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ARC: Kärnten-Rallye

Kramer feiert „Doppelsieg“

Lokalmatador Alfred Kramer gewinnt zum vierten Mal die Jacques Lemans Kärnten-Rallye, Claudio de Cecco belegt im Ford Fiesta RRC Platz zwei.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Ernst-Karl Koschutnig

Alfred Kramer konnte bislang dreimal die Jacques Lemans-Rallye gewinnen – und zwar seit 2008 immer in den geraden Jahren. Diesem Gesetz der Serie konnte der „Highlander“ auch heuer entsprechen: Kramer gewann in seinem Mitsubishi Lancer Evo 6.5 die achte JL Kärnten-Rallye 56,3 Sekunden vor dem Italiener Claudio de Cecco im Ford Fiesta RRC. Kramer gewinnt damit auch im Alpe Adria Rallye Cup.

Kramer erklärte: „Diese Ausgabe der Jacques Lemans-Rallye war auch für mich sehr schwierig, da auch zwei neue Sonderprüfungen dazukamen. Das Konzept mit der Sprintrallye am Vortag ist die beste Idee, die Wolfgang Troicher jemals hatte – ich hoffe, dass künftig auch weitere Veranstalter diese Idee aufgreifen.“ Claudio de Cecco gratulierte herzlich, auch wenn ihm Kramer kein Geburtstagsgeschenk in Form des Sieges zukommen ließ…

Um Platz drei tobte bis zuletzt ein spannender Kampf zwischen Reinhold Neulinger, der zum ersten Mal einen Mitsubishi Lancer Evo IX pilotierte (zuvor fuhr er Evo VII) und Gerald Rigler im Evo III. Nach SP 7 fehlten Riger nur mehr 1,5 Sekunden – doch dann konnte sich Neulinger gewaltig steigern, lag 23,4 Sekunden vor Rigler. Der lachende Dritte gab ganz offen zu: „Wir fuhren volles Risiko – entweder Platz drei und im Ziel oder nicht im Ziel. Die Rechnung ist aufgegangen, wir sind überglücklich.“ Neulinger gewann damit auch die ART-Wertung für moderne Rallyefahrzeuge. Rigler wiederum tröstete sich mit dem Gewinn der ARC-Wertung und erklärte: „Mehr war mit unserem Evo III nicht möglich, das passt schon.“

Gewaltig steigern konnte sich auch Walter Mayer im Peugeot 207 S2000 – denn auf der letzten Sonderprüfung konnte der 66-Jährige die zweitschnellste Zeit in den Asphalt brennen und damit auf Platz fünf vorrücken.

Auf Platz sechs landete mit Christoph Leitgeb der Sieger der zweiradgetriebenen Autos (2wd) und des Opel Rallye Cups. Der Lokalmatador jubelte erleichtert: „Endlich hat es mit dem Sieg geklappt.“

Nur 18.6 Sekunden dahinter landete Willi Stengg, der für seinen Sohn einsprang und im Cupauto Bauteile testete. Lange Zeit lag Stengg in der 2wd in Führung, doch am Nachmittag verlor er auf dem Rundkurs Zeit, als er Alfred Kramer vorbeilassen musste: „Wir wurden direkt vor ihm reingeschickt, ich bin zur Seite gefahren und stehen geblieben. Außerdem hatte ich auf der letzten Prüfung einen Dreher.“

Einen guten achten Gesamtrang konnte Markus Steinbock im alten Evo II einfahren. Platz neun belegte Andreas Kainer, der damit im Opel Cup Platz zwei belegt (Stengg war nicht eingeschrieben), aber auch von seiner Copilotin Elke Aigner auf die reine Zielankunft eingeschworen wurde: „Das ist nach einem zweifachen Überschlag, wie wir ihn im Wechselland hatten, einfach nötig – doch Andreas hat diesmal alles richtig gemacht, ich bin sehr stolz auf ihn“, lobte Aigner.

Gleich dahinter, auf dem zehnten Gesamtrang, landete Gerhard Aigner auf einem weiteren Opel Cup-Boliden, er landete damit auf dem Cup-Podium.

Bei den Historischen konnte Ferdinand Mitterbacher im Opel Ascona B mit einem Bestzeitenfeuerwerk das Blatt wenden und Kurt Göttlicher (Ford Sierra Cosworth) um 9,5 Sekunden besiegen. Göttlicher leistete sich auf dem Rundkurs einen weiteren Dreher, schon am Vormittag unterlief ihm ein ähnliches Missgeschick. Platz drei belegte im HRP Gernot Zeiringer im Ford Escort RS2000, Johann Derler fehlten jedoch nur 5,2 Sekunden auf einen möglichen Podiumsrang.

Bei der schwierigen Rallye sind zahlreiche Teams ausgefallen. Allen voran der große Held Günther Knobloch, der auf den Prüfungen SP 1 und SP 2 die Bestzeit markieren konnte, auf SP 3 jedoch am Start die Halbachse seines Evo IX abriss. Keine Zielankunft gab es unter anderen auch für Leopold Welsersheimb (sonst Copilot, Unfall auf SP 1), Michael Kogler (erneuter Getriebedefekt auf SP 2, nachdem Teamchef Gottfried Kogler in der Nacht das Getriebe des VW Scirocco R TDI in Deutschland reparieren ließ), Peter Schuhmacher (Defekt auf SP 3) und Heinz Leitgeb (Unfall auf SP 7).

Die Bilanz des Organisators Wolfgang Troicher zum 1. Jacques Lemans - Rallyeweekend: „Ich bin froh, dass alles vorbei ist. Alle Fahrer sind heil geblieben. Schon morgen beginnt für mich die Nacharbeit. In den nächsten 14 Tagen bin ich auf den Sonderprüfungen unterwegs. Aufräumen, Schäden besichtigen, weiterleiten, für Langeweile ist da keine Zeit. Apropos Zeit - mir Gedanken zu machen, wie es mit der Rallye weiter gehen kann, habe ich da sicher auch genug.“

Update: Alfred Kramer wurde disqualifiziert - siehe "Alfred Kramer disqualifiziert" im Menü rechts oben.

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