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Rabl: Härtetest im Lavanttal

Willi Rabl und Tatjana Praschl erlebten in ihrem Porsche 911 SC beim zweiten ORM-Lauf eine Rallye mit allen Höhen und Tiefen.

Fotos: Daniel Fessl

Der zweite Runde der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft wurde für Willi Rabl und seine Copilotin Tatjana Praschl zu einem wahren Hindernislauf. Das Porsche-Team reiste voller Zuversicht zur 40. Auflage der Lavanttal-Rallye. Denn an der Spitze der historischen Klasse kündigte sich ein Porsche-Duell auf höchstem Niveau an. Denn neben Rabl und dem mehrfachen Staatsmeister Johannes Huber gab auch Europameister Karl Wagner seine Nennung ab.

Den besten Start erwischte am Freitagnachmittag Karl Wagner, dicht gefolgt von Rabl/Praschl im Porsche 911 SC. Dabei spielte wegen eines Regenschauers die richtige Reifenwahl eine gewichtige Rolle. Da Huber die falschen Pneus an seinem 911er montierte, entwickelte sich der Dreikampf zu einem Duell um Sekunden zwischen Wagner und Rabl. Vor den Nachtprüfungen lag das Hofbauer-Motorsport-Team nur 20 Sekunden hinter dem Europameister, doch dann spielte die Technik verrückt: Der Ausfall der Gegensprechanlage kostete einige Zeit, als dann in der Dunkelheit auch noch die Zusatz-Scheinwerfer ihren Dienst quittierten, wuchs der Rückstand schnell auf eine Minute an. „Ich kann es mir auch nicht erklären, aber die Scheinwerfer haben plötzlich direkt vor mir auf den Boden geleuchtet“, schildert Rabl.

Am folgenden Tag entschied man aufgrund der deutlich besseren Witterungsverhältnissen eine Aufholjagd zu riskieren. Dies gelang durch mehrere Sonderprüfungs-Bestzeiten auch, und Stück für Stück konnten Willi Rabl und Tatjana Praschl an den Europameister herankämpfen. Doch vier Prüfungen vor Schluss war es an der Zeit, die allesentscheidende Entscheidung zu treffen: Mit welchen Reifen soll man die 27 Kilometer lange Königsprüfung „Schönweg“ in Angriff nehmen?

Wagner, der auch privat mit Rabl gut befreundet ist, montierte nagelneue, weiche Pirellis an seinem Porsche. Da man im Reifenlager des Hofbauer-Teams nur noch harte Mischungen zur Verfügung hatte, bekam man von Wagner das Angebot, seine angefahrenen, weichen Reifen zu benutzen.

Rabl lehnte ab, was er später noch bitter bereuen sollte: „Ich habe Karls Angebot nicht angenommen, was sich als Dummheit herausstellte. Auf der lagen SP begann es zu Regnen und es wurde zu einem echten Husarenritt. Bei jedem Anbremsen ist die Hinterachse ohne Ankündigung ausgebrochen. Das war echt grenzwertig.“

So rettet man den Porsche 911 auf den zweiten Klassenrang in das Ziel der Lavanttal-Rallye. Trotz all dieser Hoppalas zeigte sich Rabl im Ziel zufrieden: „Es war nicht unsere beste Rallye, aber es hat riesig Spaß gemacht, hier zu fahren. Auch der Zweikampf mit Karl Wagner hatte es in sich. Ich muss mich auch bei meiner Copilotin Tatjana Praschl bedanken. Sie hat wie immer großartige Arbeit geleistet´“, resümierte der Rallyepilot aus Mautern an der Donau.

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