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DTM: Norisring

DTM verschärft Kommunikationsverbot

Novum in der DTM: Renndirektor Sven Stoppe ändert Regeln und verbietet das Anzeigen der Rundenzeiten auf den Boxentafeln - Verhindern von Zielzeitfahren.

Bei der DTM auf dem Norisring greift der Renndirektor noch vor Rennstart ins Geschehen ein: Die Kommunikation zwischen Kommandostand und Fahrern wird weiter eingeschränkt. Vor Saisonbeginn wurde in der DTM 2017 ein Funkverbot eingeführt. Die Teams dürfen keine Informationen mehr ins Cockpit übermitteln. Abgesehen von sicherheitsrelevanten Meldungen in der Boxengasse oder während einer Safety-Car-Phase dürfen die Teams nur über die Boxentafel mit den Piloten kommunizieren.

Die Funkverbotsregeln werden durch DTM-Renndirektor Sven Stoppe nun verschärft. Ab sofort dürfen den Fahrern auf den Pitboards keine Rundenzeiten mehr gezeigt werden - auch nicht in Codes verschlüsselt. Hintergrund ist das Verhalten von Herstellern, Teams und Fahrern am zurückliegenden Rennwochenende in Ungarn.

Die neue Vorgabe wird den 18 DTM-Piloten und jeweiligen Teamverantwortlichen im Rahmen der Fahrerbesprechung auf dem Norisring am Freitag mitgeteilt. Ein Novum in der DTM: Üblicherweise werden die Teams und Medienvertreter mittels schriftlicher Mitteilung, eines sogenannten Bulletins, über die Änderungen informiert. Dass der Renndirektor eine Regeländerung vornimmt und diese kommuniziert, ist neu.

Renndirektor darf Regeln ändern

Kraft seines Amtes darf der Rennleiter das Reglement ohne die Erstellung eines Bulletins ändern, wenn es Vorfälle gibt oder gegeben hat, die das Renngeschehen beeinflussen. Genau das trifft in diesem Fall zu. Hintergrund des Eingreifens von Sven Stoppe ist die vor dem Rennen auf dem Hungaroring kurzfristige Änderung der Performance-Gewichte. Seitdem erfolgen die Gewichtszuladungen nicht mehr nach den Qualifyings, sondern nach den Rennen.

Die drei Hersteller der DTM haben nach dem Rennwochenende in Ungarn beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) den Antrag gestellt, das Reglement bezüglich der Erfolgsgewichte erneut zu ändern. Was war passiert? Im Sonntagsrennen auf dem Hungaroring war ein sogenanntes Zielzeitfahren (per "Target-Lap-Time") zu beobachten.

Um eine Gewichtszuladung für das nachfolgende Rennen zu vermeiden, wurden die Fahrer angehalten, eine bestimmte Rundenzeit zu fahren, um den Schnitt über 28 Umläufe nicht zu gut werden zu lassen. Einige Fahrzeuge der drei Hersteller hätten problemlos schneller fahren können als sie tatsächlich gefahren sind. Rundenzeiten von 1:38 Minuten und langsamer wurden gesetzt. Dass es durchaus schneller ging, zeigte Mattias Ekström.

Target-Lap-Time auf Boxentafel gezeigt

Der Abt-Pilot fuhr im Sonntagsrennen in Ungarn in 1:36.725 Minuten die schnellste Rennrunde. Nach Informationen von motorline.cc waren auf einer Boxentafel die Zahlen "385" zu sehen. Dieses Kürzel stellt die Rundenzeit von 1:38.5 Minuten dar, die der Pilot fahren soll. Aufgrund des Funkverbots dürfen den Fahrern keine Rundenzeit über das Teamradio mitgeteilt werden. Einzig das Pitboard ist als Kommunikationsmittel zwischen Kommandostand und Auto zugelassen. Deshalb die Zahlenkombination.

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