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ERC: Lettland-Rallye

Von Überraschungen und Albträumen

Esapekka Lappi gewinnt den zweiten Lauf der Rallye-Europameisterschaft vor Vasily Gryazin und Craig Breen, Neubauer auf Platz sieben des PC.

Michael Hintermayer

Esapekka Lappi gewinnt nach der Rallye du Valais 2013 zum zweiten Mal einen Lauf der Rallye-Europameisterschaft. Doch bis zur letzten Prüfung war noch alles offen und eine der wichtigsten Entscheidungen galt es bereits vor dem Start zu treffen.

Die Wahl der Startplatzierung entschied bei vielen Fahrern über Sieg und Niederlage. Die ersten zehn Piloten, welche die vereisten und teilweise auch schneebedeckten Schotterstraßen in Angriff nahmen waren klar im Nachteil.

Vom Beginn an kämpften vier Fahrer an der Spitze um den Sieg: Esapekka Lappi, Craig Breen, Bryan Bouffier und Vasily Griazin. Doch Bouffier, der bei der Rallye Monte Carlo so manchen Werksfahrer hinter sich lassen konnte, machte schon auf der zweiten Sonderprüfung einen alles entscheidenden Fahrfehler. Er traf mit der Front seines Citroen DS3 RRC einen Strohballen und beschädigte den Kühler. Damit war die Rallye für ihn gelaufen.

Danach schlug die Stunde des Vasily Gryazin. Er schaffte es durch einen wahren Husarenritt mit seinem Ford Fiesta S2000 die Führung zu übernehmen und gab diese erst in der letzten Prüfung des ersten Tages an Lappi ab. Doch zur Überraschung vieler startete Gryazin den heutigen Tag gleich wieder mit einer Bestzeit und setzte sich wieder in Führung, konnte aber dem Druck von Esapekka Lappi nicht standhalten. Am Ende trennten die beiden 34,7 Sekunden.

Gryazin hatte zudem massives Glück. Auf der vorletzten SP hatte er plötzlich nur mehr den vierten Gang zur Verfügung, konnte das Auto aber ins Service retten, wo seine Mechaniker um ihr Leben schraubten. 17 Sekunden vor Ende der Frist verließ Gyazin das Service um die letzte Prüfung in Angriff zu nehmen.

Dritter wurde das Geburtstagskind des heutigen Tages – Craig Breen. Der Ire hatte zwar mit einigen technischen Schwierigkeiten an seinem Peugeot 207 S2000 zu kämpfen, wie zum Beispiel einem gebrochenen Handbremshebel und einer „lustigen Warnlampe“, fuhr aber dennoch routiniert ins Ziel und beendete die Rallye mit knapp einer Minute Rückstand auf Gryazin.

Der Pole Kajetan Kajetanowicz ( Ford Fiesta R5) wurde Vierter. Der Sieger der Waldviertel-Rallye 2013 hatte keine nennenswerten Probleme und zeigte sich nach seinem Ausfall bei der Jännerrallye im Ziel überglücklich. „Ich bin echt happy, danke an mein Team, meinen Copiloten und meine Sponsoren. Es war meine erste Rallye mit den langen Spikes und manchmal war es echt verrückt, ein fantastisches Wochenende!“ 58,7 Sekunden trennten ihn von einem Platz auf dem Podium.

Sepp Wiegand im zweiten Werks-Skoda Fabia S2000 schaffte es noch auf den fünften Platz. Am ersten Tag fiel er weit zurück, denn auch er hatte eine ungünstige Startplatzierung gewählt. Heute pflügte er durch das Feld und meinte gegenüber rallyradio: Wir haben Fortschritte gemacht, aber leider war unsere Startposition die falsche Wahl und die Rallye war entschieden, bevor sie überhaupt gestartet wurde. Aber bei den nächsten Rallyes werden wir näher ans Podium herankommen.“

Production Cup

Die Führungsposition wurde im Production Cup gleich vier Mal getauscht, am Ende hatte aber der Lette Janis Vorojovs (Mistsubishi Lancer Evo X) die Nase vorne. Mit mehr als einer Minute Rückstand konnte Vitaly Pushkar (Mitsubishi Evo X R4) das Ziel erreichen und wurde Zweiter, gefolgt von Stanislav Travnikov, der ebenfalls einen Mitsubishi Evo X R4 pilotierte.

Für Hermann Neubauer entwickelte sich die Rallye zum Albtraum, wie er es selbst bezeichnete. Auch er wählte eine zu frühe Startposition und fiel aussichtslos zurück. Zuerst musste er ein Rad wechseln, dann brach auch noch der Auspuffkrümmer an seinem Stohl Racing Subaru Impreza, was einen massiven Leistungsverlust nach sich zog, Ein Fehler im Schrieb, der fast mit einem heftigen Abflug bestraft wurde, komplettierte die eher verkorkste Rallye. „Ich kenne die Zeiten nicht, ich bin nur happy im Ziel zu sein. Wir sind glücklich, dass wir uns mit anderen Production-Cup-Piloten matchen konnten, aber durch unsere Startposition war es ein aussichtsloser Kampf“, so Neubauer im Ziel der letzten Sonderprüfung. Am Ende konnten er und sein Copilot Bernhard Ettel den siebenten Platz des PC ins Ziel retten, in der Gesamtwertung wurden sie 26.

2WD und Ladies Cup

Die 2WD-Wertung konnte Jan Cerny auf einem Peugeot 208 R2 gewinnen, 18,6 Sekunden dahinter folgt Risto Immonen auf einem Citroen C2 R2 Max. Dritter wurde Petter Kristiansen mit einem Skoda Fabia R2.

Der Ladies Cup wurde schnell zur "One-Woman-Show", denn als Ekaterina Stratieva ihren Subaru Impreza wegen technische Probleme abstellen musste, blieb nur noch Inessa Tushkanova übrig. Sie fuhr bis auf einen Frühstart und einen Stempelfehler eine konstante Rallye und konnte manchmal sogar Hermann Neubauer hinter sich lassen. Schlussendlich gewann das Topmodell den Ladies Cup, konnte sich den neunten Platz im Production Cup und den 28. Rang in der Gesamtwertung sichern.

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