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Rallye-WM: Wales

Das Grande Finale in Wales

Holt Sebastien Loeb seinen achten WM-Titel? Oder macht Mikko Hirvonen das Unmögliche möglich? Die große Vorschau auf das Grande Finale.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Mini WRT, Photo4

“Wir wollen in Wales Erste werden und die WM für uns entscheiden“, sagt Mikko Hirvonen selbstbewusst – was soll der Ford-Werkspilot auch anderes sagen?

Der Sieg ist schließlich der einzige Weg, der den Finnen zum ersehnten Titel bringt, sollte WM-Leader Sebastien Loeb ohne Probleme bleiben…

Schlimmer noch: Der Sieg allein bringt Hirvonen gar nichts, sollte Loeb Zweiter werden, denn er liegt bereits acht WM-Punkte hinter Loeb zurück und die Differenz zwischen dem Sieg und Platz zwei beträgt sieben Zähler.

Loeb sollte also nicht Zweiter werden oder auf der Powerstage punkten, auf welcher die Plätze eins, zwei und drei mit jeweils drei, zwei und einem Punkt belohnt werden.

Aus diesem Grund kann und muss Hirvonen auch auf die Hilfe seines Ford-Teamkollegen Jari Matti Latvala zählen, der vollmundig ankündigt: „Als Team streben wir ganz klar einen Doppelsieg an – ich versuche, so schnell wie es nur geht zu fahren und vor Loeb zu bleiben.“

Ein Ford-Doppelsieg und keine Loeb-Bestzeit auf der Powerstage – wenn man die Saison rückblickend betrachtet ein ziemlich schwieriges Unterfangen – zumal gerade Hirvonen zuletzt äußerst blass wirkte…

Für das Unterfangen WM-Titel muss er von Beginn an Vollgas geben, da darf es an den Vormittagen keine „Schlaftrunkenheit“ („Ich war noch nicht wirklich wach“, das oft gehörte Hirvonen‘sche Morgenzitat) geben. Da darf nicht „herumgetütelt“ werden (eigens für Hirvonen erfundene Wortkreation von Rallyradio-Legende Colin Clark). Mikko Hirvonen muss also, wenn er aus eigener Kraft heraus Weltmeister werden möchte, wirklich all seine Fähigkeiten abrufen. Und der Ford Fiesta muss optimal laufen…

Ganz anders stellt sich die Lage dar, sollte Sebastien Loeb einen Fehler begehen oder es ein technisches Problem an seinem Citroen DS3 WRC geben – beides ist unwahrscheinlich, doch beides hat es heuer schon einmal gegeben…

Loeb nützt seine Position als WM-Leader und orientiert sich ganz nach Hirvonen. Loeb sagt: „Mein Ziel muss es sein, nicht um jeden Preis auf Sieg zu fahren, sondern mein Tempo an jenem von Mikko auszurichten.“

Soll heißen: „Tütelt“ Hirvonen herum, muss Loeb nicht alles riskieren und einfach nur vor dem Finnen bleiben. Natürlich erhält auch der Serienweltmeister Unterstützung von seinem Teamkollegen, und ob es Sebastien Ogier von ganzem Herzen tut oder nicht, ist Loeb mit Sicherheit herzlich egal…

20 WRC am Start

Insgesamt haben sich 20 World Rally Cars für das Saisonfinale angesagt. Neben den vier Werkspiloten wird Evgeny Novikov für das Abu Dhabi-Team einen dritten Werks-Ford pilotieren, eine große Chance für den jungen Russen.

Immer rechnen muss man mit Petter Solberg im privaten Citroen DS3 WRC – ob der Norweger auch 2012 mit seinem eigenen Petter Solberg World Rally Team antreten wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Bruder Henning Solberg startet wie immer mit der österreichischen Co-Pilotin Ilka Minor, die zuletzt mit Manfred Stohl auf Platz zwei bei der Waldviertel-Rallye landete, für das Stobart Ford Team.

