RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Polen

„Polen ist ähnlich wie Finnland, nur weicher“

Loeb machte es möglich, dank seiner Nullrunde liegt Hirvonen nur noch sieben Punkte zurück. Der Finne möchte natürlich weiter siegen…

Foto: Ford

Nach zwei aufeinanderfolgenden Siegen in Italien und Griechenland visiert das Ford-Team bei der Rallye Polen (25. – 28. Juni) nun den Hattrick an. Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen haben mit ihrem Triumph bei der „Akropolis“ den Rückstand auf den WM-Führenden auf nur noch sieben Zähler verkürzt. Mit ihrem Erfolg auf Sardinien trugen auch die Teamkollegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila dazu bei, dass ihr Arbeitgeber Ford in der Markenwertung nach sieben von zwölf WM-Läufen lediglich 15 Punkte hinter der Spitze auf Rang zwei liegt.

Die Rallye Polen ist für die aktuellen Teams zwar eine völlig neue Veranstaltung, gilt aber als eine der ältesten auf WM-Ebene. Bereits 1973 – im ersten Jahr der damals nur für Hersteller ausgeschriebenen Meisterschaft – fand sie Aufnahme in den WM-Kalender.
Die in den Folgejahren 23 Mal als Europameisterschaftslauf ausgetragene „Rajd Polski“ war bis 2005 eine reine Asphalt-Rallye, seitdem besteht die Route durch das hügelige masurische Seengebiet ausschließlich aus Schotterstraßen. Beim WM-Lauf am letzten Juni-Wochenende führen die 18 Wertungsprüfungen (WP) mit zusammen 352 Kilometern über schnelle Wald- und Feldwege. Um das „Cutten“ der meist schnellen Kurven zu unterbinden, platziert der Veranstalter zahlreiche Heuballen in den Scheitelpunkten – präzises und flüssiges Fahren ist also gefragt. Der Fahrbahnbelag besteht meist aus Sand mit einer losen Schotterauflage, mehrere WP weisen aber auch eine deutlich härtere Oberfläche auf.

Der Vizeweltmeister und aktuelle WM-Zweite Mikko Hirvonen hat die Prüfungen intensiv auf DVD studiert. „Die Landschaft und die Streckenführung sehen fast aus wie in Finnland, nur dass es nicht so viele Sprungkuppen gibt“, kommentiert der 28-Jährige. „Die Strecken sind schnell und wirken teilweise recht weich, sodass sich beim zweiten Durchfahren vermutlich tiefe Spurrillen bilden werden. Es hat hier zuletzt viel geregnet, für das Rallye-Wochenende sind weitere Schauer angesagt – die weiche Oberfläche könnte sich in tiefen Matsch verwandeln.“ Hirvonen, auf neuen Pisten oft auf Anhieb erfolgreich, verweist auf den Wert einer gewissenhaften Reconnaissance oder „Recce“, dem Abfahren der Prüfungen bei gemäßigtem Tempo im Vorfeld: „Für neue Strecken erstellen wir immer einen guten Aufschrieb. Das müssen wir auch, um hier zu gewinnen. Ich hoffe, dass die Strohballen bei der Recce exakt an ihren Plätzen stehen, sonst notieren wir uns manche Ecken als zu schnell oder zu langsam. Ich sehe mich nach Griechenland wieder im Titelrennen, und mit Polen und Finnland stehen nun zwei Schotter-Rallyes an, die mir liegen“, schließt der Finne.

Sein in der WM-Tabelle viertplatzierter Landsmann und Teamkollege Jari-Matti Latvala nimmt sich vor der Streckenbesichtigung ebenfalls viel Zeit für die Videos des Veranstalters. „Nach meinen ersten Eindrücken ähneln die Prüfungen denen in meiner Heimat, allerdings mit einer viel weicheren Oberfläche“, schätzt der 24-jährige Finne. „Sie werden mit Sicherheit bald tief ausgefahren sein, aber wegen der sandigen Beschaffenheit erwarten uns wahrscheinlich keine größeren Steine in den Spurrillen.“ Das Abfahren der Strecken um die „Perle Masurens“, die Touristenmetropole Mikolajki, hält auch Latvala für einen Schlüssel zum Erfolg: „Normalerweise müssten wir bei den zwei erlaubten Recce-Durchgängen einen akkuraten Aufschrieb erstellen können.“

Neben den beiden Ford Focus RS WRC des Werksteams werden in Polen fünf weitere Fahrer-Duos auf das erfolgreichste Rallye-Auto der vergangenen Jahre vertrauen. Henning Solberg/Cato Menkerud und Matthew Wilson/Scott Martin sind von Stobart M-Sport für die Markenwertung nominiert. Das Team setzt zudem den polnischen Ex-Europameister Krzysztof Holowczyc mit Copilot Lukasz Kurzeja ein. Aus den Niederlanden kommen Dennis Kuipers / Kees Hagman und Rene Kuipers / Erwin Berkhof mit je einem privat eingesetzten 2006er Ford Focus RS WRC.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Polen

- special features -

Weitere Artikel:

WRC Kroatien: Nach Tag 2 (SP8)

Pajari führt - Keferböck im Masters Cup vorne

Nachdem Oliver Solberg und auch Elfyn Evans früh im Wald landeten hat sich Toyota-Youngster Sami Pajari in Kroatien an die Spitze gesetzt, aber Hyundai hält mit. Im WRC Masters Cup führen Keferböck/Minor mit rund vier Minuten Vorsprung.

EHRC Historic Rally Fafe: Vorschau Rosenberger

Als Kris Rosenberger auf den Hund kam...

Kris Rosenberger und Co Sigi Schwarz starten mit vielen Erinnerungen in Portugal. Mit dem Subaru Impreza GT Turbo Gr. A von Autosportif ist man bestens gerüstet. Schotter-Action auf den legendären, spektakulären WM-Sonderprüfungen von eins

TEC7 ORM, Lavanttal: Nach SP2

Titelverteidiger hoch motiviert

Der letztjährige Sieger Simon Wagner liegt nach zwei Prüfungen der 48. LASERHERO Lavanttal-Rallye powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX vorne

Unwetterfolgen treffen WRC

Route der Rallye auf Gran Canaria umgebaut

Nach heftigen Unwettern wird die Strecke der Kanaren-Rallye angepasst: Überschwemmungen und Erdrutsche machen Änderungen am Ablauf notwendig

ORM/ARC/MRC, Lavanttal: Local Heroes

Rallye-Klassiker ist wieder Quotenhit

Bei der heurigen Lavanttal-Rallye am 10. und 11. April wollen auch 39 Teilnehmer mit Kärntner Wurzeln die Fans rund um Wolfsberg begeistern

ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau Nothdurfter

One more try – one more chance

Nach zwei Jahren steht für Alfons Nothdurfter wieder einmal ein Start in Wolfsberg und Umgebung auf dem Programm, es wird sein erstes Antreten im Lavanttal mit Christian Roschker und dem noch nicht lange im Besitz befindlichen Ford Fiesta Proto sein.