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Rallye-WM: Argentinien

Kann Hirvonen die Siegesserie von Loeb stoppen?

Mikko Hirvonen lässt sich auf keine Ziele oder Prognosen mehr ein – Jari Matti Latvala muss in Argentinien das Ziel sehen, sonst wird es eng…

Michael Noir Trawniczek

Mikko Hirvonen ist mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem er vorausblickend auf die nächste Rallye keinerlei Platzierungen mehr als Ziel angibt. „Wir müssen mit allem rechnen“, sagt der 28-jährige – und meint damit in erster Linie die Wetterbedingungen im argentinischen Herbst.

Im Grunde muss Hirvonen auf ein Wunder hoffen – in Argentinien ist Loeb seit 2005 ungeschlagen. Es gibt vage Hoffnungen, im Land der Gauchos diese Siegesserie brechen zu können, schließlich konnte Hirvonen im Vorjahr zumindest am ersten Tag die Rallye anführen, ehe er nach einem Aufhängungsdefekt den Kampf um den Sieg aufgeben und sich unter „Superally“ mit dem fünften Platz begnügen musste.

Hirvonen hofft darauf, dass ihm sein Ford Focus WRC auf den schwierigen Schotterprüfungen einen Vorteil verschafft: „Die Straßen sind schnell und teils extrem eng, dazu immer wieder unterbrochen durch Sprünge und Wasserdurchfahrten. Der Straßenbelag ist recht weich und entwickelt bei der zweiten Passage bereits tiefe Spurrillen. Da in Südamerika der Herbst begonnen hat, kann man von warm bis nasskalt fast jede Witterung erwarten. Gerade auf den Flussquerungen müssen wir aufpassen. Unser Ford Focus kommt damit aber sehr gut zurecht - wenn wir die Wasserdurchfahrt richtig treffen, können wir voll auf dem Gas bleiben.“

Für Latvala ist es 5 vor 12

Im Umfeld von Jari Matti Latvala hat man nun endgültig die Anzahl der Überschläge ausgezählt, die der 25-jährige Finne an seinem Geburtstag bei seinem schweren Unfall in Portugal überstehen musste: Es waren 17 Überschläge über 150 Meter den Hang hinab. Als der Focus von einem Baum gebremst wurde und Latvala in die Augen seines Beifahrers Miikka Anttila blickte, war er entsetzt: „Die waren voller Blut, wegen der vielen Überschläge – ich habe zu ihm gesagt: ‚Das war vielleicht unsere letzte Rallye’.“ Zunächst dachte auch Ford-Teamchef Malcolm Wilson in diese Richtung – dann aber beschloss man das exakte Gegenteil: Latvala musste so schnell wie möglich wieder ins Auto, auf dass der Unfall nicht sickere…

Gleich am Montag saß Latvala wieder im Cockpit, um mit (mutigen?) Passagieren am Sozius rund 240 Kilometer abzuspulen. „Es ist immer besser, nach einem solchen Crash schnell wieder ins Auto zu steigen. Je länger du wartest, umso mehr Zeit hast du, darüber nachzudenken“, sagt Latvala, dem Wilson nun das Messer ansetzt: Er muss in Argentinien ins Ziel kommen – fliegt er erneut ab, würde das wohl Konsequenzen haben. Der Finne hatte zuletzt Probleme damit, die „Achtung!“-Befehle seines Co-Piloten zu beachten, vor allem vor blinden Bremspassagen.

Latvala berichtet von einem Gespräch mit Malcolm Wilson: „Wir sind uns einig, dass ich in Argentinien unbedingt ins Ziel kommen muss. Ich wäre mit einem vierten Platz zufrieden - und wenn mehr daraus wird, umso besser. Für das Team und mich kommt es darauf an, dass ich gleichmäßig fahre, ein solides Ergebnis hole und mein Selbstvertrauen zurückgewinne." Einen vierten Platz konnte Latvala, damals noch im Stobart Ford, bereits im Jahr 2007 in Argentinien erringen.

Am kommenden Wochenende werden nur die beiden Werks-Ford von Hrivonen und Latvala an den Start gehen, Khalid Al-Quassimi nimmt nicht an der Rallye teil. Dafür sind noch die beiden Stobart Ford von Henning Solberg und Wilson-Sohn Matthew am Start sowie Federico Villagra im Munchi’s Ford, der bei seiner Heimrallye WM-Punkte erringen möchte – was bei einem Micky Maus-Feld von 10 (zehn!) World Rally Cars unter Umständen möglich sein sollte…

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