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Formel 1: News

Weichenstellung für Alonso-Verbleib

Das Feilschen um den Verbleib von Fernando Alonso bei McLaren geht in die heiße Phase - Das Team muss seinen Versprechungen Beweise folgen lassen.

In Königsklassen-Kreisen gilt: In der Sommerpause mögen die Fabriken geschlossen und kein Schraubendreher in die Hand genommen werden - die schlauen Köpfe aber kann man nicht vom Arbeiten abhalten. Die rattern im Urlaub vor allem bei McLaren auf Hochtouren weiter. Schließlich gilt es noch immer, sich aus der Krise herauszuarbeiten und vor allem - Fernando Alonso zu halten. Die Deadline für zukunftsweisende Entscheidungen fällt bereits im kommenden Monat. Sie betreffen die Autoentwicklung, den Motor - und das wertvollste Pferd im Stall.

"Ich persönlich würde Fernando sehr gerne im Team behalten", sagt McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale gegenüber Autosport. "Und ich weiß, dass wir alles daran setzen, ihn zu halten. Aber die Entscheidung liegt bei ihm und es ist noch alles offen. Ich finde, er ist ein großartiger Kerl. Er ist einer der besten Fahrer, mit denen ich je zusammengearbeitet habe. Und das würde ich gerne auch weiterhin tun."

Alonsos sechster Platz in Budapest und dazu die schnellste Rennrunde haben einmal mehr bewiesen, dass der zweimalige Weltmeister selbst derzeit in Topform ist. Experten beschreiben seine Anstellung bei McLaren daher als "Talentverschwendung". Mit dem Abstand von vier Wochen ohne Streckenverpflichtungen, wird es auch im Kopf des Spaniers rattern.

Denn dass es auf dem Hungaroring mal weniger enttäuschend lief, macht für Alonso keinen Unterschied. "Das wird keinen Einfluss auf die Entscheidung für das kommende Jahr haben", stellt er klar. "Ich will im kommenden Jahr gewinnen. Und dafür muss sich noch einiges ändern. Wenn das passiert, gibt es eine Möglichkeit, dass ich bleibe."

McLaren ist das mehr als bewusst. Die Weichenstellung für ein attraktiveres Star-Fahrer-Angebot ist im vollem Gange. "In den vergangenen zwölf Monaten ist viel passiert", erklärt Neale. "Wir sind bereit, den nächsten Schritt mit McLaren zu gehen. Wir fangen an, uns dem Auto für das kommende Jahr zuzuwenden. Natürlich spielt dabei auch der Motor eine Rolle. All das müssen wir bis September geklärt haben, damit unsere Fahrer wissen, mit was wir planen."

Die Zeit drängt. Und Alonso bleibt ein Mann der klaren Worte. Beispielhaft dafür ein Austausch mit den Journalisten in Ungarn:

Frage: "Gibt es irgendetwas Positives aus der ersten Saisonhälfte?"
Alonso: "Ja, die Indy 500."
Frage: "Irgendetwas außer den Indy 500?"
Alonso: "Nein."

Die Kritik an Alonsos Situation bezieht sich selten auf sein Auto, als vielmehr auf das Aggregat, was es antreibt. Nicht wenige haben sich in dieser Saison schon gefragt, zu was der MCL32 mit einem anderen Motor im Heck fähig wäre. Die Trennung von Honda ist noch immer nicht vom Tisch.



"Es wurden noch keine verbindlichen Entscheidungen getroffen", so Neale. "Wir tauschen uns mit Honda aus und lassen die FIA und FOM wissen, wie der Stand der Dinge ist. Wir versuchen, das Richtige für die Formel 1, aber auch für McLaren zu tun. Als Team haben wir die Aufgabe, wieder zurück an die Spitze zu kommen. Dort will uns der Sport auch sehen. Und wir wollen Fernando die Möglichkeit geben, an der Spitze zu kämpfen."

Nichts anderes verlangt Alonso, wenn er sagt: "Ich bin für alles offen, was die Zukunft bereithält. Meine Priorität ist noch immer die Formel 1 und der dritte Titel. Aber ich bin offen dafür, mit welchem Team ich das erreichen werde. Ich bin auch offen dafür, mir eine andere Serie anzuschauen, sollte das im kommenden Jahr nicht möglich sein. In spätestens eineinhalb Monaten wissen wir mehr."
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