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ARC: Herbstrallye Leiben

Chris Brugger feiert seinen ersten Sieg

Chris Brugger feiert seinen Einstand im Stohl Peugeot S2000 mit einem klaren Sieg bei der Herbstrallye Leiben. Nach dem Ausfall von Max Zellhofer war der Weg frei für die Mitsubishi-Piloten Martin Fischerlehner und Alexander Tazreiter. Michael Kogler feiert als Gesamt-Vierter und mit Abstand bester 2wd-Pilot den Sieg in der Austrian Rallye Challenge.

Fotos: Harald Illmer

Bei seinem ersten Auftritt im Peugeot 207 S2000 des Stohl Racing Teams bei der Herbstrallye Leiben konnte Chris Brugger gleich einmal mit einem Bestzeitenfeuerwerk loslegen – am Vormittag ließ der 18-Jährige seinem Kontrahenten Max Zellhofer bei dessen erster Rallye im teameigenen Ford Fiesta S2000 keine Chance. Vor dem Mittagsservice hatte Brugger bereits 24,1 Sekunden Vorsprung herausgefahren.

Als dann Zellhofer noch vor der ersten Nachmittagsprüfung den Fiesta mit Halbachsbruch abstellen musste, eroberte Brugger zwei weitere Bestzeiten, lediglich im letzten Durchgang ging es nur noch darum, den Sieg heimzufahren.

Überglücklich jubelte Brugger: „Das Gefühl ist unbeschreiblich – der erste Sieg ist immer etwas ganz Besonderes. Für mich kam das doch recht unerwartet, schließlich war es der erste Einsatz mit dem Stohl Racing Team. Ich bin total happy mit dem Auto und möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben – ganz besonders bei Jürgen Heigl, mit dem ich zum ersten Mal in einem Wettbewerb gefahren bin.“

Fischerlehner gewinnt Duell um Platz zwei und feiert ART-Sieg

Zu einem Krimi wurde am Nachmittag der Kampf um den zweiten Platz: Der frühere Radrennfahrer Martin Fischerlehner legte in seinem Mitsubishi Lancer Evo IX noch einmal kräftig zu und konnte sich so von Platz vier auf Platz zwei vorschieben. „Ich bin immer besser reingekommen, mein Ziel war immer der erste Platz in der Gruppe N, das ist uns gelungen – ich hätte nie damit gerechnet, dass wir die Rallye auf Platz zwei beenden werden“, freute sich Fischerlehner, der damit auch die Austrian Rallye Trophy (ART) für moderne Produktionswägen für sich entscheiden konnte.

Tazreiter mit tollem Comeback auf dem Podium

Ein grandioses Comeback gab Alexander Tazreiter, der im Mitsubishi Lancer Evo VII mit seiner früheren Stammcopilotin Elke Aigner angetreten ist. Dass er Fischerlehner nicht halten kann, wurde Tazreiter am Nachmittag schnell klar – auf der allerletzten SP lieferte Tazreiter noch ein aufregendes „Hoppala“, wie er berichtet: „Ich bin kurz vor dem Ziel vom Pedal abgerutscht und mit stehenden Rädern in die Wiese gerutscht. Wir mussten neu starten und beinahe hätten wir den dritten Platz noch verloren.“

Bange Momente, als Elke Aigner über ihr Handy das Live-Timing verfolgte – und grenzenloser Jubel, als der Podiumsplatz sicher war: „Heute genehmigen wir uns ein Brett“, lachte Aigner. Ob seine Fans erneut zwei Jahre auf einen weiteren Einsatz von Alexander Tazreiter warten müssen, ließ der Niederösterreicher vorerst offen…

Michael Kogler feiert als Vierter den Challenge-Sieg

Mit dem in punkto Pferdestärken unterlegenen Peugeot 208 R2-Boliden konnte der Melker Lokalmatador Michael Kogler den perfekten vierten Gesamtrang belegen, als deutlich schnellster Pilot mit Zweiradantrieb.

Kogler konnte so den Sieg in der Austrian Rallye Challenge feiern. „Ich habe am Nachmittag gesehen, dass es keinen Sinn machen würde, mit der Brechstange zu agieren - also bin ich mit Hirn gefahren und das hat sich ausgezahlt. Immerhin konnten wir zahlreiche Allrad- und auch ein S2000-Fahrzeug hinter uns lassen.“

Johannes Keferböck belegte im Peugeot 207 S2000 Platz fünf, gefolgt von Roman Mühlberger im Mitsubishi Lancer Evo VI sowie den beiden deutschen BMW-Piloten Markus Moufang und Daniel Pauli auf den Plätzen sieben und acht.

Nothdurfter gewinnt im Historic Rallye Pokal

Bei den Historischen, die wieder die Sonderprüfungen eröffnet haben und damit die Stimmung der zahlreich erschienenen Fans aufheizten, konnte sich Alois Nothdurfter als Gesamt-Neunter um winzige 3,2 Sekunden gegen Willi Rabl durchsetzen. Der Porsche-Pilot startete am Vormittag verhalten, um sich am Nachmittag umso mehr zu steigern.

Ein Dreher auf SP 6 kostete Nothdurfter Zeit, als es dann doch für den Sieg reichte, jubelte er: „Geil! Geil! Geil!“, während Willi Rabl lachend gratulierte: „Du ausgefuchster Hund!“

Göttlicher wird Vizechampion der Austrian Rallye Challenge

Kurt Göttlicher belegte im Historic Rallye Pokal Platz drei, auf Gesamtrang 13 konnte er sich gegen Petr Pospisil durchsetzen, der über Platz 27 nicht hinauskam.