Auch das Mini Werksteam ist wieder mit Dani Sordo und Kris Meeke am Start – obwohl das Team zuletzt so stark war, glaubt Prodrive-Chef David Richards nicht an einen Podestplatz. „Wir haben uns zuletzt nur auf das Asphalt-Setup konzentriert, daher wäre ein Podiumsplatz auf Schotter eine Überraschung.“ Armindo Araujo, Daniel Oliveira (mit persönlicher Schützenhilfe durch Manfred Stohl) und der brasilianische „Showpilot“ Paul Nobre werden private Mini WRC einsetzen.

Ebenfalls am Start sind unter anderen Kimi Räikkönen, der zurzeit mit einem möglichen Formel 1-Comeback bei Williams durch die Medien geistert und „Videokünstler“ Ken Block im Monster Ford.

In Wales werden auch Ott Tänak (Stobart Ford) und Martin Prokop (Czech Ford National Team) ein World Rally Car zünden.

Die Rallye zählt zur PWRC, die jedoch bereits Hayden Paddon als Weltmeister abgeschlossen hat. Außerdem absolviert auch die WRC Academy ihr Finale.

Viele neue Prüfungen

Die Rallye in Wales, früher unter dem Namen RAC-Rallye weltberühmt, wurde für die heurige Version massiv geändert. Der Start erfolgt im Norden von Wales an der Küste, das Ziel befindet sich im Süden, in der Hauptstadt Cardiff.

Schon am Donnerstagnachmittag, noch vor dem zeremoniellen Start, werden drei Sonderprüfungen absolviert. Zwei Asphaltprüfungen namens „Great Orme“ wurden zuletzt 1981 für die Rallye genützt. Schließlich wird noch die SP „Clocaenog Forest“ in Angriff genommen, die zuletzt im Jahr 1996 ein Teil der Rallye war.

Am Freitag wird in den Wäldern von Dyfi und Dyfnant gefahren, auf diesen Schotterstraßen wurde ebenfalls zuletzt 1996 respektive 1997 gefahren.

Die Prüfungen am Samstag - Hafren, Sweet Lamb und Myherin – bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Sonntagsprüfungen Halfway, Crychan und Monument wurden zwar im Vorjahr absolviert, doch heuer werden sie in der anderen Richtung gefahren. Die letzteren beiden sind erneut Mischprüfungen aus Asphalt und Schotter.

Weil es zu dieser Jahreszeit in Wales immer zu Niederschlägen kommen kann, könnten die Schotterprüfungen auch zu Schlammbädern mutieren, sogar Schnee und Eis hat es bei dieser Rallye bereits gegeben. Das Wetter ist also ein weiteres Element, welches die WM entscheiden könnte. Schließlich kann bei diesen Bedingungen immer etwas passieren…


WM-Stand Fahrer WRC
 1. LOEB Sébastien         222 Punkte
 2. HIRVONEN Mikko         214 Punkte
 3. OGIER Sébastien        193 Punkte
 4. LATVALA Jari Matti     146 Punkte
 5. SOLBERG Petter         110 Punkte
 6. ÖSTBERG Mads            70 Punkte
 7. SORDO Dani              57 Punkte
 8. WILSON Matthew          53 Punkte
 9. SOLBERG Henning         44 Punkte
10. RÄIKKÖNEN Kimi          34 Punkte

WM-Stand Teams WRC
 1. Citroen                397 Punkte
 2. Ford                   351 Punkte
 3. Stobart Ford           145 Punkte
 4. Petter Solberg WRT      98 Punkte
 5. Ferm Power Tools WRT    44 Punkte
 5. Team Abu Dhabi          42 Punkte
 7. Munch's Ford            38 Punkte
 8. Monster WRT             19 Punkte
 9. Van Merksteijn MS       16 Punkte
10. Brazil WRT               3 Punkte
exkl. Ice 1 Racing

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