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WRC: Polen-Rallye

VW-Duell um die Führung – Tanäk muss Podiumsplatz verteidigen

Ogier rettet 5,6 Sekunden Vorsprung auf Mikkelsen, dessen Reifenpoker nicht ganz aufgeht, ins morgige Finale. Kampf zwischen Tanäk und Latvala um Platz drei.

Die Polen-Rallye bleibt auch nach der zweiten Etappe spannend. Die ersten vier Fahrer sind nach 17 von 19 Sonderprüfungen durch weniger als 20 Sekunden voneinander getrennt. An der Spitze verteidigte Weltmeister Sebastien Ogier die Führung, die er seit SP7 inne hat. Der Volkswagen-Werksfahrer musste auch am Samstag die Strecken eröffnen und behauptete Platz eins mit einem Vorsprung von lediglich 5,6 Sekunden. Sein Teamkollege Andreas Mikkelsen hielt den Druck hoch.

Ogier stellte am Samstag drei Bestzeiten auf, Mikkelsen nur eine. Außerdem setzte der Norweger in der Nachmittagsschleife auf harte Reifen, was sich durch die Absage von SP14 als falsch herausstellte. "Ich bin zufrieden mit meinem Tag", sagt Mikkelsen, denn als Zweiter hat er weiterhin Siegchancen. "Schade, dass die eine Prüfung abgesagt wurde, weil ich mit den harten Reifen unterwegs war. Das hat meinen Plan durchkreuzt." Und kann er Ogier besiegen? "Wir werden es morgen sehen. Es wird eine große Attacke geben."

Weltmeister Ogier zeigte wie so oft trotz seiner Rolle als "Straßenfeger" eine souveräne Leistung und ließ den Verfolgern kaum eine Chance. 5,6 Sekunden sind nicht viel, aber am Sonntag steht der Franzose als Letzter an der Startlinie und hat demnach einen Vorteil. "Ich bin bisher mit dieser Rallye sehr zufrieden. Dass ich von meiner Startposition führe, ist sehr befriedigend", sagt der Volkswagen-Werksfahrer. "Es ist ein enges Duell, aber ich bin für morgen bereit."

Tänak greift Volkswagen an

Für die Show des Tages sorgte Ford-Pilot Ott Tänak, der erstmals mit dem überarbeiteten Ford Fiesta RS WRC gegen das starke Volkswagen-Trio kämpfen konnte. Tänak verlor zwar durch einen Dreher einige Sekunden, schlug am Nachmittag aber zurück und knöpfte Vizeweltmeister Jari-Matti Latvala den dritten Platz ab. "Es ist gut für den Sport, dass jemand gegen sie kämpft", sagt der Este selbstbewusst.

Tänak stellte am Samstag drei Bestzeiten auf. Vor dem abschließenden Tag fehlen dem Ford-Piloten 17,6 Sekunden auf Ogier an der Spitze. In erster Linie geht es für Tänak um den dritten Platz, denn Jari-Matti Latvala im dritten Volkswagen hat nur 1,5 Sekunden oder 50 Meter Rückstand. "Es ist sehr schön im Kampf dabei zu sein. Ich fühle mich sehr gut." Ist es Tänaks bisher stärkste Leistung in der WRC? "Ganz bestimmt. So gut war ich noch nie unterwegs."

Latvala hat die Hoffnungen auf den Sieg schon aufgegeben. Erst am Nachmittag konnte der Vizeweltmeister das Tempo seiner Volkswagen-Teamkollegen fahren. Trotzdem ist er enttäuscht: "Ich denke, dass ich einen besseren Job hätte machen können", ist der Finne selbstkritisch. "Manchmal war ich zu vorsichtig. Generell muss ich mich morgen etwas verbessern."

Absage von SP14

Am Samstag standen insgesamt acht Sonderprüfungen auf dem Programm, von denen nur sieben gefahren werden konnten. SP14 "Mazury 2" zu Beginn der Nachmittagsschleife musste abgesagt werden, da sich zu viele Fans rund um die Strecke versammelt hatten und viele in verbotenen Zonen standen. Aus Sicherheitsgründen sah sich die Rennleitung zur Absage gezwungen und die Autos wurden zur nächsten Prüfung umgeleitet.

Hinter dem Spitzenquartett setzte Hayden Paddon seine starke Form fort. Als Fünfter ist der Neuseeländer knapp eine Minute hinter Ogier der beste Hyundai-Fahrer. Paddon hielt seinen Teamkollegen Thierry Neuville auf 20 Sekunden in Schach. Hinter den beiden Hyundai folgt Lokalmatador Robert Kubica (Ford) auf Platz sieben. Der Pole muss sich am Sonntag nach hinten orientieren, denn das Citroen-Duo ist in Schlagdistanz.

Kris Meeke hat als Achter zehn Sekunden Rückstand auf Kubica, Mads Östberg folgt dahinter auf Position neun. Bei beiden Citroen-Fahrern lief es am Samstag besser, vom Tempo der Spitze waren Meeke und Östberg aber weit entfernt. Auch nicht optimal lief die Rallye bisher für Dani Sordo, der mit seinem Hyundai nicht auf konkurrenzfähige Zeiten kam und auf Platz zehn liegt. Ford-Pilot Elfyn Evans schied am Vormittag durch einen Schaden bei der Wasserpumpe aus.

In der WRC2-Klasse präsentierte sich das Skoda-Werksteam weiterhin souverän. Heute war Pontus Tidemand etwas schneller als Europameister Esapekka Lappi. Der Finne verteidigte aber einen komfortablen Vorsprung von fast 38 Sekunden und ist auf dem Weg zum Klassensieg. Der Deutsche Armin Kremer im Skoda Fabia R5 von BRR-Racing hält weiterhin den fünften Platz. Am Sonntag steht nur noch eine Prüfung über 14,6 Kilometer auf dem Programm, die zweimal absolviert wird.

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