So durfte Göttlicher über seinen Vizetitel in der Austrian Rallye Challenge freuen: „Ein alter Mann hat in seinem alten Cossie zahlreiche jüngere Piloten gebügelt! Vizemeister der ARC - natürlich gibt mir das sehr viel. Mein Copilot Stefan Lischka ist heuer mit 52 Jahren in den Rallyesport eingestiegen – für einen 52-jährigen Rookie ist das natürlich ein Hammer!“

Rookies Waldherr und Zellhofer erfolgreich im Ziel

Luca Waldherr, der seine erste Rallye seinem 2011 verstorbenen Vater Andreas Waldherr widmete, konnte sein Vorhaben, ins Ziel zu fahren umsetzen – gemeinsam mit der erfahrenen Christine Ettel beendete er die Rallye im Opel Corsa OPC Cup-Boliden auf dem guten 20. Gesamtrang. Auf den bereits erfahrenen Markenkollegen Wolfram Doberer fehlten am Ende nur 26,3 Sekunden.

Luca zog eine positive Schlussbilanz: „Ich habe mich langsam herangetastet und wollte meine SP-Zeiten gar nicht wissen. Am Nachmittag war ich etwas überrascht, wie rutschig es auf den Schotterpassagen war – das ist für mich als Kartpilot ja auch völliges Neuland gewesen. Ich bin riesenfroh, dass ich ins Ziel gekommen bin, daran trägt meine Copilotin Christine auch einen gehörig großen Anteil.“

Und auch Christoph Zellhofer hat es mit der tatkräftigen Unterstützung seiner erfahrenen Copilotin Barbara Watzl ins Ziel geschafft. Als zweibester Suzuki Swift Sport-Pilot landete er auf Gesamtrang 34.

Zahlreiche Ausfälle

Von der 65 gestarteten Teams der Herbstrallye Leiben schafften es lediglich 46 ins Ziel.

Zu den prominenten Ausfällen gehört etwa der Waldviertler Christian Mrlik, der nach einer grandiosen drittschnellsten Zeit auf SP 1 rund 500 Meter vor dem Ziel der zweiten Prüfung mit gebrochener Halbachse aufgeben musste. Ein solcher Defekt ereilte wie erwähnt am Nachmittag Max Zellhofer vor der ersten Nachmittagsprüfung, der SP 5.

Auf dieser „verhexten“ SP 5 flog auch Gottfried Kogler ab, der damit seiner Copilotin Sonja Deimbacher eine spektakuläre Rallyepremiere bescherte. Zuvor konnte Kogler senior im VW Scirocco TDI mit tollen Zeiten aufhorchen lassen. „Ich wollte unbedingt in die Top 10“, gab Kogler offen zu. Und Sonja Deimbacher lachte: „Mir hat es trotz des Abflugs gut gefallen. Weitere Einsätze möchte ich nicht ausschließen.“

Zuvor war auf SP 5 auch der neue ARC-Champion Gerald Rigler bei seiner Premiere im modernen Mitsubishi Lancer Evo IX am Nachmittag auf der „verhexten“ SP 5 abgeflogen. Sämtliche Abflüge sind durch die Bank glimpflich abgelaufen, verletzt wurde niemand.

Viele Fans an den Prüfungen

Zahlreiche Zuschauer kamen zur Herbstrallye Leiben – das angenehme Herbstwetter hat dabei sicher auch eine wichtige Rolle gespielt. Vor allem aber hat das bunt gemischte, attraktive Starterfeld die Rallyefans an die Prüfungen gelockt, die dort nicht enttäuscht wurden. Rallye-Urgestein Willi Rabl staunte nicht schlecht: „Das ist ja wie bei einem Staatsmeisterschaftslauf…“

Ergebnis Herbstrallye Leiben:
1 Chris Brugger/Jürgen Heigl (Ö/Ö, Peugeot S2000) 54:56,1 Minuten
2 Martin Fischerlehner/Tobias Unterweger (Ö/Ö, Mitsubishi Evo IX) +50,1 Sekunden
3 Alexander Tazreiter/Elke Aigner (Ö/Ö, Mitsubishi Evo VII) +1:18,2 Minuten
4 Michael Kogler/Petra Kunz (Ö/Ö, Peugeot 208 R2) +1:37,5 Minuten
5 Johannes Keferböck/Hannes Gründlinger (Ö/Ö, Peugeot S2000) +2:09,1 Minuten
6 Roman Mühlberger/Makus Pötscher (Ö/Ö, Mitsubishi Evo VI) +2:35,0 Minuten
7 Markus Moufang/Hartmut Walch (D/D, BMW E30 M3) +3:26,8 Minuten
8. Stefan Pauli/Julia Götzl (D/D, BMW E36 M3) + 3:45,5 Minuten
9 Alois Nothdurfter/Karin Gschentner (Ö/Ö, Ford Sierra Cosworth 2WD) + 4:56,4 Min.
10 Willi Rabl/Uschi Breineßl (Ö/Ö, Porsche 911 SC 3.0) + 4:59,6 Minuten

Bestzeiten: SP1: Brugger, SP 2: Brugger, SP 3: Brugger, SP 4: Brugger, SP 5: Brugger, SP 6: Brugger, SP 7: Fischerlehner, SP 8: Fischerlehner.
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