RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Titelhoffnung dahin, Zukunftshoffnung intakt

Nach zwei Siegen in der Dieselklasse und einer durch Pech verloren gegangenen Klassenführung war nun zur Abwechslung etwas Ernüchterung angesagt.

Die von sehr viel Nässe, schlammverschmiertem Asphalt und auch einigen Schneefahrbahnen gekennzeichnete Ostarrichi-Rallye 2007 im oberösterreichischen Gebiet Bad Hall hatte auch bei den Routiniers und langjährigen Stars einige Opfer gefordert (Raimund Baumschlager, Kris Rosenberger, Franz Wittmann Junior,...), da ist es nur allzu verständlich, wenn Willi Rabl Junior in seiner erst zweiten vollen Rallye-Saison einige Schwierigkeiten hatte, das richtige Tempo zu finden.

Schon die erste Prüfung lieferte einen Vorgeschmack für das, was Willi Rabl und Uschi Breinessl im weiteren Verlauf der Rallye noch erwarten würde: Naßkaltes Niederschlagswetter unweit des Gefrierpunktes und dementsprechend nicht sehr vertrauenerweckende Bodenhaftungswerte. Die viertschnellste Diesel-Zeit war für das in der letzten Zeit sehr erfolgsverwöhnte VW-Austria-Team Rabl/Breinessl ebenfalls eine etwas kalte Dusche, aber es ging halt nicht mehr.

Die zweite Prüfung wurde wegen des Baumschlager-Unfalls neutralisiert, auch auf der dritten Prüfung, der ersten des zweiten Tages, fand keine sportliche Entscheidung statt: War der Schnee zu hoch oder die Reifenausrüstung der Teilnehmer zu ungeeignet – riskieren wollte man nichts. Die vierte Prüfung brachte für Willi Rabl aber auch keine Platzverbesserungen: War er auf der ersten Prüfung noch knapp am Diesel-Dritten Martin Fischerlehner (Skoda Fabia) dran (lediglich sieben Zehntelsekunden Zeitunterschied), so enteilte der Vorjahres-Dieselsieger nun völlig. Es folgte eine weitere SP-Absage und gleich darauf eine Neutralisation, aber das schien eher irrelevant. Auf den noch stattgefundenen letzten beiden Prüfungen bestätigte sich, was zu erwarten war: Der vierte Platz in der Dieselwertung wurde festgefroren, es war schlichtweg das Maximum.

Willi Rabl Junior hatte in dieser Saison schon einige Erfolge und machte eine gute Figur, wo immer er antrat. Er hatte sich auch diesmal wieder sehr bemüht, wirkte von außen sogar sehr schnell. Aber um bei einer so extrem schwierigen Rallye, die selbst langjährige Profis aufs Äußerste forderte und teilweise sogar überforderte, richtig zu brillieren, fehlte ihm schlichtweg die nötige Erfahrung. Und das macht sich besonders bei einem so schwierig zu beherrschenden Wagen wie dem VW TDI-Kitcar bemerkbar.

Damit sind nun auch die rechnerischen Chancen auf den Division III-Titelgewinn für Willi Rabl Junior und Uschi Breinessl dahin, was aber an ihrem prinzipiell hohen sportlichen Niveau in keiner Weise zweifeln läßt. Es hat etwas gebracht, nämlich ein bißchen was von der Erfahrung, die bisher noch fehlte. Nebst einiger Punkte, aber das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Und wieder einmal hat ein Auto von Hofbauer Motorsport wunderbar gehalten (wie übrigens auch beim Sieger Michael Kogler – irgendein VW gewinnt eben fast immer).

Ob Willi Rabl auch bei der OMV-Waldviertel-Rallye wieder dabei sein wird (wenn, dann sicher mit Uschi Breinessl) und wie überhaupt die Zukunftsgestaltung in Sachen Rallye-Plänen aussehen wird, darüber muß zur Zeit erst beraten werden. Aber wer ihn heuer fahren gesehen hat, gleichgültig bei welcher Rallye, der wird sich wünschen, daß er auch im nächsten Jahr wieder dabei ist. Die Titelhoffnung ist zwar dahin, aber nicht die Zukunftshoffnung!

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ERC, Rom: Vorschau Opel Junior Team

Junioren gehen als Mitfavoriten in die Hitzeschlacht

Zweiter Lauf der Rallye-Junior-Europameisterschaft 2026 bei der Rally di Roma Capitale. Doppelführung für das ADAC Opel Rally Junior Team mit Timo Schulz und Tom Heindrichs. Claire Schönborn möchte vor historischer Kulisse das Momentum aus den Vogesen nutzen.

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg