RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Mexiko-Rallye

Loeb macht Druck auf Sordo

Mit zwei Bestzeiten konnte sich "Teilzeitcomeback"-Superstar Loeb an den führenden Sordo heranzoomen, Meeke nach Dreher auf Platz vier.

Hyundai-Pilot Dani Sordo führt die Rallye Mexiko, dritter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2018, nach acht von 22 Wertungsprüfungen weiter an, doch Sebastien Loeb (Citroen) liegt nun in Schlagdistanz zu seinem früheren Teamkollegen. Der neunmalige WRC-Champion legte bei seiner Rückkehr nach über drei Jahren Pause am Freitagnachmittag zu, gewann zwei Wertungsprüfungen und hatte nach SP 8 nur noch 7,2 Sekunden Rückstand auf Sordo. Dritter war Ott Tänak (Toyota, +13,4 Sekunden).

"Das war eine gute Fahrt ohne Fehler, ich habe wirklich hart gepusht. Das Auto war gut, die Reifenwahl kein Problem. Mehr geht nicht", sagt Loeb nach seiner starken Vorstellung. Nachdem er den zweiten Durchgang der Wertungsprüfung "El Chocolate" souverän gewonnen hatte, musste er sich bei der achten WP die Bestzeit mit Tänak teilen.

Hätte er bei sechsten Prüfung nicht eine Abzweigung verpasst, könnte Loeb die Rallye sogar schon anführen. Unabhängig von seiner guten Startposition als Letzter der WRC-Piloten zeigte der Franzose, dass er in den drei Jahren seiner Abwesenheit nicht viel verlernt hat.


Dani Sordo hadert mit der Reifenwahl

Denn der Gesamtführende Sordo startete unmittelbar vor ihm und fand damit ähnlich gute Bedingungen vor. Doch der Spanier verlor am Nachmittag bei heißen Bedingungen Zeit und machte dafür seine Wahl von drei weichen und zwei harten Reifen verantwortlich. "Mit den Reifen haben wir einen Fehler gemacht", sagt Sordo. "Die Traktion ist gut, aber seitlich haben wir wenig Grip."

Tänak schob sich am Nachmittag auf Platz drei nach vorne, während Kris Meeke (Citroen) nach zwei Drehern von Gesamtrang zwei auf vier zurückfiel. Fünfter ist der amtierende Weltmeister Sebastien Ogier (Ford) vor Andreas Mikkelsen (Hyundai), Jari-Matti Latvala (Toyota) und Thierry Neuville (Hyundai).

Am Auto des WM-Spitzenreiters konnten die Hyundai-Mechaniker die Motorprobleme während des Mittagsservice beheben. Ein ungewöhnlich hoher Benzinverbrauch hatte am i20 WRC des Belgiers am Vormittag zu einem Abfall des Benzindrucks geführt, wodurch Neuville fast 30 Sekunden verloren und von Platz sieben auf neun zurückgefallen war.

Neue Probleme für Thierry Neuville

"Der Motor läuft rund, aber ich bin immer noch sauer, weil wir so viel Zeit verloren haben", sagt Neuville. "Vorher sah es so aus, als könnten wir noch zwei Plätze gutmachen. Das wäre wegen der Startposition für morgen wichtig gewesen, nun sieht es schwieriger aus." Dann fiel zu allem Überfluss bei der achten Wertungsprüfung auch noch die Servolenkung seines Autos aus, wodurch Neuville weitere Sekunden verlor. Sein Rückstand auf Sordo beträgt schon fast zwei Minuten.

Elfyn Evans (Ford) musste die Rallye während des Mittagsservice aufgeben, da sein Beifahrer Daniel Barritt nach einem Unfall am Vormittag wegen des Verdachts auf eine Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Evans hatte sich bei der vierten Wertungsprüfung mehrmals überschlagen, konnte seine Fahrt aber zunächst fortsetzen.

Im Servicepark kam dann nach einer Untersuchung von Fahrer und Beifahrer das Aus. "Die Jungs könnten das Auto reparieren, aber wegen Dans Zustand können wir nicht weiterfahren. Wir dürfen kein Risiko eingehen", sagt M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. Evans selbst blieb unverletzt.

Evans, Suninen und Lappi scheiden aus

Evans war nicht der einzige M-Sport-Pilot, der am Freitagnachmittag die Segel streichen musste. Beim zweiten Durchgang der Königsprüfung "El Chocolate" krachte Teemu Suninen in eine Leitplanke und musste in der Folge aufgeben. Kurz zuvor war bei der gleichen Wertungsprüfung mit Esapekka Lappi (Toyota) ein weiterer junger Finne nach einem Abflug ausgeschieden.

Zum Abschluss des Freitags wurden bei der Rallye Mexiko am Abend (Ortszeit) noch zwei Durchgänge auf der 2,3 Kilometer kurzen Zuschauerprüfung "Autodromo de Leon" gefahren. Die Bestzeiten gingen an Tänak und Ogier, Sordo führt nun 7,2 Sekunden vor Loeb, Tänak liegt exakt elf Sekunden zurück.

Am Samstag erwarten die Crews neun Wertungsprüfungen über eine Gesamtdistanz von 141,46 Kilometer.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Mexiko-Rallye

Weitere Artikel:

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

ERC, Rom: Vorschau Opel Junior Team

Junioren gehen als Mitfavoriten in die Hitzeschlacht

Zweiter Lauf der Rallye-Junior-Europameisterschaft 2026 bei der Rally di Roma Capitale. Doppelführung für das ADAC Opel Rally Junior Team mit Timo Schulz und Tom Heindrichs. Claire Schönborn möchte vor historischer Kulisse das Momentum aus den Vogesen nutzen.

AARC, Rally Zelezniki: Vorschau

Regner kann Führung im Alpe Adria Cup erobern!

3 Teams aus Österreich, 3 Teams aus Italien, 3 Teams aus Ungarn und 2 Teams aus Tschechien werden am kommenden Wochenende nördlich von Laibach bei der vierten AARC/AART Rallye in Slowenien erwartet.

Im Gespräch mit Georg Höfer & Martin Dohr

Seltener Einblick in die ORM-Rallyeleitung

Was macht ein Rallyeleiter? Welche Aufgaben hat er/sie zu bewerkstelligen? Welches Grundwissen ist nötig? Und: Warum der Einsatz von GPS das Leben der Rallyeleitung entschieden verbessert hat…

ERC, Rally di Roma: Bericht Neulinger

Platz sechs bei der Hitzeschlacht in Rom!

Marcel Neulinger / Jürgen Heigl holten im BWT Lancia Ypsilon Rally4 HF bei der ERC Rally di Roma Capitale 2026 Platz sechs in der Junior-Rallye-Europameisterschaft gegen harte internationale Konkurrenz!

Rallye Weiz: Vorschau GSE Cup

Hochspannung auf dem Elektro-Sektor

Zum vierten Mal ist der ADAC Opel GSE Rally Cup bei der Rallye Weiz zu Gast / Erstmals direkter Vergleich mit den Benzinern auf allen Sonderprüfungen /?Fahrer aus neun Nationen pilotieren Opel Mokka GSE Rally mit bis zu 280 PS