RALLYE

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Rückkehr nach Polen

Am Wochenende kehrt die Polen-Rallye in den WM-Schoß zurück – erstmals 2009 wird ein Österreicher am Start sein: Beppo Harrach.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: rajdpolski.pl

1921 wurde die erste Polen-Rallye abgehalten – sechs Teilnehmer absolvierten die rund 600 Kilometer von Warschau nach Bialowieza und retour. 1973 zählte die Polen-Rallye zur Marken-Weltmeisterschaft. Bis 2005 wurde die Rallye auf Asphalt abgehalten, sie zählte zur Rallye-Europameisterschaft.

Am kommenden Wochenende kehrt die Polen-Rallye mit ihrer 66. Auflage in den Schoß der Weltmeisterschaft zurück. Gefahren wird seit 2006 auf Schotterstraßen im hügeligen masurischen Seengebiet. Der Servicepark befindet sich im 230 Kilometer nördlich von Warschau gelegenen Badeort Mikolajiki, auf dem Gelände des Hotelkomplexes Golebiewski. Es handelt sich um schnelle, fließende Schotterstraßen.

Vergleiche mit Finnland

Sowohl Mikko Hirvonen als auch Citroen Junior Sébastien Ogier vergleichen die Prüfungen mit jenen von Finnland. „Allerdings ohne die vielen Sprünge“, sagt der Franzose, der im Vorjahr an der Besichtigung teilnahm. Hirvonen, der die Prüfungen auf DVD studiert hat, fügt hinzu: „Die Strecken wirken teilweise recht weich, sodass sich beim zweiten Durchfahren vermutlich tiefe Spurrillen bilden werden. Es hat hier zuletzt viel geregnet, für das Rallye-Wochenende sind weitere Schauer angesagt – die weiche Oberfläche könnte sich in tiefen Matsch verwandeln.“

15 World Rally Cars treten am Wochenende an, die Rallye zählt auch zur Junioren—WM (JWRC), insgesamt, mit den Gruppe N-Autos, sind 55 Teams am Start.

Citroen-Speerspitze Sébastien Loeb hat nach dem Crash am Fuße der Akropolis nur noch sieben Punkte Vorsprung auf Ford-Titelkandidat Mikko Hirvonen – er grübelte lange Zeit über die Ursache des Unfalls. „Einfach um den Fehler nicht noch einmal zu machen“, erklärt er. Dass Loeb nun geschwächt sein könnte, daran glaubt auch Hirvonen nicht: „Vielleicht braucht er eine Sonderprüfung, dann ist er wieder der alte.“ Als WM-Leader muss Loeb wieder als erster auf die Strecke – wie sehr die Funktion des „Straßenfegens“ in Polen ins Gewicht fällt, kann aufgrund fehlender Erfahrungswerte nur schwer eingeschätzt werden.

Hirvonen top-motiviert

Mikko Hirvonen ist höchst motiviert, kein Wunder. Er würde am liebsten weiter siegen –plötzlich wittert er wieder eine Chance auf den Titel: „Ich sehe mich nach Griechenland wieder im Titelrennen, und mit Polen und Finnland stehen nun zwei Schotter-Rallyes an, die mir liegen.“ Jari Matti Latvala betont, der Schlüssel würde beim Erstellen eines korrekten Schriebs zu finden sein. Und er ist überzeugt, dass die zwei erlaubten Besichtigungsfahrten pro SP „ausreichen, um einen akkuraten Aufschrieb erstellen zu können“.

Neben den beiden Werksautos von Hirvonen und Latvala ist Ford wie immer mit dem Kundenteam Stobart vertreten – dort werden wieder Matthew Wilson und Henning Solberg in die Lenkräder greifen. Einen dritter Stobart-Ford Focus wird der dreifache polnische Rallyechampion, Ex-Europameister Krzysztof Holowczyc pilotieren – im „zarten“ Alter von 47 Jahren möchte das in die Politik gewechselte Allroundgenie für Überraschungen sorgen, er setzt auf seine Streckenkenntnis. [weitere Infos finden Sie in der Navigation rechts oben unter „Vorschau Holowczyc“, d. Red.]

Außerdem werden die Niederländer Dennis und Rene Kuipers je ein privat eingesetztes 2006er Ford Focus RS World Rally Car zum Einsatz bringen. Die Citroen Junioren treten unverändert als Trio auf: Conrad Rautenbach, Evgeny Novikov und Sébastien Ogier, der nach seinem zweiten Platz in Griechenland gestärkt gen Osten fährt, auch wenn er wie Novikov noch Sponsorengelder organisieren muss, um den Rest der Saison im C4 sitzen zu dürfen.

Im privaten Citroen Xsara tritt wieder der frühere Weltmeister Petter Solberg an, der davon überzeugt ist, dass er zuletzt noch ein Wörtchen um den Sieg hätte mitreden können. Das Adapta Subaru-Team setzt wieder den Vorjahrs-Impreza mit Mads Östberg am Steuer ein. Ein Comeback gibt der Norweger Andreas Mikkelsen – er wird jenes Skoda Fabia World Rally Car pilotieren, mit dem Per Gunnar Andersson in Schweden aufzeigen konnte.

WM-Comeback von Beppo Harrach

Ein Comeback gibt auch der Österreicher Beppo Harrach, der gemeinsam mit Co-Pilot Andreas Schindlbacher im hauseigenen Mitsubishi Lancer Evo IX antritt und damit seine zwölfte WM-Rallye absolviert.

Harrach erklärt: „Ausschlaggebend für diesen Einsatz war neben dem Schotter (es wird ausschließlich auf Schotterreifen gefahren) auch die auf diesem Untergrund nicht so große Überlegenheit der S2000-Autos. Aktuell stecken wir mitten in den Vorbereitungen, bis zum Start sollte unser Mitsubishi EVO IX aber auf jeden Fall fertig sein.“

Eröffnet wird die Rallye bereits am Donnerstagabend um 20 Uhr mit der 2,5 km langen Superspecial in Mikolajki, richtig los geht es am Freitag uim 9.51 Uhr, mit der 12,1 km langen SP 2 „Grabowka“.

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