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ORM: Rebenland-Rallye

Ist das wirklich klug?

Nur eine Woche nach dem „Friedensgipfel von Steyrling“ zeigen sich die Haifische wieder beißwütig - hat der „rote Glücksstern“ den „Mr. Woodstock“ fehlgeleitet?

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl

Rebenland, 7.13 Uhr: Anruf von Sigi Schwarz, Copilot des führenden Gerwald Grössing. Man habe nun, nach den dramatischen Abendstunden, als man den Ford Fiesta R5 in die letzte Zeitkontrolle schieben musste, einen neuen Starter im Auto, das tschechische Einsatzteam habe in einer Nacht- und Nebel-Aktion 1200 Kilometer zurückgelegt, um Grössing und Schwarz eine problemlose Fortsetzung ihrer bislang sensationell laufenden Rebenland-Rallye (nach Tag 1 sechs Sekunden vor Raimund Baumschlager) zu ermöglichen. Sigi Schwarz: „Das Team ist einfach ein Wahnsinn, das möchte ich unbedingt lobend erwähnen.“ So weit, so schön…

Doch dann sagt Sigi: „Wir haben auch bei Beppo Harrach, der ja einen Fiesta R5 besitzt, angefragt, ob er uns den Starter borgen kann. Er hat uns per SMS geantwortet: ‚Mit einem Starter kann ich nicht dienen!‘ Wir möchten unbedingt, dass ihr das erwähnt, wie unkollegial sich unser früherer Teamkollege verhalten hat.“ Ich frage: „Okay, aber ist das wirklich klug?“ Jetzt übernimmt Gerwald Grössing den Hörer: „Ob das klug ist oder nicht, sei dahingestellt - es ärgert mich ungemein, dass er uns dermaßen abgewimmelt hat, nach all den gemeinsamen Jahren. Ich möchte unbedingt, dass die Menschen das erfahren…“ Es wird ausgemacht: Der Autor verbringt die nächste halbe Stunde mit dem Frühstück – in dieser Zeit können Grössing und Schwarz ihren „Angriff“ auf Harrach noch telefonisch oder per SMS zurückziehen. Doch es kommt nichts…

Schnitt. Vor etwas mehr als sieben Tagen hat Sigi Schwarz in sein Hotel „Kaiserin Elisabeth“ geladen, um über die Zukunft des heimischen Rallyesports zu diskutieren. Der Autor zeigte sich damals skeptisch - denn der Neid, der die heimische Rallyeszene in ein gefährliches Haifischbecken verwandelt, ist viel zu groß, es ist wirklich schwer vorstellbar, dass die heimischen Rallye-Protagonisten von heute auf morgen an einem Strang ziehen werden. Doch Sigi Schwarz entgegnete damals: „Natürlich gibt es ein Haifischbecken – doch das Wasser darin wird immer weniger.“ Jetzt, nach nur einer Woche „Weltfrieden“, sind ausgerechnet Grössing und Schwarz die Ersten, die unbedingt jemand anderen „anzünden“ möchten.

Beppo Harrach war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar – doch im Grunde war es unerheblich. Vielleicht hatte er einen Grund, warum er den Starter nicht verborgen kann, vielleicht aber auch nicht. Mittlerweile hat sich Harrach bei motorline.cc gemeldet: Sein Fiesta R5 wird nächste Woche bei einer Rallye in Ungarn eingesetzt, auf seinen letzten Starter musste er mehrere Wochen warten, dieses Element scheint derzeit ein Engpass zu sein. Selbst wenn Harrach keinen triftigen Grund gehabt hätte - ist das ein Grund, jemanden öffentlich als "asozial" abstempeln zu wollen?

Am Beginn des „Steyrlinger Friedensgipfels“ hat Sigi Schwarz die Runde aus Veranstaltern, PilotInnen und Medienvertretern darum gebeten, offen und ehrlich zu sprechen und hinzugefügt, er wünsche sich, dass bitte niemand persönlich beleidigt sein solle, wenn Kritik geäußert wird. Nun, lieber Gerwald und lieber Sigi, bitte nicht beleidigt sein – aber ich wiederhole meine Frage: Ist das wirklich klug?

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