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ERC: Rallye du Valais

Pech für Andreas Aigner

Der Finne Esapekka Lappi gewinnt den letzten ERC-Lauf der Saison vor dem Schweizer Olivier Burri und Craig Breen.

Ein Finne feiert in den Schweizer Alpen: Esapekka Lappi hat am Samstag die Rallye du Valais, das Saisonfinale der Rallye-Europameisterschaft, gewonnen. Der Skoda-Pilot setzte sich mit seinem Fabia S2000 mit satten 3:28 Minuten Vorsprung auf Lokalmatador Olivier Burri (Ford Fiesta S2000) durch. Der Favorit der Zuschauer an der Strecke hatte ein Polster von acht Sekunden auf den am dritten und letzten Tag wie entfesselt fahrenden Craig Breen (Peugeot 207 S2000) mit Mühe und Not ins Ziel am Col de Planches geschleppt.

Lappi, der die Rallye mit seinem einzigen Tageserfolg auf dem Schlussabschnitt beendete, konnte sein Glück beim ersten ERC-Triumph seiner Karriere kaum fassen: "Ich hätte nie geglaubt, dass ich hier würde gewinnen können. Einfach fantastisch", jubelt der Finne, der bisher eher auf Schnee und Schotter brillierte. "Es ist mein erster richtiger Sieg auf Asphalt und eine Freude, die Saison so zu beenden." Das Erfolgsgeheimnis bleibt dem 22-Jährigen höchstpersönlich ein Rätsel: "Vielleicht drücke ich einfach mehr als die anderen auf das Gaspedal. Keine Ahnung! Es ist ein herrliches Gefühl."

Es war die Konstanz, die am Samstag den Ausschlag für Lappi gab. Er beschränkte sich auf die Verwaltung seines riesigen Vorsprungs und hatte nur eine Schrecksekunde zu überstehen, als er eine Haarnadelkurve zu spät anbremste und per Rückwärtsgang aus der Böschung entkommen musste. Die Muskeln spielen lassen hatte am Vormittag Peugeot - wie schon in den Tagen zuvor. Breen, genau wie Teamkollege Jeremi Ancian zum Auftakt mit einer Zeitstrafe wegen einer staubedingten Verspätung auf einer Verbindungsetappe belegt, gewann die Sonderpüfungen elf und zwölf unter schwierigsten Bedingungen.

Der Ire pustet durch: "Ein Horror, so rutschig war es", so Breen mit Blick auf seine Aufholjagd, bei der er konservativ ans Werk ging: "Ich dachte, ich hätte einen Reifenschaden und war vorsichtig." Ancian, am Ende immerhin noch Vierter, hatte beim identischen Unternehmen einen herben Rückschlag zu verzeichnen. Es setzte die nächste Sanktion der Rennleitung, weil er mit falsch markierten Reifen ausgerückt war. Der Franzose bekam deshalb eine weitere Minute aufgebrummt.

Mit Wut im Bauch jagte er den 207 S2000 zu einer überragenden Bestzeit auf Abschnitt 13, obwohl er dabei unfreiwillig auf Holz klopfte: "In einer langsamen Kurve habe ich einen kleineren Baum erwischt, aber kein Problem."

Aigner verschenkt durch einen Unfall den Stockerlplatz

Größere Schwierigkeiten hatte da Andreas Aigner. Der Österreicher knallte nach einem Fahrfehler seinen Subaru Impreza R4 auf der Sonderprüfung 14 in die Botanik. Das Auto war stark ramponiert, er und Beifahrerin Barbara Watzl unverletzt.

Breen war am frühen Nachmittag wieder der Schnellste und holte sich drei weitere Bestzeiten, schaffte es aber nicht mehr, Burri abzufangen. "Was für ein hartes Wochenende", bilanziert der Eidgenosse und zeigt sich beim Heimspiel selbstkritisch. "Das Auto war sehr gut, aber der Fahrer war es nicht. Es war einfach komplett verrückt." Positiver fällt die Bilanz beim sechsfachen SP-Sieger Breen aus, der auch ohne die Zwei-Minuten-Strafe vom Donnerstag hinter Lappi zurückgeblieben wäre: "Ein Podium war das Ziel und damit hatte ich mir schon hohe Ziele gesteckt", meint er.

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