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ARC: Kärnten-Rallye

„Von meiner Seite ist definitiv Schluss!“

Wolfgang Troicher spricht über seinen Rücktritt als Veranstalter der Kärnten-Rallye und auch über die schwierige Suche nach einem möglichen Nachfolger…

Foto: Ernst-Karl Koschutnig

Der Entschluss ist gefallen. Wolfgang Troicher erklärte seinen endgültigen Rücktritt als Veranstalter der Kärnten-Rallye. Der Organisator erklärt im folgenden Interview das Warum und blickt mit etwas Wehmut zurück an eine doch schöne Zeit. Ist die bei Piloten und Fans beliebte Veranstaltung nun endgültig Geschichte oder gibt es die Chance, einen Nachfolger für Troicher zu finden?

Wolfgang, wenn man zurückblickt, war diese Rallye von Anfang an bei den Piloten und den Fans sehr beliebt. Für 2016 wurde auch noch ein neuer Hauptsponsor gefunden, ein Teilnehmerrekord aufgestellt und jetzt trotzdem dieser Schritt. Warum?

Nun, die vergangenen zehn Jahre waren sehr durchwachsen und der permanente Stress von September des Vorjahres jeder Rallye bis zum Start der Veranstaltung haben meinem Nervenkorsett schon ziemlich zugesetzt. Die Fans und Piloten sehen natürlich immer nur das fertige Produkt, aber was da oft alles im Hintergrund abläuft, kann einen schon ziemlich fertig machen.

Vor zwei Jahren hast du schon einmal vom Ende der Rallye gesprochen und trotzdem ging es weiter. Wie stehen die Chancen, dass es mit der Kärnten Rallye doch weiter gehen könnte.

Ja das stimmt, Ich habe vor zwei Jahren, als es zu der fragwürdigen Disqualifikation von Alfred Kramer und den anschließenden Angriffen von Dr. Hertz in seinem motorline-Interview, indem er mich und meine Frau als Lügner bezeichnet hat, das erste Mal ans Aufhören gedacht.

Im vorigen Jahr war das Thema aufzuhören wieder da, weil wir nur 54 Starter und ein finanzielles Problem hatten und heuer hat die Privatbrauerei in Hirt die Rallye gerettet. Von meiner Seite aus ist aber trotzdem definitiv Schluss. Nur ein neuer Veranstalter könnte garantieren, dass es weitergeht und ich bin bereit diesen im Hintergrund im ersten Jahr zu unterstützen.

Wie man hört, gab es in diese Richtung schon einige Gespräche. Gibt es bereits einen möglichen Nachfolger?

Leider gibt es dahingehend noch keine Erfolgsmeldung. Es gibt zwar einige Personen die das Projekt interessiert, aber konkret ist da noch nichts. Das Problem dabei ist, dass die meisten Personen das Geldverdienen in den Vordergrund stellen und nach meinen Erklärungen schnell erkennen, dass dieses Ziel nicht im Vordergrund stehen darf. Spätestens dann wollen viele damit nichts mehr zu tun haben.

Was sollte ein möglicher Nachfolger als Veranstalter der Kärnten Rallye also mitbringen?

Meiner Meinung nach muss man ein Idealist sein, eine Vision haben und die Fähigkeit besitzen, Ziele zu formulieren und diese zu fokussieren. Man sollte Ausdauer haben und bessere Nerven wie ich haben. Dazu kommt die Bereitschaft auch Risiken einzugehen – das wäre auch von Vorteil und der Glaube an den Erfolg sollte auch nicht fehlen. Auch eine Arbeitsgemeinschaft, welche diese Fähigkeiten mitbringt, würde ich im ersten Jahr im Hintergrund unterstützen, um den Fortbestand des Rallyesports im Bezirk St. Veit zu garantieren.

Wie ist das mit den besseren Nerven gemeint?

Nun, bei der Organisation so einer Rallye gibt es einige unvorhersehbare Dinge, die einem eine Menge Nerven kosten können. Die Bandbreite von Komplikationen in der Vorplanungsphase bis zur Rallye selbst ist ungeheuer vielfältig und verlangt einem alles ab.

Gibt es dafür einige Beispiele?

Neben vielen Kleinigkeiten, wie eine Prozession die gerade am Rallyetag auf einer Sonderprüfung gegen die Fahrtrichtung gehen will oder eine Taufe, die kurz vor dem Start einer SP auftaucht oder einen Milchwagen der durch das Schaltjahr nun doch am selben Tag mit der Rallye fahren möchte gibt es noch eine Menge anderer Dinge, die unvorhersehbar sind und so ein Projekt kurzfristig zum Kippen bringen können. Auch übertriebene Verkehrskontrollen wie heuer bei uns können dem Image sehr schaden. Dafür und für die immer neuen Auflagen der Bezirkshauptmannschaft (BH) und der Obersten Sportbehörde (OSK) sind dann gute Nerven angesagt.

Stichwort Behörden und OSK…

Die BH und die OSK sind ja beide Behörden, ohne die es keine Veranstaltungsgenehmigungen gibt. Beide haben die Eigenschaft, Vorschriften zu machen, die Einhaltung dieser zu kontrollieren, dafür viel Geld zu kassieren, keine Dienstleistung dafür anzubieten und gegebenenfalls Strafen bzw. Sanktionen auszusprechen.

Statt die bestmögliche Unterstützung von diesen Behörden zu bekommen, um uns als Veranstalter das Leben zu erleichtern, passiert leider genau das Gegenteil. Immer neue Hürden und Auflagen tragen zur Demotivation der Veranstalter bei und sorgen zusätzlich für noch höhere Kosten.

Ein potenzieller Nachfolger sollte also die Kunst der Analakrobatik beherrschen, denn eine eigene Meinung oder Änderungsvorschläge zum Wohle des Sportes oder zur Vereinfachung der Bürokratie sind absolut nicht erwünscht.

Glaubst du unter diesen Umständen noch daran, einen Nachfolger zu finden?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es bleibt aber nicht mehr lange Zeit, denn eine mögliche Veranstaltung müsste spätestens bis Ende August bei der OSK angemeldet werden.

Im Rückblick bitte um einige Wort zum Abschluss…

Ja, gerne: Es war einmal, es war einmal schön, da gibt´s nichts zu erklären und niemand hat Schuld!

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