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OMV Rallye Waldviertel: Vorschau Nothdurfter

Wegen Erfolgs verlängert

Zu Saisonbeginn hätte man das dem Tiroler mit dem Lotus Cortina nicht zugetraut, daß seine Rallye-Starts so einschlagen würden.

Im Herbst ist gut Drachensteigen-Lassen, und das zeigt sich auch an dem Ford-Lotus Cortina, der auch so etwas wie ein kleiner Flugdrachen ist, und je länger Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger ihn steigen lassen, umso höher fliegt er. Die letzten beiden Rallyes waren äußerst erfolgreich, was die reinen Zeiten betrifft, und bei der ARBÖ-Steiermark-Rallye wäre es beinahe zu einem Sieg des über 40 Jahre alten Wagens bei den Historischen gekommen. Das ist wahrlich sensationell.

Zu Saisonbeginn hätte man das dem Tiroler mit der skurrilen alten Familienkutsche gar nicht zugetraut, daß seine Rallye-Starts noch einmal so gewaltig einschlagen würden, aber das liegt vielleicht auch ein wenig daran, daß er bislang in Österreich selten gefahren ist und sein Format dementsprechend wenigen bekannt ist. Wer hingegen schon einmal bei den großen internationalen Histo-Rallye-Events war, bei denen Alois Nothdurfter an den Start gegangen ist, der wird mitbekommen haben, daß dort sehr wohl unter seinen Konkurrenten großer Respekt ihm gegenüber herrscht.

Seit der ARBÖ-Steiermark-Rallye 2006 weiß man es auch bei uns etwas genauer. Dort hatten Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger mit dem 65er-Baujahr trotz prächtigster Besetzung hervorragende Siegchancen. Nur Hans-Georg Lindner war am Ende ein klein wenig schneller, aber auch der zweite Platz mit diesem ollen Karren war überirdisch.

An sich ist die Hauptsaison des historischen Rallyesports in Österreich ja schon abgelaufen, denn die entsprechende Meisterschaftswertung wurde mit der ARBÖ-Steiermark-Rallye abgeschlossen. Man kann aber auch bei einer Veranstaltung außerhalb dieses Wertungskreises seine Herausforderung finden. Hier ist die OMV-Waldviertel-Rallye gleich in mehrfacher Hinsicht reizvoll: Sie ist auf dem Wege, eine international beachtete Top-Class-Veranstaltung von einem Format zu werden, wie es selbst der Vorgänger-Veranstaltung, der Semperit-Rallye, nie gelungen ist.

Entsprechend groß ist daher das Interesse seitens Presse und Besucher, und entsprechend effektiv läßt sich daher ein Erfolg vermarkten. Und Erfolgschancen hat Alois Nothdurfter bei der OMV-Waldviertel-Rallye nach wie vor in sehr hohem Maß – vielleicht noch mehr als bei den zuvor gefahrenen Rallyes: Seine Erfahrung auf schnellem Schotter von seinen Finnland-Ausflügen könnte hier von großem Vorteil sein. Denn auch bei der historischen 1000-Seen-Rallye geht es mächtig zur Sache.

Beim Thema Vermarktung ist natürlich auch die Konkurrenz-Situation ein wichtiger Punkt. Mehr Konkurrenz bewirkt eine Erhöhung der Anforderungen, aber auch eine Erhöhung des Prestiges, wenn der Erfolg gelingt. Denn seit jeher gilt der Grundsatz „Viel Feind‘, viel Ehr‘“. Nach dem Verlauf der letzten Rallyes ist klar: Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger brauchen keine Konkurrenz zu fürchten, denn trotz ihres irrwitzig alten Boliden können sie mit überraschend guten sportlichen Leistungen aufwarten.

Konkurrenz bei den Historischen ist auch diesmal wieder da: Zwar sind es weniger als zuletzt bei der ARBÖ-Steiermark-Rallye, die sich diesmal mit ihren Youngtimern (der Wagen von Nothdurfter ginge hingegen schon leicht als Oldtimer durch) der Sekundenjagd stellen, aber die Namen haben durchwegs Klasse: Josef Pointinger (Ford Escort RS 2000; nicht zufällig an erster Stelle genannt), Christoph Weber (Mercedes 190, auch immer wieder eine Riesennummer), Andreas Bayer (Skoda 200 RS; hat zuletzt stark an Tempo zugelegt) oder Willi Polesznig (Porsche 911).

Das reicht schon für einen genüßlichen Schlagabtausch, der auch die Herzen der Fans wärmt, trotz der Kälte des ausklingenden Waldviertler Oktobers. Und wenn ein Hecktriebauto im Grenzbereich bewegt wird, vor allem auf Schotter, dann ist das zum Ansehen so gut wie immer erste Güte.

Die Gegner sind aber nicht nur bei den Historischen zu suchen: Wenn man bei 150 Startern nicht ganz untergehen will, dann muß man sich schon ganz schön ins Zeug legen. Dafür kriegt man umso mehr Applaus, wenn man in der Gesamtwertung möglichst weit vorne ist. Aber auch der Mittelteil wird diesmal sehr spannend: Ein Rudel 318er-BMW’s aus Deutschland ist im Anmarsch, genauso wie einige furchtlose Volvo-Drifter. Wer sich in diesem Mittelteil besonders gut behaupten kann, der wird am Ende mit Sicherheit Starkult erlangen.

Der Ford-Lotus Cortina könnte zum großen Liebling der Waldviertel-Rallye-Besucher werden. Und mit ihm Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger.

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