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WRC: Australien-Rallye

Tag 2: Kampf um den Sieg spitzt sich zu

Sebastien Ogier rückt nach dem zweiten Tag in Australien nah an den Führenden Mikkelsen heran, das VW-Duo trennt nur zwei Sekunden - Paddon bleibt in Schlagdistanz.

Fotos: RedBullContenPool, VW, Photo4

Bei der Australien-Rallye, 13. und letzter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016, kommt es am Schlusstag zu einem echten Kampf um den Sieg. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) behauptete zwar am Samstag seine Führung, allerdings schmolz sein Vorsprung auf Teamkollege Sebastien Ogier auf nur noch zwei Sekunden zusammen. Stark in Szene setzte sich am Samstag auch Hayden Paddon (Hyundai), der mit zwölf Sekunden Rückstand auf Mikkelsen am Schlusstag ebenfalls nicht chancenlos ist.

Bei heißen Temperaturen war auch am Samstag der große Reifenverschleiß eines der bestimmenden Themen. Vor allem gegen Ende der beiden Schleifen klagten viele Fahrer über nachlassenden Grip, teilweise erinnerten die Schotterreifen im Ziel eher an Slicks, so abgenutzt waren sie. Vor diesem Hintergrund verdient die Leistung von Ogier eine besondere Würdigung.

Der Franzose hatte sich am Vormittag für weiche Reifen entschieden, um den Nachteil der Startposition eins etwas auszugleichen, und dieser Poker ging auf. "Das war die richtige Wahl, wir waren uns nicht ganz sicher, aber es hat funktioniert", sagt Ogier. Zudem fuhr der Franzose sehr aggressiv und räumt beim Kurvenschneiden Begrenzungspfosten gleich in Serie ab. "Mein Auto ist so stabil, der verträgt das", lobt Ogier seinen Polo R WRC, der mit ziemlich zerfledderter Frontschürze zum Service kam.

Kurioser Defekt bei Mikkelsen

Bis zur Mittagspause hielt Ogier den Rückstand auf Mikkelsen konstant. Am Nachmittag, als bei Temperaturen von rund 35 Grad Celsius alle Fahrer auf die harten Reifen setzten, griff der Franzose an und konnte den Rückstand entscheidend verkürzen. Dazu trug auch ein Problem von Mikkelsen bei SP 16 bei. Nachdem der Norweger mit dem Unterboden seines Polo R WRC hart aufgesetzt war, hatte sich die Pedalbox verschoben. "Das Bremspedal hat sich hinter dem Kupplungspedal verklemmt. Ich bin die letzten sechs, sieben Kilometer wie mit angezogener Handbremse gefahren", berichtet Mikkelsen.

Durch den Defekt, den Mikkelsen im Anschluss beheben konnte, verlor er alleine bei dieser Prüfung fast zehn Sekunden auf Ogier, sodass sein Vorsprung vor dem Schlusstag nur noch zwei Sekunden beträgt. "Eigentlich ist es egal, ob es zwei oder zwölf Sekunden sind. Vor Sebastien ist man nie ganz sicher", sagt Mikkelsen. Ogier meint: "Die letzten beiden Tage waren sicherlich eine der besten Leistungen meiner bisherigen Karriere. Zum Glück bin ich schon Weltmeister. So konnte ich ohne Rücksicht auf Verluste attackieren, um den Nachteil meiner Startposition auszugleichen."

Dank einer starken Leistung am Samstag darf sich auch Paddon vor dem Schlusstag zumindest noch Außenseiterchancen auf den Sieg ausrechnen. Vor allem am Vormittag hatte der Neuseeländer, für den die Australien-Rallye quasi eine Heimrallye ist, schnelle Zeiten hingelegt - und dass obwohl durch ein Loch im Unterboden jede Menge Staub in sein Auto gedrungen war. Am Nachmittag rutschte Paddon dann zu stark, konnte Rang drei aber gegen Teamkollege Thierry Neuville behaupten.

Lappi dominiert die WRC2-Wertung

Der Belgier geht mit einem Rückstand von 32,6 Sekunden auf die Spitze in den Schlusstag und bedauerte, dass er am Vormittag nicht wie Ogier auf die weichen Reifen gesetzt hatte. "Die falsche Reifenwahl hat uns am Vormittag den dritten Platz gekostet, aber ansonsten lief es recht gut", sagt er. Fünfter ist Dani Sordo im dritten Hyundai. Ford-Speerspitze ist als Sechster Mads Östberg, gefolgt von seinen Markenkollegen Eric Camilli, Ott Tänak und Lorenzo Bertelli.

In der WRC2-Wertung hat Skoda-Werksfahrer Esapekka Lappi das Geschehen weiterhin klar im Griff. Der Finne gewann am Samstag alle sieben SP, geht mit einem Vorsprung von 3:59,3 Minuten auf Nicolas Fuchs (Skoda) in den Schlusstag der Rallye und kann damit entspannt dem Klassensieg entgegenfahren, mit dem er sich auch den Titel in der WRC2 sichern würde. Auf Rang drei der Klasse liegt der Pole Hubert Ptaszek (Peugeot, +5:26,4 Minuten).

Am Schlusstag der Australien-Rallye stehen noch fünf Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 57,18 Kilometern auf dem Programm.

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