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Formel 1: News

Geht Renault wieder als reines Werksteam an den Start?

Bei Renault gibt es Überlegungen die Rolle als Motorenlieferant wieder gegen jene eines reinrassigen Werksteams einzutauschen.

Bei Renault wird derzeit die Formel-1-Strategie überdacht. Als Ergebnis könnte die Rückkehr zu einem Programm mit komplettem Werksteam festgehalten werden. Während die Konzentration im Moment darauf liegt, die eigene Antriebseinheit soweit zu verbessern, dass das Partnerteam Red Bull Racing mit Mercedes um den WM-Titel kämpfen kann, so gibt man gleichzeitig zu, dass die langfristigen Ambitionen andere sein könnten.

Beim französischen Hersteller stellt man sich die Frage, ob die Rolle als Antriebslieferant für zwei Red-Bull-Teams den maximalen Nutzen mit sich bringt oder ob man stattdessen die eigene Präsenz in der Formel 1 ausbauen sollte. Der Aufbau eines komplett neuen Teams, beginnend mit einem weißen Blatt Papier, wird zwar ausgeschlossen. Eine Möglichkeit könnte aber sein, in ein bestehendes Team zu investieren, um daraus ein reinrassiges Renault-Werksteam zu machen.

"Wir sind hier, um Marketing zu betreiben. Wenn es also aus Marketingsicht Anlass gibt, die Dinge etwas anders zu handhaben, dann stehen wir Veränderungen offen gegenüber", sagt Cyril Abiteboul, Geschäftsführer der Formel-1-Abteilung von Renault, und stellt klar: "Es geht nicht ums Ego. Die Priorität muss es sein, unsere Marketingbotschaft auf effizienteste Art und Weise hinsichtlich der Kosten zu vermitteln."

2014 ein teures Jahr für Renault

"Wenn man sich 2014 anschaut, dann war es für uns ein sehr teures Jahr", so Abiteboul. Warum? "Wir haben einen Wechsel vollzogen von vier Kundenteams - darunter sehr gute wie jenes in Enstone (Lotus; Anm. d. Red.) - hin zu zwei Teams, die beide im Besitz und in Kontrolle von Red Bull Racing sind."

"Das bedeutet, dass wir im Grunde nur einen Kunden haben", bemerkt der Geschäftsführer der Formel-1-Abteilung von Renault, um auf die Krux anzusprechen: "Unser oberstes Ziel ist es, diesen Kunden zufriedenzustellen, doch gleichzeitig ist es eine Situation, in der wir vollständig von RBR abhängig sind. Ob das für Renault tragbar ist, ist die Frage. Ich sage weder Ja noch Nein. Im Moment wollen wir eine gute Verbindung zu ihnen halten."

Spielt Bob Bell im Zusammenhang mit den Plänen eine Rolle?

Dem Vernehmen nach spielt der ehemalige Mercedes-Technikchef Bob Bell im Zusammenhang mit den Plänen von Renault eine Rolle. Schon in den beiden Titeljahren 2005 und 2006 war Bell für das Formel-1-Programm der Franzosen tätig.

Abiteboul stellt jedoch klar, dass Bell nicht für einen Job innerhalb der Motorenabteilung in Frage kommt: "Bob ist ein fantastischer Mensch und wir bei Renault kennen ihn seit seiner Zeit bei Renault F1. Doch soweit ich weiß hat Bob keine Vergangenheit im Bereich Motorentechnik. Deshalb sehe ich Bob aus heutiger Sicht nicht in unserer Motorenabteilung."

Auf die Frage, ob der ehemalige Mercedes-Technikchef zu Renault zurückkehren könnte, antwortet Abiteboul: "Na ja, die Welt ist voller Möglichkeiten und die Zukunft muss erst noch geschrieben werden."

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