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Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

Blitz-sauberer Saisonabschluss

Wie bereits im Vorhinein absehbar, spielte der letzte Lauf zur Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft 2007 alle Stücke, das war nicht zu übersehen.

Zum Einen stand die Historische Rallye-EM als große Herausforderung, zum Anderen setzte der Schneefall, der teilweise nasse, teilweise aber auch schneebedeckte Fahrbahnen bewirkte, den Schwierigkeitsgrad gewaltig hinauf. Hier überhaupt anzukommen, war bereits ein großer Erfolg. Anzukommen und vorne dabei zu sein ein noch größerer.

Koni Friesenegger konnte seine gute Form von der ARBÖ-Steiermark-Rallye ins nicht weit entfernte östliche Oberösterreich, zur Ostarrichi-Rallye bei Bad Hall, mitnehmen, Jürgen Hilmbauer unterstützte ihn dabei so gut wie immer. Auch die technische Vorarbeit zeigt immer öfter gute Früchte, so auch diesmal.

Die Zeit der ersten Prüfung, dem Rundkurs Aschach-Ternberg, war noch nicht wirklich aussagekräftig, Friesenegger und Hilmbauer beendeten diese als Zwölfte von immerhin 33 Teilnehmern bei den Historischen. Dabei waren sie immer noch schneller als etliche Stars, wie Sepp Gruber, Gerhard Openauer oder auch der ehemalige deutsche Porsche-Profi Heinz-Walter Schewe. Roberto Bigoni mit dem zweiten Opel war überdies um eine Dreiviertel-Minute hinter Friesenegger. Trotzdem war davon auszugehen, ddass da noch entscheidend mehr gehen würde, und so kam es auch:

Auf der zweiten Prüfung, wiederum auf dem Rundkurs Ternberg, konnten sich Koni Friesenegger und Jürgen Hilmbauer hervorragend durchsetzen und bewiesen mit einer fünftschnellsten Zeit ihre prinzipiell sehr gute Wettbewerbsfähigkeit. Auch in der Zwischenwertung machten sie einen gewaltigen Sprung nach vorne, dort waren sie nun ebenfalls Fünfte, noch vor dem Lancia Stratos von Marco Bianchini. Und da erkennt man erst, wie hochkarätig diese Rallye bei den Historischen wirklich besetzt war.

Qualität hatte unbestritten auch der Fahrstil von Koni Friesenegger: Dort, wo sich der rassige Stratos nach einem Verbremser in die schlammig gewordene Wiese hinausgedreht hatte, war zwar auch der vergleichsweise biedere Kadett mit den Hinterrädern in den Dreck gekommen, aber anstatt sich zu drehen oder schlichtweg stehenzubleiben, nahm Friesenegger den tückischen 90-Grad-Rechtsabzweig am Ende eines schnellen, langen Bergabteiles mit einem stilvollen, schnellen Drift. Die Handschrift wahrer Könner.

Am Samstag ging zwar nach vorne fast nichts mehr, denn inzwischen hatte Koni Friesenegger nur noch Gegner vor sich, die extrem schwer zu besiegen sind, aber es war auch wichtig, die erarbeitete Position möglichst zu halten und – vor allem nicht von der Strecke abzukommen. Auch ein Sepp Gruber, einer der routiniertesten österreichischen Rallye-Starter überhaupt, musste erkennen, wie schwierig es war, schnell UND sicher zu sein. Sein im vorderen Bereich stark zerstörter Ford Escort dürfte ein Fall für den Shredder sein.

Es blieb auch nicht viel Gelegenheit, um am Ergebnis noch etwas zu verbessern, auch wenn der zweite Tag sehr vielversprechend begonnen hatte: Die dritte Prüfung, bei der sich die Offiziellen noch streiten, ob man sie überhaupt in die Wertung nehmen soll (extreme Schneefahrbahnen; Neutralisation oder doch völlige Streichung sämtlicher Ergebnisse dieser Prüfung?), beendeten Koni Friesenegger und Jürgen Hilmbauer als Fünftschnellste (sie verloren aber dennoch einen Platz, weil der von hinten heranstürmende Openauer so extrem schnell war), auf dem darauffolgenden Rundkurs Bad Hall behaupteten sie sich als Viertschnellste noch besser.

Die Prüfung danach wurde abgesagt, danach wurden leider die falschen Reifen am Kadett montiert, soddass Friesenegger/Hilmbauer der Attacke von Pointinger & Pointinger (wie gehabt Escort) wehrlos ausgeliefert waren. Dass die Mostviertler mit dem Opel Kadett auf der letzten Prüfung nur noch darauf achteten, den guten sechsten Platz bei den Historischen sicher heimzufahren, ist angesichts der Bedingungen mehr als verständlich.

Die erbrachte Leistung – bis auf Valter Jensen aus Norwegen wurden alle ausländischen Stars geschlagen – ist in jedem Fall zufriedenstellend, und es war wohl auch eine Rallye, bei der sich Koni Friesenegger enorm steigern konnte, was vor allem den schnellen und sicheren Umgang mit einem Rallyeauto unter schlechten Streckenverhältnissen betrifft.

Das lässt sehr viel Gutes für seine zukünftigen Rallyes erwarten – es sieht aus, als wäre er ein Siegerkandidat für die Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft 2008. Denn: Was wären die Historischen in Österreich ohne den schwarz-gelben Opel Kadett GT/E von Koni Friesenegger und Jürgen Hilmbauer?

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