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WRC: Mexiko-Rallye

Matchball für Ogier

Die Unfallserie ging am Nachmittag weiter, aber Ogier blieb fehlerfrei. Latvala ist ihm dicht auf den Fersen. Neuville auf "El Chocolate 2" Out.

Fabian Bonora

Der zweite Tag der Mexiko-Rallye endet mit einer VW-Doppelführung. Ogier und Latvala haben die ersten Sonderprüfungen in voller Länge unbeschadet überstanden und liefern sich ein Duell an der Spitze. Ostberg kämpft sich auf Platz drei vor, hat aber schon 26,8 Sekunden Rückstand auf den Führenden Ogier. Der Norweger schiebt sich zwischen die VW-Piloten vor Mikkelsen. Druck für Ogier kommt jetzt nur noch aus dem eigenen Haus.

Für Sebastien Ogier und seinen WRC Polo läuft die Mexiko-Rallye bis dato wie aus dem Lehrbuch. Konstante, fehlerlose Top-Zeiten, ohne je zu viel Risiko zu gehen, der Franzose selbst hielt eine gute Platzierung aufgrund der Startposition noch für unmöglich, klagte er anfangs noch darüber, findet aber trotzdem genug Grip um niemand an sich herankommen zu lassen. "Die Sonderprüfung war gut, besser wäre es für mich nicht gegangen." sagte Ogier nach der SP9. Gegen Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit fand dann als Tagesabschluss eine Super-Special-Stage statt, wo die Fahrer wie am Vortag paarweise gegeneinander antraten, in welcher, aufgrund eines Fahrfehlers von Latvala, Ogier abermals seinen Vorsprung verteidigte und auf 13,5 Sekunden ausbaute.

Latvala wieder in Bestform

Der Nachmittag gehört jedoch trotzdem seinem Teamkollegen Latvala, der sich zwei Bestzeiten holt, unter anderem die berüchtigte, 44 Kilometer lange „El Chocolate 2“ Sonderprüfung. Aber mit einem kleinen Citroen-Schönheitsfehler, denn Östberg sicherte sich die Bestzeit auf SP9 „Las Minas“. Latvala war nach selbiger SP auf 10,9 an Ogier herangekommen und ist der klare Herausforderer für den dritten Tag der Rally-Fiesta. Östberg kämpft zwar trotz kleiner Technikprobleme und einem Dreher nach einer unfreiwilligen Kollision mit einem Hügel weiter, reißt aber schon 26,8 Sekunden auf Platz 1 auf. Sein Vorsprung auf den Viertplatzierten Mikkelsen beträgt gut 15,7 Sekunden. Elfyn Evans ist einsamer Fünfter.

Keine Gnade für die Fahrzeuge

Die Belastung für die Fahrzeuge ist unbeschreiblich - Reifenschäden, herunterhängende Splitter, Überschläge oder Totalschäden. Die Mexiko-Rallye zeigt sich weiterhin von ihrer härtesten Seite. „El Chocolate 2“ forderte ihr nächstes, berühmtes Opfer, Thierry Neuville. Der Hyundai-Pilot fuhr Ogier während der ganzen Sonderprüfung davon, aber einen(!) Kilometer vor Schluss flog der Belgier in einer Linkskurve ab und überschlug sich. Schuld war ein Reifenschaden, der veranlasste, dass Neuville das Auto verlor. Sein Hyundai war zwar glückerlicherweise nicht wirklich stark beschädigt, allerdings hatte der Kühler ein Leck entwickelt, also Rückfahrt auf dem Abschleppwagen. Tragisch, denn Neuville bot Sebastien Ogier den wohl härtesten Wettkampf.

Der Überraschungsmann vom Freitag Lorenzo Bertelli und Benito Guerra verabschieden sich ebenfalls auf SP8. Abflug. Der Hyundai von Dani Sordo kam ebenso beschädigt im Ziel an. Ein Reifenschaden nach einem falsch eingeschätzten Wasserhindernis wurde dem Spanier zum Verhängnis, er verlor dadurch eine halbe Minute und ist schon weit abgeschlagen auf Platz sechs.

Warum Ogier die beste Ausgangsposition hat

Insgesamt waren also am zweiten Tag sieben der 14 WRCs in mehr oder weniger spektakuläre Unfälle verwickelt. Die meisten werden heute nach dem Rally2-Reglement von ganz vorne in die Rally starten müssen und lösen Ogier somit als Straßenkehrer ab. Ogier startet hinter den ganzen verunfallten Fahrzeugen und kann nun "gemütlich" auf sauberer Straße auf Bestzeitenjagd gehen, oder seinen Vorsprung intelligent behüten. Welche Taktik er einschlägt zeigt sich ab 16:30 unserer Zeit, dann startet die Mexiko-Rallye in den dritten, heißen Tag.

Die unglaubliche Geschichte der „Titänak“ geht weiter:

Währenddessen wurde bei M-Sport eine Nachtschicht eingelegt. Nachdem die SP7 abgeschlossen war, rückten die Bergungsmannschaften aus, um das Fahrzeug aus dem Stausee zu retten. Die Taucher hatten allerdings große Probleme das Auto in den Tiefen des Sees überhaupt zu orten. In sechs Metern Tiefe fand man dann das Fiesta-Wrack und brachte es zurück in den Service-Park, wo eine eifrige Mechaniker-Crew schon mit den Werkzeugen wetzte. Zehn Minuten vor Ablauf der Zeit konnte sich Tänak rechtzeitig in den Parc fermé begeben, daran hätte wohl keiner geglaubt.


Die Top 10 nach Tag 2

P  Fahrer	Zeit	        Abstand
1. Ogier	1:45:03.0		
2. Latvala	1:45:16.5	+ 13.5
3. Östberg	1:45:32.5	+ 29.5
4. Mikkelsen	1:45:48.2	+ 45.2
5. Evans	1:46:06.9	+ 1:03.9
6. Sordo	1:46:43.5	+ 1:40.5
7. Prokop	1:47:06.5	+ 2:03.5
8. Protasov	1:50:00.7	+ 4:57.7
9. Al-Attiyah	1:50:18.2	+ 5:15.2
10.Fuchs	1:53:01.7	+ 7:58.7

Der Crash von Ott Tänak | WRC@Youtube

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