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Gemischte Reaktionen auf den Spa-Umbau

Die neue Busstop-Schikane, die neue Boxenanlage, die zurückversetzte Mauer in La Source, die Asphalt-Auslaufzonen - die Piloten reagieren darauf unterschiedlich.

Seit Dienstag testen die elf Formel-1-Teams in Spa-Francorchamps, wo der mehr als sieben Kilometer langen Naturrennstrecke noch der letzte Feinschliff verpasst wird. Bekanntlich fand 2006 ja kein Grand Prix von Belgien statt, weil Bernie Ecclestone von den Veranstaltern gewisse Modifikationen gefordert hatte, die inzwischen in die Tat umgesetzt wurden.

Die auffälligsten Veränderungen sind neben dem neu aufgetragenen Asphaltband und einigen asphaltierten Auslaufzonen die zurückversetzte Mauer in der La-Source-Haarnadel, die Bus-Stop-Schikane, die nun nicht mehr links-rechts, sondern rechts-links führt, sowie die neue Boxengasse, die jedoch schon vor dem ersten Rennwochenende wegen ihrer Enge für Aufregung sorgt, weil einige Fahrer Sicherheitsbedenken geäußert haben.

Nachdem sich schon am ersten Tag einige Piloten darüber beschwert hatten, sammelte Autosport nun weitere Statements zu diesem Thema: "Es war nicht gut, die Boxeneinfahrt so eng zu gestalten", bemängelte beispielsweise Felipe Massa. "Wenn du da am Limit reinfährst, bist du sehr nahe an der Betonmauer dran. Wenn du dort stehen bleibst, hast du ein Problem, weil niemand vorbeifahren kann."

Jenson Button wurde noch ein wenig deutlicher ("Das muss sich noch ändern!"), während Anthony Davidson relativierte: "Die Boxeneinfahrt ist schon in Ordnung. Ich finde die in China schlimmer. Man muss nur das Auto im richtigen Winkel positionieren. Gefährlicher als Silverstone ist es jedenfalls nicht", sagte der Super-Aguri-Pilot. Allerdings soll der Technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting, bereits einen Umbau angekündigt haben.

Ralf Schumacher hält das gar nicht für notwendig: "Die Boxeneinfahrt ist sicherlich etwas eng geraten. Ob das jetzt schlimm ist oder nicht, wird sich beim Rennen herausstellen. Ich persönlich finde es jetzt nicht weiter schlimm, aber ein bisschen mehr Platz wäre sicherlich besser gewesen", erklärte er gegenüber Motorsport-Total und schloss ein Eingreifen der Fahrergewerkschaft GPDA aus: "Es hat ja mit Sicherheit nichts zu tun, weil die Geschwindigkeit dort sehr gering ist."

Insgesamt ist der Toyota-Pilot zufrieden mit dem neuen Spa-Francorchamps: "Es hat sich verbessert, da kann man nichts sagen. Dadurch, dass die Strecke sehr schnell ist, ist es aber weiterhin eine der - in Anführungsstrichen - gefährlicheren Strecken. Aber man hat schon hier und da was verändert. Es ist sicherlich eine schöne Strecke mit Überholmöglichkeiten. Auch beim Test waren sehr viele Fans da, was auch sehr schön ist für uns. Von daher freuen wir uns auf den Grand Prix."

Die neue Boxenanlage mit den Garagen sei jetzt "akzeptabel", ergänzte Davidson, dem übrigens die neue Bus-Stop-Schikane besonders gut gefällt: "Es ist ziemlich schwierig, dort zu bremsen, denn wie in Monza ist davor eine lange Gerade. Der Abtrieb ist anders als in Monza, aber man kann ab Stavelot im Windschatten fahren und dadurch vor der Schikane überholen", so der Brite, dessen Aussage seinem Landsmann Button ein zustimmendes Kopfnicken abrang.

Button findet die Änderungen generell "gelungen", während Davidson die Strecke insgesamt noch aufregender erlebt als bei seinem Freitagstest im Jahr 2004: "Der Fluss ist mit den V8-Motoren einfach schöner. Ich mag Spa wirklich, es ist einfach meine Strecke." Nur einen Schwachpunkt machte er aus: "In der Schikane ist noch kein Rasen, daher schneiden alle den Außenteil ab. Das bringt pro Runde sechs bis sieben Zehntel."

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