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Formel 1: Analyse

Ab 2021 wieder "Ground Effect"-Autos?

Die Zukunft der Formel 1 nimmt Formen an: 2021 soll der negative Bodeneffekt wiederbelebt werden und für bessere Zweikämpfe sorgen.

Den Schwerpunkt der Aerodynamik ab 2021 verstärkt in Richtung Unterboden zu verlagern, bedeutet nicht nur einen Einschnitt in die aktuelle Designphilosophie der Formel-1-WM. Die Maßnahmen sollten, zumindest in der Theorie, auch für besseren Rennsport sorgen.

Derzeit sind die Unterböden moderner Formel-1-Boliden flach. Im Bereich der Hinterradaufhängungen gehen sie in den sogenannten Diffusor über; im Zusammenspiel mit dem Heckflügel sorgen diese beiden Elemente für einen Großteil des aerodynamischen Anpressdrucks der Autos.

Allerdings generiert dieses Konzept hinter den Autos starke Luftverwirbelungen, im Rennenglisch auch 'dirty air' genannt. Diese wirken sich negativ auf direkt hinterherfahrende Boliden aus, weil die Autos in der Regel dafür ausgelegt sind, bei unverwirbelter, statischer Luft am besten zu funktionieren.

Die Konzeptänderung hin zu den sogenannten Venturi-Kanälen, die vorne an den Seitenkästen beginnen, generiert den sogenannten 'ground effect', genauer gesagt einen negativen Bodeneffekt. Dabei wird die Luft zwischen Unterboden und Fahrbahn stärker beschleunigt als jene, die außen am Fahrzeug vorbei- bzw. darüber hinwegströmt.

Das erzeugt ein Plus an Anpressdruck und bedeutet, dass die Autos mit kleineren Heckflügeln auskommen und dennoch gleich hohe Kurvengeschwindigkeiten erzielen können. Außerdem verringert die Verlagerung der Aerodynamik hin zum Unterboden die Anfälligkeit der aerodynamischen Balance, sodass hinterherfahrende Autos nicht mehr so stark unter den (überdies reduzierten) Luftverwirbelungen leiden.

Zusätzliche Luftleitbleche im Bereich der Vorderachse sollen außerdem sicherstellen, dass die von den rotierenden Rädern verwirbelte Luft eingedämmt wird. Das wiederum dient der Effizienz der dahinterliegenden Venturi-Tunnel.

Aerodynamische Verwirbelungen im Bereich des eigenen Chassis zu kontrollieren, ist eine komplexe Angelegenheit. Deshalb sind die Luftleitbleche zuletzt immer detaillierter ausgearbeitet worden. Deren Reduktion würde daher in Zukunft auch eine strengere Regulierung dieser Luftleitbleche ermöglichen.

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