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Rallye-ÖM: OMV Rallye Waldviertel

Schotter voraus!

Motorline.cc verrät bereits jetzt die Highlights der OMV Rallye Waldviertel, über 85% Schotter-Anteil, neue SP's und eine tolle Super-Stage.

Manfred Wolf

Das Ende des Rallye-Jahres naht mit Riesenschritten. Die Steiermark-Rallye in und rund um Admont am 30. September ist bereits der vorletzte Lauf zum heimischen Championat – und dort dürften auch in den restlichen Klassen die Entscheidungen fallen. Raimund Baumschlager könnte seinen vierten Staatsmeistertitel in Serie fixieren, Achim Mörtl könnte sich vorzeitig zum Gruppe-N-Triumphator küren.

Für die rund einen Monat später auf dem Programm stehende OMV Waldviertel-Rallye ist das kein Problem. Denn selbst wenn Baumschlager und Co ihre Titel sicher in der Tasche haben: Beim Schotter-Festival im nördlichen Niederösterreich werden trotzdem alle Asse noch einmal am Start stehen. Als krönender Abschluss eines Rallye-Jahres. Aber warum ist das so? Gibt es etwas Besonderes zu gewinnen? Mitnichten.

Seit 25 Jahren wird im Waldviertel auf mittlerweile legendären Sonderprüfungen gefahren, seit 25 Jahren tragen sich prominente Namen in die Siegerliste ein. Früher noch als Gewinner der „Semperit-Rallye“, „A1-Rallye“ oder „Int. Waldviertel-Rallye“ seit 2004 als Sieger der „OMV Rally Waldviertel“.

Und da waren jede Menge prominente Namen darunter: Die deutsche Rallye-Legende Walter Röhrl gewann 1985, bei seinem unvergesslichen Auftritt mit dem Audi S1. Der leider schon verstorbene Argentinier Jorge Recalde war es 1987, der Deutsche Armin Schwarz fuhr 1996 zum Sieg und wiederholte seinen Erfolg im Jahre 2000, wo er mit dem Werks-Skoda-Octavia-WRC vor einer Rekordkulisse für unvergleichliche Stimmung sorgte.

Sonst waren es fast immer österreichische Piloten, die im Waldviertel ganz oben auf dem Podest standen. Und die Liste der Sieger liest sich wie ein „who’s who“ der österreichischen Rallye-Geschichte: Georg Fischer, Franz Wittmann, Sepp Haider, Wilfried Wiedner, Raimund Baumschlager oder Manfred Stohl, sie alle waren ein oder mehrmals erfolgreich.

Wenn es also vom 26. bis 28. Oktober um den Sieg bei der 26. Ausgabe der Waldviertel-Rallye geht, dann starten die besten Rallye-Piloten Österreichs schon alleine deshalb, um sich in die Siegerliste eintragen zu können. Dass diese Aufgabe nicht leichter, sondern eher wieder schwieriger wird, dafür sorgt ein Mann, der erst 2001 die Ausrichtung der größten Rallye Österreichs übernommen hat: Helmut Schöpf.

Nach seinem Coup im letzten Jahr, als er mit der Wiederaufnahme der legendären Sonderprüfungen in Litschau „Galthof“ und „Schlag“– kurz gesagt mit der Wiederentdeckung des Langauer Forstes – für Furore gesorgt hat, war er auch für die heurige Rallye nicht untätig und kann wieder einmal mit Aufsehen erregenden Neuerungen aufwarten. Der Ruf nach mehr Action ist in letzter Zeit nicht zu überhören.

In der österreichischen Rallye-Szene sorgten in den letzten Jahren das aufgrund Geldmangels verständliche Ausbleiben von WRCs sowie die daraus resultierenden Mitsubishi-Prozessionen bei vielen Fans für Verzweiflung – teilweise bleiben viele Zuseher den Veranstaltungen sogar ganz fern. Dass stures Liniefahren auf Schotter nur schwer möglich ist, erkannte Helmut Schöpf schon vor langer Zeit.

