MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Funkverbot sorgt zunehmend für Ärger

Die Strafe gegen Nico Rosberg löste auch bei anderen Teams Diskussionen aus – Kritik von Horner (RB Racing) und Symonds (Williams).

Die Debatte über Sinn und Unsinn des Funkverbots in der Formel-1-WM ist neu entbrannt. Auslöser war Nico Rosbergs Zehn-Sekunden-Strafe beim Grand Prix von Großbritannien. Der Mercedes-Pilot hatte in der Schlussphase des Rennens mit einem Getriebeproblem zu kämpfen und erhielt daraufhin per Funk eine Fahranweisung, die von den Rennkommissaren als illegal eingestuft wurde. Rosberg verlor dadurch seinen zweiten Platz und fiel hinter Max Verstappen auf Rang drei zurück.

Ausgerechnet Verstappens Teamchef Christian Horner zeigte Verständnis für den Funkspruch. "Die Regel ist Unsinn", sagte Horner, hielt gleichzeitig allerdings fest: "Sie ergibt nicht viel Sinn, aber Regeln sind eben Regeln." Demzufolge hätten die Stewards gar keine andere Wahl gehabt, als Rosberg mit einer Strafe zu belegen. Für die Zukunft wünscht er sich allerdings ein Umdenken bei der FIA.

"Die Autos sind technisch sehr komplex, und es ist verständlich, dass Mercedes diese Nachricht gefunkt hat, damit der Pilot weiterfahren konnte", erklärte Horner. "Die nächste Frage wäre, ob diese Regeln richtig für die Formel 1 sind. Das ist eine schwierige Frage", so Horner, der nicht der einzige Teamvertreter war, der sich über die aktuellen Regeln aufregte.

Williams-Technikchef Pat Symonds (Bild oben, rechts) erklärte: "Ich mag sie nicht. Es ist ein Teamsport, und man sollte zusammenarbeiten." Zudem sei es problematisch, weil es sich um eine sehr vage Regel handele. "Bei jedem Rennen gibt es an der Boxenmauer eine Debatte", verriet Symonds. Die Teams müssten häufig bei Rennleiter Charlie Whiting nachfragen, welche Nachrichten erlaubt seien und welche nicht.

Schlimmer noch: Laut Symonds sei die Regel sogar gefährlich. Der 63jährige nannte ein Beispiel: "Der arme Perez in Österreich – wie lächerlich! Man verursacht einen Schaden am Auto in Höhe von mehreren 10.000 Euro, nur weil man ihm nicht sagen darf, dass seine Bremsen versagen? Das ist fahrlässig. Es ist falsch und fahrlässig." Er erklärte, dass Williams in einem ähnlichen Fall lieber eine Strafe als einen Unfall riskieren würde.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

- special features -

Weitere Artikel:

MotoGP 2026: Aprilia

Aprilia enthüllt RS-GP26

Aprilia Racing startet 2026 nicht nur mit neuer Optik, sondern mit dem Selbstverständnis eines Titelanwärters in die neue MotoGP-Saison

Trotz Gerüchten um einen vorzeitigen Abgang von Red Bull wird Gianpiero Lambiase auch 2026 an Bord sein und Renningenieur von Max Verstappen bleiben

W17-Premiere im Regen

Mercedes-Shakedown in Silverstone

Der Mercedes W17 hat in Silverstone seine ersten Kilometer abgespult - George Russell durfte als erster Fahrer auf die nasse Strecke in Großbritannien gehen

Haas hat sein Design für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt - Mit dem neuen Titelpartner Toyota Gazoo Racing hat sich auch der Look des Autos leicht verändert