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Rallye-WM: Interview

Smeets drängt auf neues WRC-Reglement

Obwohl schon länger nicht mehr in der Rallye-WM vertreten, drängt der Volkswagen-Motorsportchef auf ein neues Reglement für WRCs.

Seit Ende 2016 ist Volkswagen nicht mehr in der Rallye-WM vertreten, doch der Konzerns verfolgt die Meisterschaft weiterhin genau; Motorsportchef Sven Smeets macht sich gar Sorgen um ihre Zukunftsfähigkeit. "Die Rallye-WM braucht etwas, womit sie zukünftige Generationen erreicht", sagt er; insbesondere bei der Antriebstechnik müsse sich das Reglement vom reinen Benzinmotor wegentwickeln. "Wenn Sie mich aber fragen, wie die Zukunft aussehen wird, gibt es darauf keine einfache Antwort", weiß Smeets.

"Die Zeit für ein Elektroauto in der Rallye-WM ist noch nicht gekommen, das wäre sehr schwierig, aber irgendetwas muss passieren", behauptet der Belgier. Das 2017 eingeführte technische Reglement gilt noch bis mindestens Ende 2019, dürfte aber auch im nächsten Zyklus von 2020 bis 2022 gültig bleiben. Nach Ansicht von Smeets sollte der Automobilweltverband FIA allerdings schon früher mit den Planungen für die WRCs der nächsten Generation beginnen.

"Wir müssen über einen Fahrplan für das technische Reglement sprechen, was die nächsten Schritte sein sollen. Es wäre nicht gut, wenn wir bis 2022 mit den Entscheidungen warten", sagt Smeets und schlägt vor, das Reglement nur um zwei Jahre und damit bis Ende 2021 zu verlängern: "Dann hätten die Hersteller, die nächste Saison mitgerechnet, noch drei Jahre. Es wäre aber auch genug Zeit, um das Regelwerk zu ändern. Man muss die aktuell in der Meisterschaft vertretenen Hersteller respektieren, muss aber auch etwas tun, um neue Teams anzulocken."

"Bis Ende der nächsten Saison sollte die FIA meiner Meinung nach das Regelwerk stehen haben. Dann können es sich alle anschauen und entscheiden, ob es eingeführt wird", skizziert der frühere Beifahrer den gewünschten Zeitplan. Aus Sicht von Smeets sollten die Verantwortlichen der Rallye-WM nicht der Versuchung erliegen, die Zukunftsplanungen zu vernachlässigen. "Die Meisterschaft ist heute in einer sehr guten Position", sieht er die Situation wohl rosiger als mancher Hersteller oder Fan. "Dann kann einem schon mal der Gedanke kommen: 'Warum sollte ich etwas ändern, wenn es gut läuft?'"

Man müsse stets damit rechnen, dass Werke abspringen und unter dem laufenden Reglement kein Ersatz gefunden wird, berichtet Smeets wohl aus eigener Erfahrung, "Wie viele Hersteller klopfen derzeit an die Tür?", fragt Smeets virtuell FIA-Rallyedirektor Matton. "Ich habe mit Yves noch nicht darüber gesprochen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele sind. Die aktuelle Position ist zwar gut, aber gleichzeitig gefährlich, wenn einer sagt: 'Wir gehen und machen etwas anderes.'"

Sehr wohl unterhalten hat sich Smeets aber mit M-Sport-Boss Malcolm Wilson: "Ich habe vor kurzem mit Malcolm gesprochen, und er hat Recht, dass es sich die Rallye-WM nicht erlauben kann, nur mit zwei Herstellern zu fahren, aber wer garantiert einem, dass die vier aktuellen Hersteller auch in zehn Jahren noch da sind?" Nicht zuletzt aufgrund der ausbleibenden sportlichen Erfolge gilt manchem Beobachter vor allem Citroën als ein möglicher Wackelkandidat.

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