier. Das 2017 eingeführte technische Reglement gilt noch bis mindestens Ende 2019, dürfte aber auch im nächsten Zyklus von 2020 bis 2022 gültig bleiben. Nach Ansicht von Smeets sollte der Automobilweltverband FIA allerdings schon früher mit den Planungen für die WRCs der nächsten Generation beginnen.

"Wir müssen über einen Fahrplan für das technische Reglement sprechen, was die nächsten Schritte sein sollen. Es wäre nicht gut, wenn wir bis 2022 mit den Entscheidungen warten", sagt Smeets und schlägt vor, das Reglement nur um zwei Jahre und damit bis Ende 2021 zu verlängern: "Dann hätten die Hersteller, die nächste Saison mitgerechnet, noch drei Jahre. Es wäre aber auch genug Zeit, um das Regelwerk zu ändern. Man muss die aktuell in der Meisterschaft vertretenen Hersteller respektieren, muss aber auch etwas tun, um neue Teams anzulocken."

"Bis Ende der nächsten Saison sollte die FIA meiner Meinung nach das Regelwerk stehen haben. Dann können es sich alle anschauen und entscheiden, ob es eingeführt wird", skizziert der frühere Beifahrer den gewünschten Zeitplan. Aus Sicht von Smeets sollten die Verantwortlichen der Rallye-WM nicht der Versuchung erliegen, die Zukunftsplanungen zu vernachlässigen. "Die Meisterschaft ist heute in einer sehr guten Position", sieht er die Situation wohl rosiger als mancher Hersteller oder Fan. "Dann kann einem schon mal der Gedanke kommen: 'Warum sollte ich etwas ändern, wenn es gut läuft?'"

Man müsse stets damit rechnen, dass Werke abspringen und unter dem laufenden Reglement kein Ersatz gefunden wird, berichtet Smeets wohl aus eigener Erfahrung, "Wie viele Hersteller klopfen derzeit an die Tür?", fragt Smeets virtuell FIA-Rallyedirektor Matton. "Ich habe mit Yves noch nicht darüber gesprochen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele sind. Die aktuelle Position ist zwar gut, aber gleichzeitig gefährlich, wenn einer sagt: 'Wir gehen und machen etwas anderes.'"

Sehr wohl unterhalten hat sich Smeets aber mit M-Sport-Boss Malcolm Wilson: "Ich habe vor kurzem mit Malcolm gesprochen, und er hat Recht, dass es sich die Rallye-WM nicht erlauben kann, nur mit zwei Herstellern zu fahren, aber wer garantiert einem, dass die vier aktuellen Hersteller auch in zehn Jahren noch da sind?" Nicht zuletzt aufgrund der ausbleibenden sportlichen Erfolge gilt manchem Beobachter vor allem Citroën als ein möglicher Wackelkandidat.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Interview

Weitere Artikel:

ARC, ET König Rallye: Bericht Neulinger

Marcel Neulinger triumphiert auch in Judenburg!

Marcel Neulinger setzte seine beeindruckende Siegesserie bei der ET KÖNIG Judenburg Rallye 2026 fort und holte den vierten Saisonsieg in der Steiermark!

ORF-Legende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein erinnert sich an die Akropolis Rallye 1976 und stellt Rudi Stohl die Frage: „1976 oder 2026?“

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ERC, Rally di Roma Capitale: Bericht

Lernrallye im ERC-Lernjahr

Österreichs Nachwuchs-Hoffnungen Maximilian Lichtenegger und Marcel Neulinger haben in Rom eines ganz sicher: Dazugelernt.

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.