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WEC: Silverstone

Audi bezwingt Porsche in dramatischem Rennen

Das Trio Lotterer/Fässler/Treluyer gewinnen im #7 Audi R18 den Auftakt der WEC in Silverstone - Crash und Pech für Porsche, Toyota erbt Podium.

Audi verlässt das Auftakt-Wochenende der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2016 als WM-Führender. Andre Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Treluyer konnten im neuen R18 den Vorjahressieg wiederholen und sich in einem engen und dramatischen Duell vor 52.000 Zuschauern in Silverstone gegen den Porsche #2 von Neel Jani, Romaiin Dumas und Marc Lieb durchsetzen. Auf den dritten Rang kam Toyota mit Kamui Kobayashi, Stephane Sarrazin und Mike Conway .

Beim Start konnten sich die späteren Sieger von der Pole-Position zunächst in Führung setzen, doch dahinter kamen die Weltmeister. Mark Webber schnappte sich mit dem 919 #1 nach sieben Runden zunächst Oliver Jarvis, zehn Umläufe später zog der Australier bei einem Überrundungsmanöver gegen den P1/01 von ByKolles in sehenswerter Manier am führenden Andre Lotterer vorbei. Fortan konnte Webber ein starkes Tempo in eine sichere Führung umsetzen.



Nach nur einem Stint übergab der Ex-Formel-1-Star seinen Wagen an Brendon Hartley, der sich bis zum zweiten Stopp der Startnummer 1 an der Spitze behaupten konnte. Doch nach dem Service das Drama: Hartley geriet beim Überrunden in das Gehege des Gulf-Porsche und hob wild ab. Nach einem Beinahe-Überschlag in der schnellen Farm-Kurve landete Hartley unsanft in den Begrenzungen der Village-Corner. Er entstieg dem Wrack unverletzt.

Audi muss Hybridspeziallisten aktivieren

Während dieser dramatischen Szenen war das Rennen auch für den Audi #8 zu Ende. Lucas di Grassi blieb mit seinem R18 während der Gelbphase stehen. Wegen eines Schadens an den elektrischen Systemen wurde eine sogenannte "Hybrid Incident Procedure" gestartet. Di Grassi musste im Fahrzeug sitzen bleiben, ein Audi-Techniker wurde mit der entsprechenden Ausrüstung zum Auto geschickt. Unterdessen gab es immer mehr Qualm im Cockpit, sodass di Grassi den Feuerlöscher aktivierte und aus dem R18 sprang.

Innerhalb weniger Minuten waren somit die beiden Volkswagen-Marken um jeweils ein Fahrzeug reduziert, Toyota rückte mit dem TS050 #5 auf Podestkurs. Doch nicht für lang: Kazuki Nakajima erlitt einen Reifenschaden, die Fetzen zerlegten das Heck, sodass eine 40-minütige Reparatur fällig wurde. Es kam in der letzten Rennstunde zum großen Showdown: Marcel Fässler gegen Neel Jani - das Duell, das schon im Vorjahr alle Fans von den Sitzen gerissen hatte.

Der Unterschied in diesem Jahr: Der Audi-Pilot hatte auf jede Attacke des Porsche 919 eine passende Antwort. Fässler brachte den R18 beim Renndebüt als Erster ins Ziel, Jani musste zu allem Überfluss wegen eines Plattfußes vorne rechts noch einen zusätzlichen Stopp einlegen. Der Rückstand bei Zieldurchfahrt: rund 45 Sekunden. Toyota konnte im Rennen sehr konkurrenzfähige Rundenzeiten realisieren und hatte am Ende eine Runde Rückstand auf die Spitze.

GTE-Pro: Ferrari in eigener Liga unterwegs

Bei den privaten LMP1-Teams setzte sich Rebellion mit einer soliden und stabilen Fahrt gegen ByKolles durch. Am CLM P1/01 gab es zwischenzeitlich einen Aufhängungsschaden, der eine langwierige Reparatur nach sich zog. In der hart umkämpften LMP2-Klasse setzte sich RGR beim WEC-Debüt gegen ESM und G-Drive durch. Für die Mannschaft um Rene Rast wäre mehr als Platz drei möglich gewesen. Ein kurioser Stopp am Streckenrand und der Wechsel der Front waren die Mannschaft aber zurück.

In der GTE-Pro-Klasse wurde die aktuelle Überlegenheit der beiden Ferrari 488 extrem deutlich. Davide Ridon und Sam Bird fuhren einen ungefährdeten Erfolg ein, das Schwesterauto mit Gimmi Bruni und James Calado erreichte Rang zwei - und das war bemerkenswert. Der AF-Corse-Wagen #51 hatte nach technischen Problemen im Qualifying von hinten starten müssen. Wegen eines Motorwechsels musste man im Rennen zudem eine dreiminütige Strafe absitzen. Und dennoch auf Platz zwei...

Im chancenlosen Kampf gegen die neuen 488 GTE schaffte es Aston Martin mit Geburtstagskind Nicki Thiim, Marco Sörensen und Darren Turner auf den dritten Rang. "Wir hatten Glück bei Gelbphasen. Die passten immer perfekt zu unserem Boxenstopp-Fenster", so Turner gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Nur so konnte man sich gegen die soliden Ford GTs durchsetzen, die beim WEC-Debüt auf die Klassenränge vier und fünf kamen. In der GTE-Am-Klasse siegte AF Corse mit Perrodo/Collard/Aguas.

Audi R18 #7 disqualifiziert Audi R18 #7 disqualifiziert Wer ist der Favorit? Wer ist der Favorit?

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