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Rallye-WM: Deutschland

„In Australien kann ich es schaffen“

Henning Solberg und Ilka Minor belegten in Deutschland Platz sieben – in Australien will der Norweger zulegen und in die Top 5 vorstoßen.

Die Stobart-Mannschaft ist bei der Rallye Deutschland gleich mit vier Ford Fiesta RS WRC an den Start gegangen. Neben den Stammpiloten Henning Solberg, Matthew Wilson und Mads Östberg war auch Lokalmatador Aaron Burkart dabei. Er fuhr zum ersten Mal im Fiesta WRC. Doch alle vier lernten die Weinbergrallye von ihrer tückischen Seite kennen.

Am Ende belegte Henning Solberg als bester Stobart-Pilot mit seiner österreichischen Beifahrern Ilka Minor den siebten Platz. Wilson hatte mit einer Reihe von Rückschlägen zu kämpfen und kam als Zwölfter ins Ziel. Burkart hatte an den ersten beiden Rallyetagen gleich mehrere Probleme, kam aber schließlich durch und belegte Rang 23. Für Östberg war die Rallye am Sonntag jedoch vorzeitig beendet, nachdem er eine Mauer gerammt hatte.

Solberg hatte vor der Rallye Deutschland keine Gelegenheit zu testen, gewöhnte sich jedoch recht schnell daran, mit dem Fiesta RS WRC auf Asphalt zu fahren. Allerdings hatte er am Samstag mit Brems- und Lenkungsproblemen zu kämpfen. Am Sonntag gab es zudem auch noch Schwierigkeiten mit der Handbremse. Damit hatte er keine Chance mehr, noch einen Platz gutzumachen. Mit Platz sieben ist der Norweger aber recht zufrieden.

"Asphalt war noch nie mein Lieblingsbelag, aber ich freue mich über Platz sieben", bilanziert Solberg. "Es war nicht einfach, wir hatten einige kleinere Probleme mit dem Auto. Am Sonntag bin ich mit meinen Bremsen besser zurechtgekommen - am Freitag und Samstag war es schwierig, die richtige Balance zu finden, und sie haben immer überhitzt. Jetzt muss ich mich auf Australien konzentrieren. Dort möchte ich in die Top 5 kommen. An diesem Wochenende wäre es schwierig gewesen, aber dort kann ich das schaffen."

Teamkollege Wilson haderte am Freitag mit seiner Abstimmung. Am Samstag rammte er zunächst einen kleinen Baum und hatte dann beim Sprung auf der Panzerplatte eine unsanfte Landung. Mit Schmerzen in Brust und Rücken kämpfte er sich weiter durch den Nachmittag, und am Sonntag sicherte sich Wilson seinen zwölften Platz.

"Es war ein schwieriges Wochenende, und ich bin ein bisschen frustriert", räumt Wilson ein. "Das Positive ist, dass wir es bis ins Ziel geschafft und eine Menge gelernt haben. Jetzt freue ich mich darauf, nächsten Monat in Australien wieder auf Schotter zu fahren. Die Route ist nagelneu, also werden die Prüfungen für alle eine neue Herausforderung."

Lokalmatador Burkart startete gut in seinem Heimlauf, am Freitagabend musste er jedoch vorzeitig aufgeben, nachdem ein Stein die Bremsleitung seinen Fiesta beschädigt hatte. Am Samstag ging er mit Beifahrer Andre Kachel unter SupeRally-Bedingungen wieder an den Start. Zwar musste das deutsche Duo nun mit einem Problem mit der Antriebswelle kämpfe, es konnte sich aber wieder bis auf Platz 35 verbessern. Am Sonntag kam in der abschließenden Power Stage noch ein Reifenschaden dazu, doch Burkart und Kachel konnte die Zielrampe auf Platz 23 passieren.

"Ein Teil von mir lächelt, und der andere Teil weint", bilanziert Burkart. "Ich bin zwar mit dem Verlauf der Rallye eigentlich zufrieden, aber wir hatten kleinere Probleme, die sich auf unser Endergebnis ausgewirkt haben. Doch es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit diesem Auto zu fahren. Generell haben wir gutes Feedback bekommen, und ich war mit meinen Zeiten zufrieden. Alles in allem war es ein gutes Wochenende, und ich freue mich natürlich auch sehr darüber, bei meiner Heimrallye ins Ziel gekommen zu sein.

Teamkollege Östberg sah die Zielrampe dagegen nicht. Schon am ersten Tag beschädigte er sich bei einem Ausritt die Aufhängung und verlor über acht Minuten. Von da ab sah der 23-Jährige die Rallye als Testlauf, um mehr Erfahrung auf Asphalt zu sammeln. Am Samstag wurde er durch zwei Reifenschäden weiter ausgebremst, und am Sonntag endete seine Rallye vorzeitig in einer Mauer.

"Das Wochenende ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe", seufzt Östberg. Der Unfall am Sonntag sei aufgrund eines seltenen Fehlers im Aufschrieb passiert: "Wir hatten zwei aufeinanderfolgende schnelle Kurven, und dann bin ich mit Vollgas im fünften Gang durch die Linkskurve. Wir hatten keine Chance: Erst haben wir einen Randstein gerammt und uns dabei beide Vorderräder abgerissen, und dann sind wir in die Mauer gekracht. Eigentlich bin ich froh, dass wir den Randstein getroffen haben, denn das hat uns auf der Straße gehalten - auf der anderen Seite ging es steil nach unten. Der Aufprall war wirklich heftig, und es war ein teurer Crash. Aber es geht uns beiden gut, und das ist das Wichtigste."

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