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Formel 1: Analyse

Kubica: Probleme mit Bremsen & Gewicht

Der Williams-Entwicklungsfahrer benennt die größten Schwachstellen der modernen Formel 1 – und erklärt, was er anders machen würde.

Wird in der Formel-1-WM ausreichend oft überholt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Rennserie mit schöner Regelmäßigkeit. Der Auftakt in die Saison 2018 hat das Thema noch einmal befeuert, und eine kurzfristige Lösung des "Überholproblems" ist nicht in Sicht. Die aktuellen Fahrzeuge sind aerodynamisch zu komplex und sorgen für so große Luftverwirbelungen, dass Überholen alles andere als einfach ist.

Williams-Testfahrer Robert Kubica sieht den Schlüssel für mehr Rennaction darin, die Autos technisch abzurüsten: "Würde die Formel 1 wieder auf leichtere Autos zurückwechseln und das Augenmerk nicht so stark auf die Aerodynamik legen, wäre das Anbremsen wieder schwieriger. Das würde den Überholchancen guttun, weil man in der Bremszone wirklich einmal die Chance hätte, sich neben einen Rivalen zu setzen."

Leichtere Fahrzeuge mit abgespeckter Aerodynamik hätten laut Kubica auch den Vorteil, dass die Reifen nicht so sehr belastet würden: "Die Reifen hielten dann deutlich mehr aus, und der Fahrer könnte die Pneus viel mehr strapazieren. Ein Verbremser oder ein Bremsplatten wären dann nicht mehr so dramatisch." Dies wiederum gäbe dem Piloten die Chance auf eine weitere Attacke; mit dem aktuellen Reglement, das reifenschonendes Fahren verlangt, ist das fast undenkbar.

In den Augen von Kubica liegt das vor allem am hohen Gewicht der Fahrzeuge: "Das hohe Fahrzeuggewicht hat die größten Auswirkungen auf das Fahren an sich, die Linienwahl und alles weitere. Zu meiner aktiven Zeit betrug das Minimalgewicht 620 Kilogramm, also 120 Kilogramm weniger als heute – und 100 Kilogramm bedeuten 3,5 bis 4 Sekunden pro Runde."

Die aktuelle Formel 1 besteche jedoch durch sehr schnelle Zeiten, was aber zu einem großen Teil an der immer komplexer werdenden Aerodynamik liege, meint Kubica. Eine Schattenseite dieses Reglements sei, dass die Autos träge seien: "Die Fahrzeuge fühlen sich unheimlich schwer an, vor allem bei langsamen Geschwindigkeiten. Als ich das erste Mal wieder ein aktuelles Fahrzeug bewegt habe, war ich regelrecht geschockt davon, wie schwerfällig es reagiert."

Laut Kubica liegen Welten zwischen dem Fahren mit wenig Sprit im Qualifying und einem vollen Tank bei Rennstart. "Man muss sich das einmal vergegenwärtigen: Früher gingen wir mit Autos ins Rennen, die so viel gewogen haben wie die heutigen Autos im Qualifying." Doch damit, das Gewicht der Formel-1-Boliden zu senken, sei es vermutlich nicht getan, meint Kubica: "Da spielen mehrere Themen mit hinein. Es gibt nicht die eine Lösung, die alles kuriert."

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