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ARC/ORM: Weiz-Rallye

Ehrenhafte Niederlage für Göberndorfer

Eine in vielerlei Hinsicht dramatische Rallye erlebten Gert Göberndorfer und Monika Graber beim fünften Rallye-ÖM-Lauf des Jahres.

Fotos: Christa Feichtner

Erst wurde der sehenswerte Kampf mit Kris Rosenberger/Christina Ettel von einigen technischen Unzulänglichkeiten begleitet, dann sorgte ein fahrerisches Hoppala für den großen Untergang. Sportlich war alle Mühe vergeblich. In die Herzen der Fans konnten sich die Steirer dennoch einmal mehr fahren.

Auch wenn der sportliche Einsatz bravourös ist, können Pech und unglückliche Zufälle einen möglichen Erfolg zunichte machen: Diese Erfahrung mussten Gert Göberndorfer und Monika Graber anläßlich der Weiz-Rallye 2017 machen. Immerhin: Sie waren trotz einiger schwerwiegender technischer Schwierigkeiten lange Zeit bei der Musik, sprich: Sie konnten Kris Rosenberger (Porsche) fordern und damit ihre Anwartschaft auf einen Sieg in der Wertung der historischen Rallyewagen bestätigen.

In der Tat sprach zunächst Einiges dafür, dass Gert Göberndorfer und Monika Graber mit ihrem Opel Ascona B in ihrer Kategorie groß auftrumpfen könnten: Auf der ersten Prüfung schafften sie es, sich zwei Zehntelsekunden vor Kris Rosenberger/Christina Ettel zu platzieren, die Ausgangsposition schien äußerst günstig. Zu diesem Zeitpunkt traten jedoch schon Schwierigkeiten mit der Ventildeckeldichtung auf, die mehrmals verrutschte und in der Folge während der Verbindungsetappen neu gesetzt werden musste. Unter diesen Umständen war es beinahe schon ein Wunder, dass man den Hauptkonkurrenten Kris Rosenberger auf den folgenden Prüfungen auf Schlagdistanz halten konnte.

Besonders aufreibend war der Zwischenfall vor dem ersten Rundkurs Anger (SP 4), als es durch Ölaustritt zu einem Brand im Motorraum kam. Aufgrund einer enormen Zeitverzögerung vor dem Start der Prüfung war es möglich, den Brand zu löschen und die Ventildeckeldichtung erneut in die richtige Position zu bringen. Von nun an hielt das Teil, und man konnte sich wieder stärker auf den eigentlichen Wettbewerb konzentrieren. Überdies profitierten Gert Göberndorfer und Monika Graber auf der letzten Prüfung von einem kleinen Fahrfehler ihres schärfsten Konkurrenten, was ihnen sogar die vorübergehende Führung bei den Historischen ermöglichte.

Entsprechend groß war der Ehrgeiz, sich auch am Samstag zu behaupten. Der zu erwartende Gegenschlag von Kris Rosenberger kam auf der Eröffnungsprüfung des zweiten Tages recht rasch, aber auch der Ascona-Pilot gab weiterhin Alles. Auf der darauffolgenden Prüfung war es dann zu viel des Guten: Unmittelbar nach einem Abzweig, der mit viel Herz genommen wurde, verlor Gert Göberndorfer die Kontrolle über den Opel, der den Sockel eines Brückengeländers touchierte. Daraufhin war ein Hinterreifen beschädigt, der unter schwierigen Bedingungen auf einem Wiesenhügel gewechselt werden musste. Die Aktion kostete mehr als eine Viertelstunde, aber immerhin konnte die Rallye fortgesetzt und dem Publikum noch eine gute Show geboten werden – bei einer Heim-Rallye besonders wichtig.

Es verwundert angesichts der Heftigkeit des Aufpralles wenig, dass neben dem Reifen auch einige wichtige Fahrwerksteile Schaden genommen haben, und zwar sowohl vorne als auch hinten. Somit war das Fahrverhalten fortan auffallend instabil, und auch einige Arbeiten im Service, soweit in der vorhandenen Zeit möglich, konnten die Mängel nicht restlos beseitigen. Dennoch – und auch trotz der nun selbst auferlegten Zurückhaltung – war es möglich, das Tempo von Kris Rosenberger erstaunlich gut mitzugehen und auf den Prüfungen jeweils nur wenige Sekunden zu verlieren. Natürlich war das platzierungsmäßig irrelevant, doch das grundlegende Wettbewerbspotential von Gert Göberndorfer, Monika Graber und ihrem Opel Ascona B wurde einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt.

Eine Fortsetzung der Aktivitäten der erfolgreichsten Besetzung des Heck-weg-Motorsport-Teams wird es gewiss geben, allerdings werden ihre Fans höchstwahrscheinlich noch bis ins nächste Jahr darauf warten müssen. Die bereits entschiedene österreichische Meisterschaft der Historischen sowie die nun anstehenden Reparaturen am Fahrzeug sprechen für eine vorübergehende Pause. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass der Ascona von Gert Göberndorfer und Monika Graber zu den schnellsten und wettbewerbsfähigsten Wagen in ihrer Wertung zählen, und das nicht zuletzt aufgrund des stets beherzten Einsatzes seiner Besitzer. Ebenfalls bleibt die Vorfreude auf kommende Rallyeschlachten, bei denen der Opel-Blitz eine gewichtige Rolle spielen wird. Der Blick ist nach vorne gerichtet: Bekanntlich ist der schönste Sieg immer der nächste.

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