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WRC: Katalonien-Rallye

Mikkelsen führt heiße WRC-Schlacht an

Andreas Mikkelsen führt bei seinem ersten Start für Hyundai die Katalonien-Rallye nach dem ersten Tag an, doch mehrere Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen.

Fotos: RedBullContentPool

Bestzeiten für alle vier Hersteller, drei Führungswechsel bei sechs Sonderprüfungen und sieben Fahrer innerhalb von 12,8 Sekunden: Die Katalonien-Rallye, elfter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, ließ am ersten Tag in Sachen Spannung keine Wünsche offen. Das Feld präsentierte sich am Freitag auf den Schotterpisten extrem ausgeglichen, doch der Mann an der Spitze ist eine kleine Überraschung: Andreas Mikkelsen führt das Klassement bei seinem ersten Start im Hyundai i20 WRC an.

Der Norweger fuhr bei der dritten Sonderprüfung (SP) gleich die erste Bestzeit für seinen neuen Hersteller und übernahm damit auch die Führung. Diese musste er bei der nächsten SP an seinen Landsmann Mads Östberg (Ford) abgeben, eroberte sie aber gleich wieder zurück und verteidigte sie auch bei der 38,95 Kilometer langen Königsprüfung "Terra Alta".

Zweiter ist Sebastien Ogier (Ford) mit einem Rückstand von 1,4 Sekunden, aber auch Kris Meeke (Citroen, +3,0 Sekunden), Ott Tänak (Ford, +6,3), Östberg (+7,0), Dani Sordo (Hyundai, +10,8) und Thierry Neuville (Hyundai, +12,8) liegen nach Tag eins noch in Schlagdistanz zur Spitze.

Sebastien Ogier verliert trotz Startposition 1 kaum Zeit

Mikkelsens starker Einstand bei Hyundai ist umso beeindruckender, da er den i20 WRC vorher nur einen Tag auf Schotter gefahren war und zudem reglementsbedingt bei der Katalonien-Rallye mit der Differentialabstimmung von Hayden Paddon zurechtkommen muss, der das Auto mit der Startnummer 4 bei der Deutschland-Rallye gefahren war. Doch das ließ sich Mikkelsen nicht anmerken. "Ich bin zufrieden mit meinem Tag. Ich gewöhne mich immer besser ans Auto und kann um die Spitze kämpfen", sagt er.

Mehr als zufrieden war auch Ogier, der als erster Starter bei den Schotterprüfungen einen Nachteil hatte. "Ich kann mit meinem Tag zufrieden sein. Ich hatte erwartet, dass ich als Erster auf der Straße mehr verliere", sagt Ogier. "Meine Gegner waren heute Ott und Thierry, und insofern kann ich zufrieden sein", so der Franzose. Vor allem bei der langen SP "Terra Alta", auf der die Schotterstraßen immer wieder von Asphaltabschnitten unterbrochen wurden und Reifenmanagement entscheidend war, war Ogier schneller als seine unmittelbaren WM-Rivalen.

Neuville, der in der WM-Wertung hinter Ogier auf Platz zwei lag, tat sich genau dort schwer. "Auf dem Asphalt war es nicht einfach, vor allem mit zwei Ersatzrädern", sagt er. "Außerdem hatte ich bei der Prüfung zuvor die Einstellungen des Differentials verändert und bin dabei mit dem Set-up etwas durcheinander gekommen."

Staub und Hitze behindern Mads Östberg

Der tragische Held des ersten Tages war Östberg, der deutlich besser hätte abschneiden können. Doch während des gesamten Tages drang eine Menge Staub in das Cockpit seines Fiesta WRC ein, was Östberg die Sicht und Beifahrer Torstein Erikssen die Stimme raubte. Bei der sechsten SP trat dann noch ein anderes Problem auf: "Die Heizung läuft und lässt sich nicht abschalten, es sind hier drin gefühlt 100 Grad", berichtet Östberg. "Unter solchen Bedingungen kann ich mich nicht konzentrieren, das macht uns die Rallye kaputt." Unter diesen Umständen ist sein Rückstand von nur 7,1 Sekunden umso beachtlicher.

Toyota kämpfte am ersten Tag der Katalonien-Rallye wieder einmal mit der Zuverlässigkeit. Zunächst verlor Esapekka Lappi beim ersten Durchgang von "Terra Alta" durch Bremsprobleme über 40 Sekunden, später klagte er über ein sehr unruhiges Handling des Autos. Teamkollege Jari-Matti Latvala, der die vierte SP gewonnen hatte, konnte aufgrund technischer Probleme nicht zur letzten SP des Tages antreten. Speerspitze des finnisch-japanischen Teams ist aktuell Juho Hänninen auf Rang acht (+33,6 Sekunden).

Am zweiten Tag der Katalonien-Rallye stehen am Samstag sieben Sonderprüfungen über eine Gesamtdistanz von 121,86 Kilometern auf dem Programm. Diese werden aber im Gegensatz zu denen des ersten Tages auf Asphalt ausgetragen.

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