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Rallye-WM: Deutschland

Sordo fuhr mit maximalem Einsatz

Mit einer grandiosen Fahrt konnte Dani Sordo für das neue Mini-Werksteam rund um Prodrive-Boss David Richards das erste Podium einfahren.

Fotos: Mini, Photo4

Ein Platz auf dem Siegertreppchen bei der ADAC Rallye Deutschland war für das Mini WRC Team der verdiente Lohn, nachdem Dani Sordo (ES) und Carlos del Barrio (ES) dank einer fehlerfreien Fahrt im Mini John Cooper Works WRC mit der Startnummer 37 als Dritte ins Ziel gekommen waren.

Lange hatte es so ausgesehen, als würden auch Kris Meeke (GB) und Paul Nagle (IR) das Ziel in Trier (DE) auf einem vorderen Platz erreichen. Ein Problem mit der Elektrik sorgte jedoch dafür, dass der Mini mit der Nummer 52 auf der vorletzten Wertungsprüfung stehenblieb und das Fahrerduo den Kampf um den vierten Gesamtplatz aufgeben musste.

Sordo lieferte sich über weite Strecken der Rallye ein packendes Duell mit Mikko Hirvonen (FI). Nach 19 Prüfungen und 359,59 Wertungskilometern betrug sein Vorsprung auf den Ford-Pilot 48,1 Sekunden.

Meeke war als Vierter vor Citroën-Pilot Petter Solberg (NO) in den dritten Tag gestartet. Trotz eines Reifenschadens verlor er auf dem ersten Teilstück am Sonntag lediglich 1,1 Sekunden auf seinen Verfolger.

Auf der zweiten Prüfung kam Meeke jedoch wegen einer – wie der Mini WRC Team Pilot es selbst nannte – „optimistischen“ Aufzeichnung im Roadbook von der Piste ab und fiel auf den fünften Rang zurück. Anschließend startete er eine Aufholjagd, die jedoch auf der 18. Wertungsprüfung ein vorzeitiges Ende fand.

Gerade einmal elf Monate ist es her, dass der Mini für den Einsatz in der FIA World Rally Championship am 15. September 2010 seine ersten Testkilometer in Portugal absolvierte.

Seitdem hat das Mini WRC Team erst an drei WRC-Läufen teilgenommen und fuhr bei seiner ersten Asphaltrallye auf Anhieb auf das Podest. Während es für die Mannschaft der erste Besuch auf dem Treppchen ist, so erhält das Team für die beherzte Fahrt Sordos bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr den „Abu Dhabi Spirit of the Rally Award“.

David Richards, Teamchef: „Viele Menschen haben einen Anteil daran, dass dieser Erfolg möglich war – und ich weiß gar nicht, bei wem ich anfangen soll, mich zu bedanken. Die Liste derer, die vom ersten Tag an dieses Projekt geglaubt haben, ist lang. Ich möchte mich bei jedem von ihnen bedanken. Denn ohne all die Unterstützung wäre das alles nicht denkbar gewesen."

"Dani hat eine herausragende Rallye absolviert und sich keinen einzigen Fehler erlaubt. Ich habe nie an seinen Fähigkeiten gezweifelt. Für Kris tut es mir leid. Wann immer wir bei dieser Veranstaltung im Pech waren, hat es immer ihn erwischt. Es ist bitter, wenn auf der vorletzten Prüfung so etwas passiert und man noch aufgeben muss. Aber sein Tag wird kommen. Er hat hier bewiesen, wie konkurrenzfähig er sein kann. Ich bin sicher, er fiebert schon jetzt unserer nächsten Rallye in Frankreich entgegen.“

Dave Wilcock, Technischer Direktor: „Wir wussten, was wir heute zu tun hatten. Kris sollte im Idealfall Petter Solberg noch abfangen, während Dani sauber durch die letzten Prüfungen kommen und den Abstand auf Mikko Hirvonen konstant halten sollte. Am Morgen war es trocken, und wir haben ein bisschen gepokert. Alle Konkurrenten setzten auf die weichen Reifen."

"Wir teilten jedoch unsere Strategie: Für Dani wählten wir die sichere Variante, Kris war hingegen auf harten Reifen unterwegs. Das war die absolut richtige Entscheidung. Nach etwa zehn Kilometern hatten die harten Reifen auf dem ersten Teilstück die ideale Temperatur erreicht. Ich bin ziemlich sicher, dass wir dort unsere erste Prüfungsbestzeit hätten erreichen können. Leider handelte sich Kris kurz vor Schluss einen Reifenschaden ein."

"Während des Mittags-Service öffnete der Himmel seine Schleusen, so dass die weichen Reifen für alle die logische Wahl waren. Am Nachmittag war Dani auf demselben Niveau wie Hirvonen unterwegs. Er zog das Tempo wann immer nötig an und legte einen fulminanten Schlussspurt hin. Bei Kris brach nach drei Kilometern auf der vorletzten Prüfung die Stromversorgung der Elektrik zusammen. Die Batterie hielt sie zwar noch für weitere sieben Minuten im Gang, dann streikte die Elektrik jedoch komplett. Mehrere bange Minuten suchten wir am Telefon und Funkgerät nach Möglichkeiten, das Problem zu beheben."

"Kris musste aber letztlich aufgeben. Die Ursache war ein defekter Anschluss. Eigentlich ist das ein simples Problem, das auch nach Tausenden Testkilometern nicht auftritt. Es war einer dieser Defekte, die tief in den Drähten und Kabeln versteckt sind. Man findet sie nicht, selbst wenn man danach suchen würde.“

Dani Sordo: „Ich bin sehr, sehr glücklich und freue mich enorm für unser Team. Das ist ein sehr gutes Ergebnis bei der ersten Rallye unseres Autos auf Asphalt. Auch wir sind etwas überrascht. Unsere Zeiten lagen so nah an denen von Ford und Citroën, dass wir für die nächste Rallye wirklich sehr zuversichtlich sein können. Unser Auto ist auf Asphalt richtig gut. Wir haben ein gutes Set-up und die Federung ist perfekt."

"Natürlich können wir uns noch steigern und das Auto besser und besser machen. An diesem Wochenende war es jedoch schon mehr als okay. Nun werden wir hart daran arbeiten, damit wir bald auch die Citroëns angreifen können. Auf der Power Stage habe ich alles gegeben. Allerdings wollte ich kein zu großes Risiko mehr eingehen. Die Mechaniker haben hart gearbeitet und keine Fehler gemacht. Ich freue mich darauf, heute Abend mit ihnen zu feiern.“

Kris Meeke:„Zu Beginn des Tages sah alles nach einem schönen Duell mit Petter Solberg aus. Wir konnten ihn auf der ersten Prüfung hinter uns halten. Für das zweite Teilstück ist uns beim Aufschrieb ein kleiner Fehler unterlaufen. Einer der Einträge, die ich während der Recce gemacht hatte, erwies sich als etwas zu optimistisch. Ich verpasste den Bremspunkt und verlor zehn Sekunden."

"Nach dem Mittag war es sehr nass. Zwischen Petter und mir lag nach der ersten Wertungsprüfung nur eine Sekunde. Etwa zur Hälfte des nächsten Teilstücks begann der Motor auszusetzen, bald darauf blieben wir ganz stehen. Wir konnten nichts tun. Es war uns schnell klar, dass ein Problem mit der Elektrik dahinterstecken musste, da die Überwachungsbox im Cockpit keinen Strom mehr hatte. Wir konnten den Defekt später auf einen kleinen Draht zurückverfolgen, der sich gelöst hatte. Solche Dinge passieren einfach.“

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