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Formel 1: News

„Bis zu 1.250 Leute bei Mercedes“

Ex-Renault-Präsident Jean-Pierre Jalinier führt die Renault-Probleme auf den enormen Aufwand von Mercedes und das zu kleine Budget von Renault zurück.

Anfang Juli nahm Jean-Pierre Jalinier als Präsident der Renault-Antriebsabteilung seinen Hut. Der Franzose wurde von Ex-Caterham-Teamchef Cyril Abiteboul ersetzt. Seitdem wird man bei Chassispartner Red Bull Racing nicht müde zu betonen, wie engagiert man in Viry-Chatillon plötzlich sei und dass man sich der Probleme endlich annehme.

Doch nun erklärt Jalinier, der sich seit seinem Rücktritt nicht zu Wort gemeldet hat, was dieses Jahr bei Renault schief gelaufen ist - er führt die Probleme beim Antriebsstrang fast ausschließlich auf das Budget zurück. "Wenn Ferrari und Renault ähnliche Ergebnisse einfahren und Mercedes einen signifikanten Vorteil hat, dann sollte man sich zuerst den Umfang der Investition ansehen", sagt Jalinier gegenüber Auto Hebdo.

"Bei Renault wurde dieser Umfang beibehalten, während Mercedes die Latte sehr hoch gelegt hat, viel Geld, Ressourcen und Technologie investiert hat. In Folge dessen waren sie viel besser vorbereitet als wir und die Italiener, die mit dem bekannten und gewohnten Investitionsumfang operieren", stellt er unmissverständlich klar, dass alles eine Frage des Geldes sei.

Im Fahrerlager halten sich die Gerüchte schon länger, dass Mercedes die Reglementrevolution als Chance erkannte und deswegen das Budget deutlich vergrößerte - Jalinier ist davon überzeugt, dass diese Gerüchte stimmen: "Was die Ressourcen für dieses Projekt angeht, ist klar, dass Ferrari und wir viel weniger investiert haben." Auch eine Spitze kann er sich nicht verkneifen und bezeichnet die Investitionen von Mercedes als "nicht angemessen".

Seiner Meinung nach hatte Renault in Anbetracht der Mittel nie eine Chance, einen ähnlich konkurrenzfähigen Antriebsstrang zu bauen: "Wir sind 320 Leute in Viry, aber wenn man die Chassis- und die Motorenleute zusammenzählt, dann sind das bis zu 1.250 Leute bei Mercedes. Mit diesen Ressourcen ist es klar, dass man nicht auf einen Lösungsansatz beschränkt ist, sondern in der Entwicklungsphase parallel an zwei oder sogar drei Lösungen arbeiten kann." Auf der Suche nach der richtigen Lösung sei das "ein mächtiges Werkzeug".

Ganz schuldlos an der Krise sei Renault allerdings nicht, gibt Jalinier zur. Man habe das Projekt zwar mit den verfügbaren Mitteln "absolut korrekt" durchgeführt, hätte sich bei der Entwicklung aber wie Mercedes auf ein Team konzentrieren sollen.

"Der Vorteil von Mercedes war, dass sie eine für das Mercedes-Werksteam optimierte Version von Chassis und Motor gebaut haben, die so von den Kundenteams benutzt oder auf eigene Gefahr an ihre Bedürfnisse angepasst wird." Renault hat hingegen für jeden der vier Kunden Red Bull Racing, Toro Rosso, Lotus und Caterham eine eigene Spezifikation gebaut.

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