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Motorsport: News

BMW und Ford erwägen GTE-Pro-Ausstieg

BMW überlegt, die Langstrecken-WM nach nur einer Saison wieder zu verlassen – auch über dem Ford-Engagement schweben Fragezeichen.

Die GTE-Pro-Klasse war bislang die Vorzeigekategorie der Langstrecken-WM – aktuell kämpfen zehn werkseingesetzte oder werksunterstützte Fahrzeuge von fünf verschiedenen Herstellern um die beiden Titel. Dem Le-Mans-Veranstalter ACO und der FIA könnte nach der Werks-LMP1-Flaute jedoch schon bald eine neue Baustelle drohen, denn schon in der nächsten Saison 2019/20 könnten vier Autos fehlen.

BMW könnte der Langstrecken-WM nach nur einer Saison wieder den Rücken kehren. Jens Marquardt hat bestätigt, dass das Programm neu bewertet, eine Entscheidung aber nicht vor den 24 Stunden von Le Mans 2019 erfolgen werde. Somit müsste ein etwaiges Engagement in der WM 2019/20 extrem kurzfristig beschlossen werden, denn der Testauftakt für die neue Saison steht bereits fünf Wochen nach Le Mans auf dem Programm.

"Wir müssen uns in der WEC viele Dinge ansehen", so der BMW-Motorsportchef. "Bislang haben wir nicht das Maximum aus unserem Paket herausholen können. Darauf werden wir uns in den kommenden Rennen konzentrieren. Wenn wir das alles hinter uns haben, werden wir uns hinsetzen und entscheiden, was wir in Zukunft machen werden. Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir immer erst das letzte Rennen einer Saison absolvieren und uns dann hinsetzen können, um zu entscheiden, was wir tun werden. Wir müssen keinerlei Entwicklung betreiben. Das Auto ist da, und wir haben ein Einsatzteam. Das macht es sehr einfach für uns."

Selbiges gelte auch für das Engagement in der nordamerikanischen IMSA SportsCar Championship: "Wir werden bis zum Petit Le Mans fahren und uns dann zusammensetzen." Das BMW-Team MTEK hatte bei den bisherigen Rennen der Langstrecken-WM mit dem neuen Fahrzeug M8 GTE einen schwierigen Start; erst bei den 6h von Fuji gelang António Félix da Costa und Tom Blomqvist der erste Podiumsplatz. In Amerika lief es besser: Dort konnte der BMW M8 GTE schon im Debütjahr zwei Saisonsiege einfahre; allerdings hat die IMSA im selben Zeitraum schon mehr als doppelt so viele (wenngleich kürzere) Rennen abgehalten wie die WM der Saison 2018/19.

Auch das WM-Engagement von Ford über die jetzige Saison hinaus ist unklar. Das Programm mit dem Ford GT GTE war 2016 zunächst auf zwei Jahre ausgelegt und wurde noch einmal um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert, doch die Umstellung auf den neuen Kalender stellt Ford und sein Ganassi-Team vor die Wahl: Schon nach der laufenden Saison (und somit Mitte des Jahres) aussteigen oder noch eine anhängen und auch noch 2020 in Le Mans antreten?

Ein Ganassi-Sprecher antwortete auf eine entsprechende Anfrage: "Momentan gibt es bezüglich unserer Pläne über die 'Supersaison' hinaus nichts zu berichten." Ford wird zudem mit einem möglichen DPi-Programm in der IMSA-Sportwagenserie in Verbindung gebracht. Der US-Autokonzern geht derzeit durch finanziell turbulente Zeiten, sodass auch eine komplette Einstellung der sportlichen Aktivitäten möglich wäre. Auch gibt es noch keine Entscheidung darüber, den Ford GT GTE an Kundenteams weiterzugeben.

Sollte es zum Äußersten kommen, also vier Fahrzeuge wegfallen, fiele die GTE-Pro-Klasse wieder auf den Stand von 2015 mit sechs Autos zurück; lediglich Aston Martin, Ferrari und Porsche blieben als involvierte Hersteller übrig. Je nach Entscheidung der beiden Wackelkandidaten sind auch erneut zehn oder eben acht Fahrzeuge möglich. 2020/21 will David Brabham mit dem BT62 in die GTE Pro einsteigen; allerdings hat der Australier in der Vergangenheit bereits mehrere Ankündigungen dieser Art gemacht, ohne diese jemals einzuhalten.

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