Und steigerte, ganz gegen den Willen der FIA, den Schotter-Anteil seiner Rallye beträchtlich. Mit vielen Neuerungen und neuen Sonderprüfungen ist dieser Prozess im Jahre 2006 an einem neuen Höhepunkt angelangt: Knapp über 85 Prozent Schotteranteil (!) weist die diesjährige OMV Waldviertel-Rallye auf.

Ein Genuss für jeden Rallyepiloten mit Herz und natürlich eine Freude für die Fans, die sich schon jetzt auf ein wahres Festival der Quertreiberei freuen können, „wer hier nicht mitfährt ist selber Schuld“ so der Organisationsleiter der OMV Rally Waldviertel

Das Rallye-Headquarter ist wieder in Waidhofen an der Thaya, wie schon in früheren Jahren stellt die Sport- und Event-Halle das Rallye-Zentrum dar. Die Service-Zone ist am ersten Tag auf dem Nordring, am zweiten Tag am Flugplatz in Dobersberg untergebracht.

Die „Rallye-Village“ in Schlag wird es ebenso wieder geben wie jene in Hollenbach. Dazu kommen teilweise überarbeitete Sonderprüfungen. Die SP „Schlag“ wird beispielsweise verlängert, die zusätzliche Passage am Schluss ist dabei besonders anspruchsvoll, mit vielen Kurven gespickt und für die letzte Zuschauerzone wird sogar extra ein großer Sprung angelegt!

Völlig überarbeitet präsentiert sich auch die SP „Leonhard/Gars am Kamp“, die den berühmten Zielsprung beim Wolfshoferamt durch den OMV-Bogen sowie die „Schotter-Arena“ beinhaltet – hier wurden ganze Abschnitte neu geplant.

Ein besonderes Zuckerl ist aber auch heuer wieder die Präsentation einer völlig neuen, im Kern eigentlich uralten Sonderprüfung: Zwischen Gföhl und Kronsegg, so auch der Name der Prüfung, liegt eine der wenigen noch öffentlichen Naturstraßen des Waldviertels diese wurde 1971 das letzte Mal gefahren also vor 35 Jahren.

Seit damals hat sich auf der offiziell als Landesstraße ausgezeichneten Strecke nicht viel geändert. Leicht abfallend, windet sich die Schotterstraße links an einer Böschung und rechts an einem tiefer liegenden Bach entlang, der feine, runde Schotterbelag erinnert dabei fast ein wenig an Neuseeland.

Für die Fans ist der Zugang zu dieser Sonderprüfung nicht gerade leicht, die besten Stellen müssen im Fußmarsch erreicht werden. Wer allerdings im letzten Jahr die Onboard-Aufnahmen aus dem Langauer Forst gesehen hat, der weiß, dass die meisten Fans auch vor längeren Wegen nicht zurückschrecken, um sich dann mitten im Wald die besten Drifts zu geben!

Und als absolutes „Überdrüber-Highlight“ wird der Nordring adaptiert und zur „SuperStage“ umgebaut. Mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Rallye-Namensgebers OMV ist es heuer zum ersten Mal möglich, den Nordring als echte SuperStage zu fahren.

Das Besondere daran: Die „SuperStage“ wird nicht nur am Freitagabend auf dem Nordring gefahren sondern erstmals auch mitten in der Rallye, nämlich am Samstagmittag! Auf 3,6 Kilometer erwartet die teilnehmenden Teams und die hoffentlich zahlreichen Fans eine extrem anspruchsvolle Strecke.

Schließlich ist der Nordring keine Retortenstrecke, sondern eine der ältesten und besten Rallyecross-Strecken Europas, die speziell für eine SuperStage modifiziert wurde – mit anspruchsvollen Kurvenkombinationen, zwei Sprüngen und einer nagelneuen Brücke, die Zuseherbereiche liegen rund um den Ring und die Fans sind erstmals bei einer Superstage hautnah dabei!

Wer als Rallyefan in den letzten Oktobertagen nicht ins Waldviertel kommt, versäumt also mit Sicherheit einiges. Die Teams wollen das auf gar keinen Fall – wie ein erster Blick auf die Nennungen beweist: Nur 10 Tage nach dem Beginn der Nenn-Annahme, noch ein knappes Monat vor dem offiziellen Nennschluss, sind bereits rund 30 Teams genannt, darunter zwei WRC-Mannschaften...

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