RALLYE

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Knapp verlorenes Österreicher-Duell

Nachdem dem erfolgreichen Ausflug voriges Jahr wagte sich Dr. Christian Nitsche samt Co Stefan Langthaler erneut ins tschechische Tisnov.

Mit dem als besonders zuverlässig und auch schnell bekannten Mitsubishi von Johann Holzmüller standen die Aussichten auf ein gutes Ergebnis von vornherein günstig. Der Ausgang war so weit auch tatsächlich zufriedenstellend, er hatte nur einen leichten Schönheitsfehler: Der Plöderl war schneller.

Nun, gewiß hat das sportlich keine gravierenden Auswirkungen, denn Dr. Christian Nitsche kann mit dem Mitsubishi Lancer Evo V ohnehin nicht punkten (Homologation nach dem 31.12.1997 erfolgt). Aber er hätte die Tisnov-Rallye gemeinsam mit Stefan Langthaler doch gerne als bestes österreichisches Team beendet: Immerhin geht es um die Ehre, das zählt allemal noch.

Dazu kam noch, daß sich während der ersten Hälfte des Asphalt-Schotter-Rodeos (es war gar nicht so wenig Schotter dabei, wie man erwarten hätte können) noch ein zweiter IPZ-Mitsubishi unangenehm bemerkbar machte, und das nicht zu knapp: Markus Huber, der erst vor zwei Monaten bei der Triestingtal-Rallye in den aktiven Rallyesport eingestiegen war, ließ zeitenmäßig selbst die Favoriten der Austrian Rallye Challenge alt aussehen und leistete sich sogar eine Zeit unter den schnellsten Zehn der Gesamtwertung – ein Privileg, das bislang eher den tschechischen Hausherren vorbehalten war.

Der Neuankömmling agierte mit einer beispiellosen Brutalität, und im gleichen Stil verglühte er auch. Er konnte zwar nach einem Abgang in einen Graben noch eine Weile weiterfahren, doch die instabil gewordene Hinterachse ließ das Heck des Mitsubishi Lancer Evo III unmotiviert hin und her tänzeln, damit war Markus Huber weg vom Fenster. Ein leerer Benzintank (auch sowas kann vorkommen) besiegelte sein Ende kurz vor Schluß.

Dr. Christian Nitsche ließ es während der wilden Phase von Markus Huber, der auch Sascha Plöderl wenig entgegensetzen konnte, eher vorsichtig angehen. Sicher nicht ganz zu Unrecht: Wenn man erst bei der Rallye davor erlebt hat, wie fast das halbe Auto zerstört worden ist, dann nimmt das zumindest für eine Weile einen Platz im Hinterkopf ein, auch dann, wenn man eher wenig dafür kann und das auch weiß. Dabei hätte Dr. Nitsche den später führenden Sascha Plöderl auf der zweiten Prüfung fast schon überholt, auf der dritten Prüfung war der ARC-Favorit wieder um einige Sekunden enteilt.

Auf der vierten Prüfung hatten Dr. Nitsche/Stefan Langthaler zeitenmäßig wieder das bessere Ende für sich, aber es ging sich wieder knapp nicht aus, um Sascha Plöderl/Daniela Bayer im Klassement zu überholen. Auf der fünften Prüfung wiederum gelang dem mittlerweile bei den Österreichern führenden Sascha Plöderl eine Spitzenzeit, während Dr. Nitsche etwas auf dem falschen Fuß stand.

Das wurde auch von Teamchef Johann „Hansi“ Holzmüller registriert, der sein liebevoll vorbereitetes Auto gerne an der Spitze der österreichischen Teilnehmer gesehen hätte. Als er die Chance dazu schwinden sah und deswegen schon leicht verstimmt war, riet er während einer taktischen Einsatzbesprechung im Rahmen des Services zu einer Schlußattacke. Und er verriet dem Wirtschafts-Experten einen ihm bis dahin unbekannten Trick, der ihm die Möglichkeit eröffnen sollte, zusätzliche Sekunden auf den Prüfungen zu gewinnen (wird an dieser Stelle nicht verraten – Teamgeheimnis).

Es folgten auf dem Fuß zwei Bestzeiten in der inoffiziellen Österreicher-Wertung, lediglich auf der letzten Prüfung mußte sich die Business-Men-Connection dem Lancia von Sepp Schrott/Willi Hawle geschlagen geben. So weit alles ganz hervorragend. Sascha Plöderl die Führung und damit den Sieg abzunehmen, gelang jedoch nicht, dieses Ziel wurde um exakt sieben Sekunden verfehlt. Des Doktors trockener Kommentar nach der Rallye (an Teamchef Holzmüller gewandt): Wannst ma des scho am Anfang g’sagt hättst, hätt‘ ma gwonna.“ - Überflüssig zu erwähnen, wie der Plan für die Althofen-Kärnten-Rallye (30. Juni) aussehen wird.

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