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Rallye-WM: Deutschland

Der Reifenpoker hat sich ausgezahlt…

Citroen setzte auf Regen, der kam zwar nur auf SP 2, doch das reichte aus: Loeb führt knapp vor Ogier. H. Solberg und Ilka Minor auf P8. SWRC: Hänninen führt.

Michael Noir Trawniczek

Die Deutschland-Rallye des Jahrgangs 2011 begann zunächst mit einer Überraschung: Jari Matti Latvala markierte auf der ersten Sonderprüfung, der 24,18 Kilometer langen SP „Ruwertal/Fell“ die schnellste Zeit.

Der finnische Ford-Werkspilot war darüber selbst ein wenig überrascht, im Zielraum der Prüfung erklärte er: „Ein überraschend guter Anfang. Ich habe hart gepuscht und war nahe am Abflug – der Wagen war an manchen Stellen etwas zu weich abgestimmt.“

Sébastien Loeb, in Deutschland seit 2002 ungeschlagen, musste sich mit der drittschnellsten Zeit hinter Latvala und seinem Teamkollegen Sébastien Ogier (leichte Fahrzeugbeschädigung bei einem geringfügigen Abflug) zufrieden geben. Doch das hatte einen Grund…

SP 1 wurde bei bewölkten, aber trockenen Bedingungen abgehalten. Doch Citroen hat eine Mischung aus harten und weichen Reifen-Komponenten gewählt, die weichen sind für die Verwendung bei feuchten oder leicht nassen Konditionen gedacht, im Trockenen jedoch sind sie ein Nachteil. Die Franzosen waren jedoch sicher, dass es auf den weiteren Vormittagsprüfungen regnen wird...

So kam es dann auch. Zumindest auf der 22,47 Kilometer langen SP „Grafschaft Veldenz“ setzte der Regen ein. Profitiert haben davon natürlich die Citroen-Piloten. Bestzeit und Rallyeführung gingen an Ogier, der sich die Hände rieb: „Am Beginn der Prüfung war es noch trocken – doch am Ende war es schon richtig nass. Wir haben eine gute Reifenwahl getroffen.“

Teamkollege Loeb war nur unwesentlich langsamer, markierte die zweitschnellste Zeit und setzte sich auch im Gesamtklassement auf Platz zwei. Denn obwohl Loeb monierte, dass es auch mit der weichen Mischung schwierig im Regen war - die Reifenwahl war goldrichtig: Nach SP 2 hatte das Citroen-Duo bereits einen Vorsprung von mehr als einer halben Minute.

Mikko Hirvonen konnte nur mit dem Kopf schütteln: „Wir haben überhaupt nicht mit Regen gerechnet.“ Teamkollege Latvala nickte: „Es waren schwierige Konditionen – ich musste vorsichtig fahren, denn wir hatten ein paar heikle Momente.“

Einen solchen hatte auch Petter Solberg – er verlor auf SP 2 mehr als eine Minute, als er bei einem Abzweig geradeaus fuhr und danach in einem Graben steckenblieb…

Auf der rund 20 Kilometer langen SP 3 „Moselland“ ging die Rechnung der Citroen-Piloten im Grunde nicht auf – denn von Regen war hier keine Spur...

Trotzdem hieß der schnellste Pilot auf SP 3 Sébastien Loeb. Der „Deutschland-König“ zeigte sich überrascht: „Ich wundere mich über unseren Speed, denn wir hatten die weichen Reifen am Auto und es blieb trocken. Es war ein Reifenpoker – und ich habe erwartet, dass wir auf dieser Prüfung Zeit verlieren würden…“

Doch das war nicht der Fall, weder bei Loeb, noch bei Ogier, der nur unwesentlich Zeit einbüßte.

Loeb konnte somit als Gesamtführender in die Mittagspause gehen – sein Vorsprung auf Ogier beträgt 4,4 Sekunden.

Mit 35,2 Sekunden Rückstand belegt Hirvonen den dritten Gesamtrang. Der Finne berichtete am Ende der SP 3: „Ich glaube, der vordere Rollbar ist gebrochen – das Auto fühlte sich irgendwie ‚lustig‘ an.“

Weniger lustig fühlte sich hingegen der Reifenschaden an, den Teamkollege Latvala erlitt. „Es war ein schleichender Plattfuß auf der Mitte der Prüfung – das hat uns glaube ich ein gutes Resultat gekostet. Aber schauen, was noch möglich ist.“ Mit einem Gesamtrückstand von rund zwei Minuten rutschte Latvala auf Rang sieben ab.

Platz vier übernahm somit Mini-Werkspilot Dani Sordo, der einen Rückstand von 55,6 Sekunden aufweist. Sordo zeigte sich erfreut: „Ich gebe alles auf diesen Prüfungen, die mir auch sehr gefallen. Ich bin glücklich – aber wir werden sehen, wie es weiter läuft.“

14,9 Sekunden hinter Sordo liegt dessen Stallkollege Kris Meeke ebenfalls auf einer guten Position. Auf Platz sechs rangiert Petter Solberg, dahinter der erwähnte Latvala sowie Henning Solberg und Ilka Minor auf Platz acht.

Henning Solberg vermeldete gleich auf der ersten Prüfung Bremsprobleme, was wohl seinen Gesamtrückstand von mehr als zwei Minuten erklärt. Hinter dem norwegisch-österreichischen Duo belegen Kimi Räikkönen und Dennis Kuipers die restlichen Punkteränge.

In der SWRC führt Red Bull Skoda-Pilot Juho Hänninen mit einem Vorsprung von bereits mehr als einer halben Minute auf Ott Tänak. Hermann Gassner junior liegt im zweiten Red Bull Skoda auf dem guten dritten Rang.

Die drei Prüfungen in den Weinbergen werden am Nachmittag ab 15.07 Uhr ein zweites Mal absolviert.

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